Ornithologie: Forschung


Der Forschungsschwerpunkt der Sektion Ornithologie liegt auf der frühen Evolution und Großgruppensystematik der Vögel.

Mitarbeiter der Sektion haben in den letzten 15 Jahren über 90 neue fossile Vogelarten beschrieben, die zu unterschiedlichsten Zeiten während des Paläogens, d.h. in der Zeit vor 65-25 Millionen Jahren, lebten. Diese Fossilien stammen von verschiedenen Fundstellen aus aller Welt und unterscheiden sich oft beträchtlich von heute lebenden Vögeln.

Einige zeigen ein Mosaik an Merkmalen, sodass sie als „missing link“ etwas über die Verwandtschaftsbeziehungen heutiger Vogelgruppen verraten. Schließlich wurden auch Fossilien entdeckt, die deutlich Verwandtschaftsbeziehungen zu modernen Vogelgruppen wie den neuweltlichen Kolibris (Trochilidae) oder Tagschläfern (Nyctibiidae) zeigen, aber weit außerhalb deren heutiger Verbreitungsgebiete gefunden wurden.

Es werden aber nicht nur fossile Vögel untersucht, sondern auch die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen modernen Vogelgruppen (Großgruppensystematik). Neue und inzwischen allgemein anerkannte Forschungsergebnisse betreffen die Einordnung der Flamingos (Phoenicopteridae) und der Höhlenschwalme (Aegothelidae) in das System der Vögel. Flamingos lassen sich als nächste Verwandte der Lappentaucher (Podicipedidae) begründen (Mayr 2004). Höhlenschwalme sind die nächsten lebenden Verwandten der Segler und Kolibris (Mayr 2002).

Die Forschungsarbeiten der Sektion Ornithologie sind dem Senckenberg Tätigkeitsbereich Biodiversität und Systematik zugeordnet.