Mesofauna

Forschung


Forschungsschwerpunkte der Sektion Mesofauna

Metagemeinschaftsdynamiken in Auenlandschaften

In mehreren Forschungsprojekten untersucht die Sektion Mesofauna seit Mitte der 90er Jahre, die durch Hochwasserereignisse ausgelösten Gemeinschaftsdynamiken von Bodenarthropoden in Auenhabitaten sowie die Mechanismen, die diesen Gemeinschaften trotz regelmäßigen Überflutungen Stabilität verleihen. Intakte Auenhabitate sind durch regelmäßige aber natürliche Störungen aufgrund von Überflutungen sowie durch eine hohe Habitatsheterogenität charakterisiert. Bodentiere müssen mit beiden Aspekten zurechtkommen, um stabile Gemeinschaften aufrecht halten zu können. Die Forschung konnte bisher eine Vielzahl verschiedener Artengruppen unterschiedlicher ökologischer Ansprüche in Auen identifizieren. Obwohl sich die genaue Identität der einzelnen Arten dieser Gruppen von Standort zu Standort unterscheidet, bleiben die vorkommenden ökologischen Gruppen zwischen den Regionen relativ konstant. Durch das Zusammenspiel ständiger Species Sorting dieser Gruppen, aufgrund der sich regelmäßig verändernden Umweltbedingungen und der ausgeprägten Metagemeinschaftsdynamiken innerhalb der heterogenen Landschaft, werden unterschiedliche Artenkomplexe je nach vorherrschenden hydrologischen Bedingungen dominant, was der gesamten Gemeinschaft Stabilität über längere Zeiträume verleiht.

Anthropogener Einfluss auf antarktische Bodengemeinschaften

Antarktische Bodenhabitate sind durch ihre Einfachheit aber auch Empfindlichkeit gekennzeichnet. Weiterhin existieren besonders im antarktischen Sommer sehr viele Mikrohabitate auf sehr kleinen räumlichen Ebenen, die sehr diverse Lebensräume und somit eine relativ hohe Artenvielfalt auf der Landschaftsebene ermöglichen. Bodenorganismen solcher Habitate sind gut untersucht und es ist bekannt, dass ihre ökologischen Anpassungen an die extremen antarktischen Bedingungen sich über geologische Zeiträume etabliert haben. Insbesondere die Antarktische Halbinsel wird jährlich von etlichen Tausenden von Touristen besucht, die diese empfindlichen Lebensgemeinschaften leicht stören können. In einem vom UBA geförderten Vorhaben wird die Gefahr einer Einschleppung fremder Arten in antarktische Habitate, aber auch eine potentielle Störung bestehender antarktischer Bodengemeinschaften durch die Aktivitäten von Touristen untersucht. Insbesondere ist die Gefahr einer Verschleppung von Bodenarten zwischen Standorten innerhalb der Antarktis oder zwischen Mikrohabitaten innerhalb einzelner Standorte, und somit eine Reduzierung der Diversität antarktischer Habitate auf der Landschaftsebene,  im Fokus der Studien.

Bodenzoologische taxonomisch-ökologische Datenbank

m von BMBF geförderten Vorhaben „„edaphobase““ werden taxonomische, zoogeographische und ökologische Informationen einer Vielzahl bodenzoologischer Taxa erfasst und in Beziehung zueinander gebracht. Datenbanken und Sammlungsdaten zu Bodentieren erfassen bislang überwiegend regionale Sammlungsbestände. Ihre Verknüpfung mit Zusatzinformationen in komplexen überregionalen Informationssystemen ist noch nicht erfolgt. Im Vorhaben werden sammlungs- und projektbezogene Daten verschiedener Forschungseinrichtungen in Deutschland sowie die in der Literatur weit verstreuten Informationen aus Deutschland zu Lebensraumansprüchen und Verbreitung zusammengeführt und miteinander verknüpft. Recherchetools zur Nutzung und Auswertung der Daten für komplexere ökologische und biogeographische Fragestellungen werden geschaffen. Dabei werden die Datengrundlagen für die Entwicklung von Prognosetools zu Veränderungen von Boden-Biozönosen aufgrund von z. B. Landnutzungs- und Klimawandel erstellt start edaphobase .