Pressemeldung 02-06-26
„Bauen mit Baum und Zeit – Baubotanik als Zukunftsmodell“
Vortrag der Reihe „Stadtnatur kann’s! Gemeinsam lebenswerte und zukunftsfähige Städte gestalten“ am 10. Juni im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Bäume gehören zu den größten individuell wachsenden „Konstruktionen“ der Erde. Ihr Holz nutzt der Mensch seit Urzeiten als Baumaterial, doch lebende Bäume werden weltweit nur in wenigen Kulturen gezielt in Bauwerke, wie Brücken, integriert. Gerade im Kontext des nachhaltigen Bauens eröffnet dieser Ansatz jedoch weitreichende Möglichkeiten. Die Baubotanik erforscht und erprobt dies. Der nächste Vortrag der Senckenberg-Reihe „Stadtnatur kann’s! Gemeinsam lebenswerte und zukunftsfähige Städte gestalten“ beleuchtet, ob und wie es möglich ist, mit Pflanzen Gebäude zu verändern oder sogar entstehen zu lassen.
Vortrag: „Bauen mit Baum und Zeit – Baubotanik als Zukunftsmodell“
Referent: Prof. Dr. Ferdinand Ludwig (TU München)
Datum: Mittwoch, 10. Juni, 19:30 Uhr
Immer mehr neu errichtete Gebäude werden zumindest teilweise begrünt. Die Baubotanik geht darüber hinaus: Sie verbindet Architektur, Ingenieurwesen und Pflanzenwachstum zu einer neuen Form grüner Architektur. Statt Bauwerke nachträglich zu begrünen, integrieren sie Bäume von Beginn an als strukturelle und gestaltende Elemente in den Entwurf. So werden deren räumlichen, ästhetischen, ökologischen und konstruktiven Potentiale in Architektur, Stadtentwicklung und Freiraumplanung neu genutzt.
Der Vortrag stellt das Konzept der Baubotanik vor und zeigt anhand realisierter Projekte, wie Bäume und technische Strukturen zusammenwachsen und sich über Jahre entwickeln. Dabei entstehen lebende Bauwerke, die das lokale Klima verbessern, Biodiversität fördern und neue ästhetische Qualitäten schaffen. Thematisiert werden sowohl die gestalterischen Möglichkeiten als auch die technischen, rechtlichen und zeitlichen Herausforderungen dieses Ansatzes. Der Vortrag lädt dazu ein, Stadtentwicklung langfristig zu denken und Wachstum als integralen Bestandteil des Bauens zu begreifen.
Der Architekt Ferdinand Ludwig erforscht architektonische Konzepte, bei denen Pflanzen eine zentrale Rolle spielen. Diesen botanisch-konstruktiven Ansatz setzt er in einem Planungsbüro auf architektonischer, stadtplanerischer und landschaftsarchitektonischer Ebene in die Praxis um.
Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur von Weinberg-Haus, Grüner Hörsaal, Robert-Mayer-Str. 2, 60325 Frankfurt, sowie online.
Die Vortragsreihe „Stadtnatur kann’s!“ lädt dazu ein, urbane Natur neu zu denken und zeigt, wie vielfältig, überraschend und innovativ sie heute gestaltet wird. Vom winzigen Grün in Asphaltrissen zwischen Hochhäusern über Tiny Forests, essbare Städte und insektenfreundliche Grünflächen bis hin zu Schwammstadt-Konzepten und Bauen mit Bäumen – Expert*innen aus Forschung und Praxis geben Einblicke in Strategien, neue Herangehensweisen und mutige Zukunftsbilder. Themen wie Gebäudegrün, soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Wildtiere in der Stadt und biodiversitätsfördernde Gestaltung erweitern den Blick auf urbane Lebensräume. Die Reihe zeigt: Stadtnatur ist mehr als nur Grün – sie ist Klimaanpassung, Oase für eine Vielfalt an Lebewesen, Gestaltungsspielraum, gesellschaftlicher Lernort und ein entscheidender Faktor für unsere Lebensqualität, jetzt und in Zukunft.
Die Reihe findet in Kooperation mit der Frankfurt University of Applied Sciences statt, im Rahmen des gemeinsamen World Design Capital-Projektes „HumanNature“.
Ein weiterer Kooperationspartner der Reihe ist das Umweltforum Rhein-Main, Medienpartner der Vortragsreihe sind hrINFO und die Frankfurter Rundschau.
Alle Informationen zu den Vorträgen, Referent*innen und Themen sowie zur Online-Teilnahmemöglichkeit via Zoom finden sich hier: www.senckenberg.de/reihe-stadtnatur
Bild: Der Weidendom in Rostock, erbaut zur IGA 2003. Copyright: Nightflyer – Eigenes Werk, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=81466262