Pressemeldung 16-09-25
Senckenberger erhält höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft
Abraham-Gottlob-Werner-Medaille geht an Geowissenschaftler Prof. Dr. Andreas Mulch
Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und Professor an der Goethe-Universität Frankfurt, wird heute im Rahmen der Geo4Göttingen 2025-Tagung mit der Abraham-Gottlob-Werner-Medaille geehrt. Der Geowissenschaftler erhält die höchste Auszeichnung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft für seine wegweisende Forschung zu den Wechselwirkungen von Klima, Gebirgsbildung und Biodiversität.
Seit ihrer ersten Verleihung im Jahr 1951 gehört die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille zu den höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft. Benannt nach Abraham Gottlob Werner, einem der Begründer von Mineralogie und Geologie, wird sie jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Die Medaille in Silber ehrt sowohl wissenschaftliche Exzellenz als auch besonderes Engagement für die Fachgemeinschaft.
Träger der diesjährigen Medaille ist Prof. Dr. Andreas Mulch. Seit 2015 ist er Direktor des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt, bereits seit 2013 verantwortet er zudem das Forschungsprogramm der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Direktorium Senckenbergs. Parallel dazu hat er seit 2010 eine Professur an der Goethe-Universität Frankfurt inne. Internationale Lehr- und Forschungserfahrungen sammelte er unter anderem als Cox Visiting-Professor an der School of Earth Sciences der Stanford University sowie zuvor als Research Associate an der Stanford University und an der University of Minnesota. Vor seinem Wechsel nach Frankfurt war er von 2007 bis 2010 Direktor des Instituts für Geologie der Leibniz Universität Hannover, wo er bereits seit 2006 eine Professur innehatte. Mulchs wissenschaftlicher Werdegang begann mit dem Studium der Geologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, gefolgt von einer Promotion in Mineralogie/Geochemie an der Université de Lausanne in der Schweiz.
Seine Arbeitsgruppe untersucht mit modernsten geochemischen Methoden die Zusammenhänge von Klima, Gebirgsbildung und Artenvielfalt. Hierbei kommen unter anderem neuartige Anwendungen der „clumped isotope thermometry“ und molekulare Biomarker-Analysen zum Einsatz. Diese Methoden ermöglichen es, Temperatur- und Niederschlagsveränderungen im Laufe der Erdgeschichte zu rekonstruieren – basierend auf geologischen Archiven wie Paläoböden, fossilen Zähnen oder Mineralen der Erdkruste.
Aus den gewonnenen Daten lassen sich Veränderungen der Höhenentwicklung von Gebirgsketten über die Zeit hinweg ableiten, ebenso wie deren Rolle für den kontinentalen Feuchtigkeitstransport und globale Klimaveränderungen. Zudem liefern die Ergebnisse wichtige Grundlagen für das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen biotischen und abiotischen Faktoren bei Artbildung und Evolution in hochdiversen Gebirgsregionen wie den Anden oder dem Himalaya.
„Andreas Mulch hat sich durch herausragende wissenschaftliche Arbeiten international einen Namen gemacht und zugleich über viele Jahre hinweg die strategische Entwicklung von Senckenberg maßgeblich geprägt. Mit der erfolgreichen Mitgestaltung des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, der Entwicklung zentraler Forschungsstrategien und seiner Leitung des Frankfurter Instituts hat er Senckenberg sowohl wissenschaftlich als auch strukturell nachhaltig gestärkt. Ich freue mich sehr über die verdiente Auszeichnung“, gratuliert Prof. Dr. Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.
Die Verleihung an Andreas Mulch erfolgt im Rahmen der „Geo4Göttingen 2025“, einer Tagung, die vom 14. bis 18. September 2025 an der Universität Göttingen stattfindet – in Zusammenarbeit mit vier führenden wissenschaftlichen Gesellschaften: der Deutschen Geologischen Gesellschaft (DGGV), der Deutschen Gesellschaft für Geomorphologie (DGGM), der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft (DMG) sowie der Paläontologischen Gesellschaft (PalGes).