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Kontrast

Pressemeldung 11-05-26

Natur als Vorbild: Biomimetik, Biomimikry und die Zukunft nachhaltiger Gestaltung

Abendvortrag des Fördervereins Senckenberg am 19. Mai mit Dr. Johannes Hätscher im Rahmen der Reihe „Denken und Lernen im gesellschaftlichen Kontext – Vom Wissen zum Handeln“

Von der Entwicklung des Flugzeugs über die Nutzung von Elektrizität bis hin zur Künstlichen Intelligenz – immer wieder wurden biologische Prinzipien analysiert und in technische Anwendungen übertragen. Am Dienstag, den 19. März 2026, spricht der Soziologe und Philosoph Dr. Johannes Hätscher in einem Abendvortrag des Fördervereins Senckenberg über Biomimetik, Biomimikry und Klinische Konstruktion.

Spätestens seit der Renaissance dient die Natur als Inspirationsquelle für technische Innovationen, die die Welt nachhaltig geprägt haben. Doch reicht es aus, einzelne Wirkprinzipien aus der Natur zu übernehmen, um den komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen?

Senckenberg-Wissenschaftler Dr. Johannes Hätscher widmet sich in seinem Abendvortrag genau dieser Frage. Er erweitert den Blick von der klassischen Biomimetik hin zur Biomimikry, die nicht nur einzelne Funktionen, sondern ganze ökologische Zusammenhänge in den Fokus rückt. Während natürliche Systeme wie Korallenriffe stabile und resiliente Lebensräume für unzählige Arten schaffen, tragen viele menschengemachte Strukturen zur Klimakrise und zum Verlust der Biodiversität bei. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und wie sich komplexe menschliche Systeme – etwa Städte oder industrielle Produktionsweisen – nach dem Vorbild natürlicher Ökosysteme nachhaltiger gestalten lassen.

Hätscher beleuchtet die theoretischen Grundlagen und praktischen Potenziale beider Ansätze und diskutiert deren jeweilige Stärken und Grenzen. Darüber hinaus stellt er mit der sogenannten Klinischen Konstruktion eine dritte Perspektive vor, die die Zusammenarbeit von Biolog*innen und Ingenieur*innen nicht nur technisch, sondern auch aus sozialphilosophischer Sicht neu denkt. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie eine ökologisch motivierte Gestaltungspraxis aussehen kann, die sowohl wissenschaftliche als auch gesellschaftliche Dimensionen integriert.

Vortrag: „Biomimetik, Biomimikry und Klinische Konstruktion“

Datum: Dienstag, 19. Mai 2026, 19 Uhr (Einlass: 18:30 Uhr)

Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur-von-Weinberg-Haus (Grüner Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt)

Der Vortrag ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter info@foerderverein.senckenberg.de ist erforderlich.

Im Anschluss an den Vortrag sind die Gäste zu einer offenen Diskussionsrunde und einem Get-together eingeladen, das Raum für Austausch und vertiefende Gespräche bietet.

Dr. Johannes Hätscher studierte Soziologie, Psychologie, Philosophie und Elektrotechnik in Frankfurt am Main und Berlin und wurde als klinischer Sozialpsychologe im Bereich der Neurorehabilitation promoviert. Nach beruflichen Stationen in der Medizinethik, Stiftungsarbeit, dem Konferenzgeschäft sowie der Industrieanalyse erforscht er aktuell das biomimetische Transferpotenzial bei Senckenberg.

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