Bryozoen unter Elektronenmikroskop

Marine Evertebraten III


Bryozoen sind koloniebildende, meistens unscheinbare, mitunter jedoch auch riffbildende Organismen, die hauptsächlich im Meer, in geringerer Vielfalt aber auch in Flüssen und Seen gefunden werden und hier zur Vorlage einer der schönsten Tafeln in Häckels „Kunstformen der Natur“ wurden.

Die Mehrzahl der rund. 6500 lebenden und 15.000 fossilen Arten zeichnet sich durch ein Kalkskelett aus. Die meisten ihrer Wuchsform-Typen expandieren als dünne, meistens nur in Millimetern zu messende Auflage der unterschiedlichsten Hartsubstrate und Sedimente. Es gibt aber auch bäumchen- oder knollenförmige Wuchsformen sowie bewegliche, freilebende Kolonien. Bryozoen- Skelett-Strukturen überliefern mit ihrem Wuchs eine Vielzahl an Informationen über das umgebenden Milieu, welche sie als ideal für Forschungszwecke der Bioindikation (zum Beispiel bei Meeresverschmutzungen) erscheinen lässt.

Die Sektion Marine Evertebraten III ist der Abteilung Marine Zoologie zugeordnet. Die Bryozoen-Sammlung ist eine der größten Sammlungen der Welt und für die Bryozoen der Oberkreide und des Tertiärs sicherlich die weltweit bedeutendste. Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind Taxonomie (vor allem Indopazifik/rezent und Oberkreide/Mitteleuropa, Sammlung Voigt) sowie Biomineralisation von Bryozoen.