Radiologie

Infrastruktur Röntgen (2D und µCT)

µCT Labor Haupthaus Frankfurt

Freistrahlender Tomograf für kleine und mittelgroße Proben (2 bis 10 cm)

Kontakt: Renate.Rabenstein@senckenberg.de / Vertretung: Irina.Ruf@senckenberg.de

Beschreibung: Freistrahlender Tomograf (Fraunhofer-ProConXray-Feinfocus-SGN; Um- und Ausbau 2011-2017) in einer Bleikammer mit externer Bedienung für kleine und mittelgroße Proben bis 10 cm (max. Auflösung 5 µm).

Die hochauflösende Computertomografie (µCT) wird eingesetzt, um zerstörungsfrei innere Strukturen von fossilen und rezenten Pflanzen und Tieren untersuchen zu können. Der Kontrast von Weichteilen kann durch eine Färbung mit Jod angehoben werden, so dass auch z.B. das Nervensystem sichtbar gemacht werden kann (s. Projekt von Dr. Racicot). Die resultierenden µCT-Bilder können für die virtuelle 3D-Rekonstruktion des Untersuchungsobjektes oder ausgewählte Strukturen genutzt werden. Damit können evolutive, vergleichend-anatomische und systematische sowie funktionsmorphologische Fragestellungen bearbeitet werden. Derzeit liegt der Untersuchungsschwerpunkt bei Säugetieren und Reptilien.

Beispiele für Forschungsprojekte:
  • Messelforschung Frankfurt (CT-AG I: Dr. Rabenstein, Dr. Smith)
  • Mammalogie Frankfurt (CT-AG II: PD Dr. Ruf, Dr. Racicot)
  • Projekt von Dr. Racicot (Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung, Mammalogie Frankfurt) zur Evolution und Entwicklung der Sinnesorgane bei rezenten und fossilen Walen und Delfinen.
  • Paläoanthropologie Frankfurt (zusammen mit CT-AG II)
  • Ornithologie Frankfurt (zusammen mit CT-AG I)
  • Herpetologie Frankfurt (zusammen mit CT-AG I)
  • Kooperationen fossile Fledermausprojekte mit Belgien und den USA (Dr. Rabenstein)
  • Kooperationen rezente Fledermausprojekte mit den Universitäten Potsdam und Ulm (Dr. Rabenstein)

2D Röntgenlabor Haupthaus Frankfurt

Vollschutzgerät (hp-Faxitron) für kleine und mittelgroße Proben (2 bis 20 cm)

Kontakt: Renate.Rabenstein@senckenberg.de

Beschreibung: Vollschutzgerät für die Untersuchung von fossilen und rezenten Wirbeltieren und rezenten Pflanzen. Optimierung der Hard- und Software auf bis zu 7 µm Auflösung im DFG-Projekt (Digitalisierungsstandards zur Massenerfassung von Blattnervaturmerkmalen aus Herbarsammlungen mittels Mikroradiographie) aus DFG-Mitteln in Zusammenarbeit mit DÜRR NDT.

Beispiele für Forschungsprojekte:

  • Messelforschung (Dr. Rabenstein: Messel Fossilien, vor allem Fledermäuse)
  • Botanik (abgeschlossenes DFG-Projekt von Radiologie, Botanik Frankfurt, Botanik Görlitz)
  • MPI-Mainz (AG Prof. Gerald H. Haug, Climate Geochemistry Department; Übersichtsaufnahmen rezenter Korallen; Kooperation mit Dr. Rabenstein)
  • University of the Ryukyus, Japan, Ichthyologie (Kooperation mit Dr. Rabenstein)
  • Ichthyologie Frankfurt
  • Herpetologie Frankfurt

2D Röntgenlabor Außenstelle Messel

Siemens Nanodor 2 (Freistrahler) in einer Bleikammer mit externer Bedienung zum Röntgen unpräparierter Messeler Wirbeltierfossilien (keine externe Nutzung)

Kontakt: Renate.Rabenstein@senckenberg.de

In der Außenstelle Messel wurde bereits 1986 ein Röntgenlabor zum Durchleuchten von Fossilien eingerichtet. Neben der analogen Dokumentation auf hochauflösendem Materialprüffilm entstanden ab 1990 dank der Spenden der Siemens AG, der Werner v. Siemens-Stiftung und der Firma Du Pont bereits digitale Röntgenbilder. Das medizinische Röntgengerät Nanodor 2 lieferte in Verbindung mit Bildverstärker, Fernsehkette, Sichtgerät und Steuereinheit schon vor der Präparation zerstörungsfreie Einblicke in bis zu 20 cm dicke Gesteinsplatten („Ölschiefer“). Ein highlight der ersten Stunde war der Fund eines der größten Messeler Säugetiere, dem über einen Meter langen Kopidodon macrognathus. Von ihm war anhand der Röntgenbilder seine exakte Lage im Gestein bekannt, und dadurch konnte erstmals die buschige Schwanzbehaarung erkannt und komplett freigelegt werden (Habersetzer & Schaal 1990).

Bei einem anderen Säugerfund des Jahres 2013 war nur ein Teil des Kopfes aufgespalten. Die Röntgenbilder zeigten, dass das komplette Skelett des ca. 30 cm langen Tieres überliefert ist.

Ein anderes Beispiel zeigt die historische Aufnahme (links). Auf den Monitoren sieht man die noch im Gestein verborgenen Fledermausfossilien, die so für die Präparation gesichtet werden konnten. Analoge Röntgenbilder konnten bei Bedarf auf hochauflösenden NDT-Film entwickelt werden (Nasschemie).

Röntgenlabor aktuell Radiologie
Aktuelle Aufnahmen: Seit 2013/2014 werden die latenten Röntgenbilder der Fossilien, die auf den digitalen Speicherfolien entstehen, mit dem transportablen DELL-Laserscanner entwickelt.