In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des LK Görlitz ist eine neue Animation zur Entstehung der Jonsdorfer Felsenstadt entstanden. Die Erstellung wurde gefördert aus Mitteln des „Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum“ (EPLR). Das Video finden Sie hier.
Seit 2017 bauen wir mit Kollegen der TU Liberec und den Geopark Ralsko ein geologisches Netzwerk im Dreiländereck auf. Mehr zu aktuellem Projekt finden Sie hier.
Seit 2020 erarbeiten wir mit Kollegen aus Tschechien Konzepte für eine Lehrerfortbildung an außerschulischen Lernorten. Aktuell geschieht das mit fünf internationalen Partnern im Interreg-Projekt FENIX. Mehr finden Sie hier.
Ebenfalls seit 2020 untersuchen wir mit tschechischen Kollegen den känozoischen Vulkanismus im Isergebirge. Mehr dazu finden Sie hier.
Aktuell erstellen wir ein Virtuelles Museum, das die natürlichen Gegebenheiten der Region mit dem kulturellen Reichtum Vorort verbinden soll. Informationen dazu finden Sie hier.
Reinigung der Sammlung durch Frau Woidt 1996 (links). Sammlungsumzug 1998 (historische Petrograhpie) (mittig). Rollschrankanlage mit neuzeitlicher Sammlung (rechts).
In der fast zweihundertjährigen Geschichte des Naturkundemuseums Görlitz gelang es 1994 erstmalig eine Stelle für einen geologischen Konservatorin einzurichten, die im September 1994 mit Herrn Dr. Olaf Tietz besetzt werden konnte. Diese Stellenschaffung war gleichzeitig der initiale Anstoß für die Entwicklung eines aktiven geowissenschaftlichen Forschungsbereichs, der sich mit der Übernahme des Staatlichen Museums für Naturkunde Görlitz durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung 2009 in die Sektion Geologie/Paläontologie wandelte. Während die Aufgaben in den 90-iger Jahren zu je einem Drittel in Sammlungsarbeit, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit bestanden, verschob sich der Schwerpunkt der Arbeiten später zugunsten der Forschungen mit der daraus resultierenden Sammlungsarbeit.
Ein Arbeitsschwerpunkt der ersten Jahre waren die im Hause vorhandenen Sammlungsbestände, ihre Neuaufstellung, Reinigung, Konservierung, inhaltliche Sichtung und Bearbeitung. Dabei erfolgte eine Trennung in eine historische Sammlung (1850-1945) und in eine neuzeitliche Sammlung (ab 1950). Letztere wurde in einer 1996 installierten Rollschrankanlage untergebracht. Neben der Überarbeitung der bereits vorhandenen Sammlungsteile kam es im Zuge der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten zu systematischen Neuaufsammlungen und Erweiterungen der Sammlung und den entsprechen wissenschaftlichen Bearbeitungen der Neueingänge. So erfolgten umfangreiche paläobotanische Fossilbergungen aus dem Braunkohlentagebau Berzdorf zwischen 1995 und 2002, Geschiebeaufsammlungen aus Kiesgruben der Oberlausitz sowie die Bergung und Konservierung pleistozäner Säugetierknochen.
Seit 2003 zielen die Forschungs- und Sammlungsarbeiten mit zunehmender Bedeutung auf die Neovulkanite der Oberlausitz und der angrenzenden Gebiete in Tschechien, Polen und Deutschland. Die Sammlungsneueingänge dieses Forschungsgebietes bestehen aus Basalten, Phonolithen und deren pyroklastischen Bildungen sowie Schwermineralsammlungen aus Alkalibasalten, wie Zirkone in Edelsteinausbildung aus dem Untersuchungsgebiet.
Die Beteiligung an der Öffentlichkeitsarbeit des Museums ist den Mitarbeiter*innen der geowissenschaftlichen Sektion ein besonderes Anliegen. Durch regelmäßige öffentliche geologische Exkursionen im Mai und September und populärwissenschaftliche Vorträge sollen geowissenschaftliche Themen und die eigenen Forschungsergebnisse popularisiert werden. Auch durch Konzeptionen von Ausstellungen wird versucht, Laien geowissenschaftliche Inhalte verständlich zu vermitteln. Als Beispiel kann die seit 2003 im Hauptgebäude des Museums präsentierte Dauerausstellung „Geologie der Oberlausitz“ genannt werden. Im Rahmen verschiedener Kooperationen mit universitären Einrichtungen werden geologische Exkursionen für Student*innen der Geowissenschaften durch die Oberlausitz geführt und regelmäßig Vorlesungen bzw. Seminare an der Hochschule Zittau-Görlitz gehalten.
Forschung
Rekonstruktion des Lauschevulkans.
Der im Untersuchungsgebiet Ostsachsen (D), Nordböhmen (CZ) und Niederschlesien (PL) auftretende vulkanische Formenschatz ist Teil der Känozoischen Mitteleuropäischen Vulkanprovinz und durch einen bimodalen Vulkanismus (Basalt und Phonolith) charakterisiert. Der Untersuchungsraum bildet das Lausitzer Vulkanfeld, das aufgrund der politisch geteilten und peripheren Lage bisher nicht in moderne wissenschaftliche Bearbeitungen eingeschlossen war. Vulkanologische Untersuchungen und geologische Kartierungen liefern wertvolle und neue Erkenntnisse über die Prozesse des intrakontinentalen Vulkanismus. Weiterhin lassen sich petrogenetische Aussagen zu den Gesteinen und deren Quellen treffen und die Rekonstruktion der abgetragenen Vulkanbauten lässt Rückschlüsse auf die Landschaftsentwicklung zu.
Schwerminerale Seufzergründel
Schwerminerale treten in Vulkaniten (Basalt und Phonolith) in unterschiedlichen Zusammensetzungen und Häufigkeiten auf. Diese meist seltenen Mineraleinschlüsse können Informationen über die Schmelzbildung, deren Aufstieg und petrogenetische Zusammenhänge für die vulkanischen Gesteine liefern. Dazu werden mineralchemische und isotopische Analysen an ausgewählten Mineralen (v.a. Zirkon und Pyroxen) und deren Trägergesteinen durchgeführt.
Durch die vielfältige Kristallausbildung des Zirkons können magmengenetische Zusammenhänge für isolierte Gesteinskomplexe, aber auch direkte petrogenetische Aussagen zum magmatischen Muttergestein abgeleitet werden (zirkontypologische Methode nach PUPIN). Häufig werden in einer Probe Zirkonkristalle mit deutlich unterschiedlicher morphologischer Ausbildung, sogenannte Zirkonsubpopulationen gefunden, was auf unterschiedliche Quellen bzw. Bildungsräume zurückzuführen ist. Für weiterführende Untersuchungen an den Zirkonen, so zur Mineralchemie und Isotopie, ist die Beachtung dieser Gruppierungen sehr wichtig. Die Arbeiten erfolgen an Zirkonkonzentraten aus Vulkaniten nahegelegenen Seifenlagerstätten und an Zirkonen, die aus vulkanischen Gesteinen wie Basalt und Phonolith gewonnen werden.
Das oben stehende Bild zeigt Basaltzirkone in Edelsteinqualität aus der Oberlausitz (Sachsen). Derartige Zirkonkristalle sind in Deutschland bisher nur aus sekundären Lagerstätten in Form von Seifen bekannt, wie der Sächsischen Schweiz, der Oberpfalz, dem Vogtland und der Eifel. In der Oberlausitz gelang es erstmalig weltweit diese Zirkone im basaltischen Trägergestein in situ nachzuweisen.
Der Zirkon ist aufgrund seiner enormen Stabilität und der Eigenschaft in seinem Kristallgitter Spurenelemente einzubauen, ein sehr wichtiger Träger von erdgeschichtlichen Informationen. Bei den ungewöhnlich seltenen, aber großen Basaltzirkonen (ca. 1–3 mm) ist es möglich, Informationen zu Schmelz- und Gesteinsbildungsprozessen im Erdmantel zu gewinnen.
Vulkanologische Untersuchungen und geologische Kartierungen an den tertiären Vulkanbergen in Ostsachsen (D), Nördböhmen (CZ) und Niederschlesien (PL)
Mineralchemische und isotopische Untersuchungen an Schwermineralen und Vulkaniten in Ostsachsen
Typologische Untersuchungen an Zirkonen aus tertiären Vulkaniten in Ostsachsen, Norböhmen und der Oberpfalz
Rekonstruktion der Landschaftsentwicklung in Ostsachsen seit dem Tertiär
April 2011 bis März 2012:
„Zirkon-Megakristalle in Alkalivulkaniten am Beispiel des Lausitzer Vulkanfeldes“
Antragsteller: Dr. Olaf Tietz (Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz) gemeinsam mit Dr. Axel Gerdes (Universität Frankfurt) und Dr. Wolfgang Seifert (GFZ Potsdam). Förderung durch die DFG als Kleinprojekt mit einem Gesamtvolumen von € 20.000.
Im Rahmen des deutsch-polnischen Kleinprojekts „Lebendige Erdgeschichte in der Grenzregion!“ soll das Wissen über die Ressourcenentstehung und –nutzung in der sächsisch-polnischen Grenzregion vertieft und anschaulich dargestellt werden. Die entstandene gemeinsame Kulturlandschaft und das damit verbundene industrielle Erbe der Grenzregion stehen im Mittelpunkt des Projektes und werden exemplarisch an zwei Orten in Sachsen und Polen – in Ostritz und Gronów – thematisiert. Projektpartner sind die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit ihrem Institut Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und das Muzeum Regionalne w Lubaniu. Ziel des Projektes ist es, einen innovativen Ansatz zur Darstellung von geologischen Prozessen für die Öffentlichkeit zu entwickeln. Dies soll in Form einer digitalen Simulation sowie durch zwei öffentliche Exkursionen erreicht werden. Dabei werden sowohl die geologischen Prozesse als auch die kulturgeschichtlichen Entwicklungen einbezogen. Projektlaufzeit: 01.03.2026-28.02.2027. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem EU-Haushalt mit 31.516,24 € gefördert.
Im Rahmen des sächsisch-tschechischen Interreg-Projektes soll in den Jahren 2024 bis 2026 das Wissen über die gemeinsame Kulturlandschaft und das damit verbundene handwerkliche bzw. industrielle Erbe im Landkreis Görlitz als auch im Kreis Česká Lípa vertieft werden. Als Leadpartner arbeitet der Geopark Ralsko mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vertreten durch Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (Projektpartner) eng zusammen.
Natürliche Bedingungen beeinflussen verschiedene regionale Kulturen, die sich in Industrie, Siedlungsstruktur, Architektur, Handwerk, Kunst, Bräuchen und Traditionen widerspiegeln. Anhand ausgewählter Rohstoffe aus den Bereichen Stein und Wasser soll dieses Zusammenspiel aus natürlichen Ressourcen und ihrer Verwendung durch den Menschen untersucht werden.
Ziel des Projektes ist es, einen innovativen Ansatz zur Erhaltung des kulturellen Erbes der Grenzregion zu entwickeln, der sich auf die Digitalisierung von Daten und den Einsatz moderner Technologien für die Präsentation von Forschungsergebnissen für die Fach- und Öffentlichkeitsarbeit konzentriert. Dabei soll nicht nur die Zusammenarbeit vertieft werden, sondern auch eine gemeinsame Plattform für die Popularisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse entstehen – ein virtuelles Museum. Dieses führt alte und neue Daten zusammen, macht sie allgemein verfügbar und lädt dazu ein das natürliche und kulturelle Erbe der Grenzregion neu zu entdecken. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem EU-Haushalt mit 550.565,70 € (gesamt) – SGN – 301.068,94 € gefördert.
Das sächsisch-tschechische Interreg-Projekt „FENIX“ beschäftigt sich mit interdisziplinären Lehrkräftefortbildungen an außerschulischen Lernorten und möchte einen Beitrag zur Qualitätsverbesserung des Lernens leisten. Dabei werden gemeinsam von sechs unterschiedlichen Institutionen in Tschechien und Deutschland Konzepte, Methoden und Materialien für einen (grenzüberschreitenden) Unterricht außerhalb des Klassenzimmers entwickelt und vermittelt. Als Partner des internationalen Projektes arbeiten:
– die Technische Universität Liberec (Leadpartner);
– das Nordböhmische Museum Liberec;
– die Technische Universität Dresden;
– der Geopark Ralsko und
– Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vertreten durch Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz zusammen.
Durch diese Vielfalt der beteiligten Einrichtungen ist eine breite methodische und inhaltliche Verknüpfung der Bildungsveranstaltungen garantiert. Im Rahmen von:
– Geländeworkshops;
– Netzwerk-Treffen und
– Summerschools
In den Jahren 2024-2026 werden Anregungen für einen innovativen, handlungs- und problemorientierten Unterricht gegeben sowie der grenzüberschreitende Austausch gefördert. Unsere Zielgruppe sind Grund- und Sekundarschullehrkräfte sowie Lehramtsstudierende beider Länder. Schwerpunkt ist im Sinne eines fächerverbindenden Unterrichts die Verknüpfung von biologischen, geographischen, geologischen, chemischen, physikalischen und historischen Fragen und Perspektiven. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem EU-Haushalt mit 1.157.005,68 € (gesamt) – SGN – 230.269,12 € gefördert. Falls Sie Fragen und/oder Interesse an der Teilnahme in unseren Veranstaltungen haben, melden Sie sich, bitte beim Herrn Andrzej Paczos andrzej.paczos@senckenberg.de
Zusammen mit Kolleg*innen des Nordböhmischen Museums in Liberec und des tschechischen geologischen Dienstes beschäftigen wir uns in dem Projekt mit gangförmigen magmatischen Gesteinen im Granitmassiv des Isergebirges. Die Entdeckung eines Maar-Diatrem-Vulkans an der Stelle der Wilderergrube bei Jizerka im Jahr 2018 zeigte die Notwendigkeit, den Neovulkanismus der Region in Zusammenarbeit zwischen sächsischer und tschechischer Seite näher zu untersuchen. Unter geologischen Gesichtspunkten sind die Regionen Lausitz und Isergebirge eng verbunden und sind Teil einer, wenn auch komplexen Landschaft, unabhängig von den Landesgrenzen. Die Ergebnisse werden nach dem Überprüfungsprozess in neuen geologischen Karten veröffentlicht und stehen für Wissenschaftler*innen und Laien zur Verfügung. Zielgruppe ist eine breite Öffentlichkeit und Expert*innen. Zudem vervollständigen die Projektergebnisse das Verständnis des Vulkanismus im Lausitzer Vulkanfeld.
Das Projekt GECON dient dem Aufbau und Gestaltung eines Netzwerkes in der Euroregion Neiße und darüber hinaus. Der Name „GECON“ leitet sich aus dem englischen GEological COoperation Network ab. Das Netzwerk ermöglicht eine verstärkte Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch zwischen Institutionen im Bereich der Geologie und trägt zum Schutz von geologisch wertvollen Lokalitäten der Euroregion Neiße bei.
Es soll eine informelle Plattform sein von Institutionen, die das gemeinsame Interesse an der Erforschung, dem Schutz und der Popularisierung des geologischen Naturreichtums des böhmisch-niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiets vereint. Das Projekt richtet sich an Organisationen oder Personen, die ebenfalls am geologischen Reichtum interessiert sind.
Die Bildung bzw. der Ausbau eines geowissenschaftlichen Netzwerkes ist für die Etablierung eines geplanten tri-nationalen Geoparks Neißeland eine Voraussetzung. Die Schaffung der wissenschaftlichen Grundlagen wollen wir in diesem Projekt erarbeiten.
Kooperationspartner im Projekt sind der Geopark Ralsko (link), die Technische Universität Liberec (link) und das Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz.
Melden Sie sich im GECON-Netzwerk unter www.gecon.online an. Wir bieten Ihnen:
Teilnahme an Konferenzen, Exkursionen, Workshops, Sommerschulen.
Austausch von Kontakten, Wissen und Know-how auf dem Gebiet der Geologie
Erhalten Sie unseren vierteljährlichen Newsletter und erfahren Sie mehr über geplante Aktivitäten in der Branche
Veröffentlichen und präsentieren Sie Ihre Projekte und Organisationen
Weitere Informationen und die Anmeldung im GECON-Netzwerk finden Sie unter www.gecon.online. Anmeldung und Teilnahme sind kostenlos!
History of the conference:
The meeting is incorporated in a series of international conferences following from:
(1) Praha 1991 (CZ): Symposium on Central European Alkaline volkanic rocks.
(2) Liblice 1998 (CZ): Final session of IGCP 369, Subproject 2a „Magmatism and rift basin evolution: Peritethyan region“.
(3) Teplá near Třebenice – Ústí nad Labem – Mariánské Lázně 2002 (CZ): HIBSCH 2002 Symposium.
(4) Czocha Castle 2004 (PL): International workchop „BASALTS 2004“.
BASALT 2013
Organizer: Dr. Olaf Tietz, Jörg Buchner, Senckenberg Museum of Natural History Görlitz, Germany.
AIM OF THE CONFERENCE:
This Conference will focus on Cenozoic magmatism in Central Europe dealing with multifarious aspects of igneous systems. A main intention will be the communication between scientists with different scientific approach to Cenozoic magmatism. The scientific program will be subdivided into three major features: (1) physical, mineralogical and chemical characteristics of the magma source and melt generation processes, (2) physical, chemical, mineralogical and textural composition of the lithosphere and its interaction with ascending magmas and fluids as well as the development of the fluids itself and (3) volcanism, eruption styles, crystallisation, alteration, growth and decease of volcano edifices. The meeting should highlight the process-oriented and material aspects of within-plate magmatism in Central Europe and adjacent areas from Spain to Ukraine and from Greece to Great Britain. All disciplines of geosciences ranging from geology and physical volcanology to petrology, mineralogy, geochemistry) and geophysics will be employed. Contributions are invited on the subjects of active magmatic processes, landscape evolution and the impact of volcanoes on society (resources, hazards) as well as the awareness/understanding of the general public towards the science of volcanology through, for example geotourism. In honour of Prof. K.H. Scheumann (1881-1964) special attention will be devoted to the 100th anniversary of his polzenite definition. Contributions on the subject of melilitic rocks in general and new views of the type localities in Northern Bohemia will be welcome.
The particupans of BASALT 2013 on the town hall steps in Görlitz
Vom 24.-28. April trafen sich in Görlitz 131 Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler aus 21 Landern bei einer Tagung zum Thema “Cenozoic Magmatism in Central Europe“. zu den Vorkommen dieser Vulkanite in Nordbahmen. Die anderen Exkursionen besuchten einen Steinbruch bei Lauban in Polen. der fur seine Mantelxenolithe bekannt ist bzw. das Lausitzer Vulkanfeld in Ostsachsen. Organisiert hat die Ta-gung das Senckenberg Museum fur Naturkunde Görlitz, mit Unterstutzung der LANU (Sachsische Landesstiftung Natur und Umwelt) und der IAVCEI (International Association of Volcanology and Chemistry of the Earth’s Interior). Die Geologische Vereinigung stiftete Poster- und Vortragspreise. Auch die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft beteiligte sich wie viele andere Organisationen als Soonsor. Fur 2017 ist die nachste Veranstaltuna zum mitteleurooaischen Vulka-nismus geplant. Sie wird voraussichtlich in Tschechien stattfinden. Kurt Goth (Dresden).
Die geowissenschaftlichen Sammlungen gliedern sich in einen historischen und einen neuzeitlichen Sammlungsbereich.
Der ca. 9000 Objekte umfassende historische Teil aus der Zeit von 1823 bis 1945 ist nach der systematischen Grundgliederung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder hergestellt. Das bot sich an, da dieser Sammlungsteil nahezu unverändert mit den Originalschränken und Originaletiketten und ohne größere Überarbeitungen seit ca. 100 Jahren die Zeit „überstanden“ hat. Sie repräsentiert somit eine „Zeitkapsel“ für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, und damit den Beginn der modernen Geowissenschaften.
Eine Lausitzsammlung (2800 Nummern) und eine Weltsammlung (3000 Nummern) bauen den neuzeitlichen Sammlungsteil auf. Darüber hinaus bestehen separate Spezialsammlungen zu tertiären Pflanzenfossilien, vor allem aus dem Braunkohlentagebau Berzdorf (ca. 3700 Blätter, Früchte, Samen und Hölzer) und eine Geschiebe- und Geröllsammlung aus der Oberlausitz (ca. 2000 Objekte).
Permanenten Zuwachs erhält aktuell eine Vulkanitsammlung, die eine historische Sammlung von Basalten als Vorläufer hat (ca. 450 Objekte). Dazu zählt eine Schwermineralsammlung aus Vulkangesteinen, die ca. 90 Nummern mit einigen tausend Einzelkristallen enthält. Bedeutend ist z.B. eine 1997 angekaufte Schwermineralsammlung von der berühmten Edelsteinfundstelle vom Seufzergründel in der Sächsischen Schweiz mit 13 000 Einzelmineralen, darunter 4700 Zirkonkristalle.
Die Geschichte des Naturkundemuseums in Görlitz und der geowissenschaftlichen Sammlungen ist unmittelbar mit der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz (1823–1945) verbunden. Seit der Gründung der Gesellschaft im Jahre 1823 lassen sich bereits größere geowissenschaftliche Sammlungsteile nachweisen. Wichtige Impulse für die Vermehrung der Sammlungen gaben der Museumsneubau der Naturforschenden Gesellschaft im Jahre 1860 am Marienplatz und die 1938 erfolgte Abtrennung der Magazinsammlung von der eigentlichen Schausammlung, was durch den Erwerb des Humboldthauses möglich wurde.
Vier Phasen prägten die geowissenschaftliche Sammlungstätigkeit am Naturkundemuseum Görlitz bis 1994, die eng an die jeweils wirkenden Kustoden und die politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebunden waren.
In der ersten Phase (1811–1859), die zunächst unter der Ornithologischen Gesellschaft und ab 1823 unter der umbenannten Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz verlief, bildeten die Geowissenschaften neben Wirbeltieren, Vögeln sowie Botanik einen von vier großen Sammlungsbereiche. Für 1827 werden 1300 geowissenschaftliche Objekte verzeichnet, die systematisch und regional geordnet waren.
Die zweite Sammlungsphase (1859–1921) ist durch einen enormen Aufschwung der geowissenschaftlichen Sammlung charakterisiert, der dem Wirken der beiden Kustoden Reinhard Peck (1859–1895) und Hugo von Rabenau (1895–1921) zu verdanken ist. Etwa 80% aller historischen Sammlungseingänge stammen aus dieser Zeit, zahlreiche Sammlungsschränke sowie handgeschriebene Sichtetiketten.
Eine überregional angelegte Sammlungskonzeption und ein hoher Anteil wertvoller Schenkungen durch weltweit vertretene Gesellschaftsmitglieder kennzeichnen diese beiden Sammlungsphasen. Ziel war stets die Dokumentation bedeutender Fundstellen, ohne thematische oder regionale Schwerpunkte zu setzten. Jedoch gab es auch größere regionale Sammlungsteile, wie aus der damaligen Provinz Schlesien (z.B. aus den Sudeten), zu der auch Görlitz zwischen 1815 und 1945 gehörte.
Die dritte Sammlungsphase (1921–1942) war den politisch-wirtschaftlichen Einschränkungen der Weltwirtschaftskrise unterworfen. Infolge der gesellschaftlichen Veränderungen seit 1932 wurden nur noch wenige und vermehrt einheimische Objekte gesammelt.
Zwischen 1945 und 1994 (vierte Sammlungsphase) gab es für die geowissenschaftliche Sammlungstätigkeit äußerst ungünstige Bedingungen, die zur Abgabe großer Teile der Mineralogischen Sammlung an das Staatliche Museum für Mineralogie und Geologie zu Dresden führten. Die verbliebenen ca. 10 000 Objekte umfassenden Sammlungen gerieten zunehmend in einen desolaten Zustand. Neueingänge waren bis auf einige Ausnahmen recht unbedeutend, wurden aber erstmalig inventarisiert und in einen Sammlungskatalog aufgenommen.
Mit der Schaffung und Besetzung einer Konservatorstelle für Geologie am Staatlichen Museum für Naturkunde Görlitz im September 1994 begann eine umfassende Überarbeitung aller geowissenschaftlichen Sammlungsteile und eine systematische Sammlungserweiterung im Zuge laufender Forschungsarbeiten.