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Kontrast

Genetisches Wildtiermonitoring ist eine Methode, um seltenen und heimlich lebenden Arten wie Wolf, Wildkatze oder Biber auf die Schliche zu kommen. An Haaren,  Kot oder anderen Spuren führen Senckenberg-Wissenschaftler genetische Analysen durch, die eine wichtige Grundlage für den effektiven Schutz der Arten schaffen. 

Nichtinvasive Wildtiergenetik – Der „unsichtbare“ Nachweis

Detaillierte Kenntnisse über zeitliche Trends in der Verbreitung und Häufigkeit (Abundanz) einer bedrohten Art bilden eine wichtige Grundlage für das Ergreifen effektiver Schutzmaßnahmen. Besonders seltene und heimliche Arten entziehen sich jedoch oft einer direkten Beobachtung, was ein effektives Monitoring erschwert. Dies trifft auch für große und auffällige Arten, wie Wolf, Luchs und Wildkatze zu, die nach ihrer weitgehenden Ausrottung im 19. Jahrhundert in den letzten Jahren begonnen haben, Teile ihrer verlorenen Verbreitungsareale zurückzuerobern.

Als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, vor allem dem angewandten Naturschutz, werden im Fachgebiet Naturschutzgenetik am Senckenbergstandort Gelnhausen genetische Wildtieranalysen durchgeführt. Da Totfunde von seltenen Arten rar sind, liegt das Hauptaugenmerk auf der Nutzung von nichtinvasiv gesammeltem Probenmaterial, wie Haaren, Kot, Urin, Blut- und Speichelresten. Mittels hochsensitiver genetischer Verfahren, wie Mikrosatellitenanalysen, lassen sich Erkenntnisse zu Artstatus, Hybridisierungsgrad, Geschlecht und Populationszugehörigkeit treffen. Durch die Untersuchung der genetischen Struktur können weiterhin Dispersionsraten und Migrationskorridore ermittelt werden.

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