Pressemeldung 11-03-26
Algorithmen für die Artenvielfalt? KI zwischen Innovation und Verantwortung
Abendvortrag des Fördervereins Senckenberg am 19. März mit Dr. Frauke Fischer im Rahmen der Reihe „Denken und Lernen im gesellschaftlichen Kontext – Vom Wissen zum Handeln“
Künstliche Intelligenz (KI) gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts – doch welchen Beitrag kann sie zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten? Und welche ökologischen Zielkonflikte entstehen durch ihren Einsatz? Am Donnerstag, den 19. März 2026, spricht die Biologin und Autorin Dr. Frauke Fischer in ihrem Abendvortrag über Chancen und Herausforderungen einer techno-ökologischen Zukunft. Sie zeigt, wie man mit einer klugen und verantwortungsvollen Nutzung von Künstlicher Intelligenz Biodiversität schützen kann, und diskutiert zugleich Risiken, Nutzungskonflikte und systemische Nebenwirkungen. Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe des Fördervereins Senckenberg „Denken und Lernen im gesellschaftlichen Kontext – Vom Wissen zum Handeln“.
Angesichts des fortschreitenden Biodiversitätsverlustes und der sich verschärfenden Klimakrise rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie technologische Innovation und ökologische Verantwortung systematisch miteinander verzahnt werden können. Digitale Werkzeuge und KI-gestützte Anwendungen eröffnen neue Möglichkeiten, komplexe ökologische Zusammenhänge in Echtzeit zu erfassen, Artenvorkommen präziser zu kartieren oder Veränderungen in Ökosystemen frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig verändern sie Entscheidungsprozesse im Naturschutz, in der Flächenplanung und im unternehmerischen Nachhaltigkeitsmanagement grundlegend.
Der Vortrag von Dr. Frauke Fischer beleuchtet, welche Rolle datenbasierte Systeme im Biodiversitätsmonitoring, in der Analyse von Ökosystemleistungen und im nachhaltigen Ressourcenmanagement spielen können. Zugleich wird diskutiert, wo die ökologischen und sozialen Kosten dieser Technologien liegen: vom Energie- und Ressourcenverbrauch digitaler Infrastrukturen über Rebound-Effekte bis hin zu Fragen globaler Gerechtigkeit und Rohstoffabhängigkeiten. Grundlage des Vortrags ist das Buch „Kann KI die Natur retten?“, dass Fischer gemeinsam mit Hilke Oberhansberg verfasst hat.
Vortrag: „Kann Künstliche Intelligenz die Natur retten?“
Datum: Donnerstag, 19. März 2026, 19 Uhr (Einlass: 18:30 Uhr)
Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur-von-Weinberg-Haus (Grüner Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt)
Der Vortrag ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter info@foerderverein.senckenberg.de ist erforderlich. Im Anschluss an den Vortrag sind die Gäste zu einer offenen Diskussionsrunde und einem Get-together eingeladen, das Raum für Austausch und vertiefende Gespräche bietet.
Dr. Frauke Fischer ist eine deutsche Biologin und Buchautorin mit Schwerpunkt Biodiversität, Naturschutz und Nachhaltigkeit. Sie promovierte an der Universität Würzburg und ist in Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation aktiv. 2003 gründete sie die Beratungsagentur „auf!“, die Unternehmen bei der Integration von Natur- und Klimaschutz unterstützt. Fischer hat über 80 wissenschaftliche Publikationen verfasst und mehrere populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht, darunter „Was hat die Mücke je für uns getan?“ und „Wal macht Wetter“, in denen sie biologische Zusammenhänge verständlich vermittelt.