Mithilfe fossiler Pollenkörner aus Seesedimenten des Longgang-Vulkanfelds in Nordostchina rekonstruieren Wissenschaftler die Klimaänderungen und deren Auswirkungen auf die Geo- und Biosphäre von der letzten Eiszeit bis heute.
In China prägen indischer und ostasiatischer Sommermonsun in weiten Teilen des Landes den jährlichen Witterungsverlauf. Hervorgerufen wird der Monsun durch jahreszeitliche Temperaturunterschiede zwischen der asiatischen Landmasse und dem Ozean. Damit verbunden ist die Ausbildung entsprechender Hoch- und Tiefdruckgebiete, die wiederum einen halbjährlichen Wechsel der vorherrschenden Windrichtung bedingen. Im Winter strömen kalte trockene Winde aus dem stabilen Kältehoch über Zentralsibirien nach China. Während der Sommermonate werden dagegen mit Feuchtigkeit beladene ozeanische Luftmassen nordwärts transportiert. Im Normalfall sind die Niederschläge, die sie über das bevölkerungsreiche Land bringen, eine verlässliche Größe für Ökosysteme und Wirtschaft. Trotz des regelmäßig wirkenden Antriebsmechanismus sind aber die sommerlichen Regenmengen nicht immer und überall konstant. Ist der Monsun schwach, kommt es regional zu Dürreperioden, fällt er übermäßig stark aus, richten Überschwemmungen Zerstörungen an. Da der Monsun Teil des weltweiten Klimasystems ist, hat seine jeweilige Stärke jedoch nicht nur für die betroffenen Regionen und deren Bevölkerung Bedeutung. Die genaue Kenntnis der Monsundynamik trägt entscheidend dazu bei, Steuerungsmechanismen des globalen Klimageschehens zu verstehen.