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Tag des Vogels


Am 05. Januar war Tag des Vogels! Der jährlich stattfindende Aktionstag wurde 2003 ins Leben gerufen und soll auf den Fang und Handel von bedrohten Wildvogelarten sowie die generelle Rolle des Vogels für unser Ökosystem aufmerksam machen. Institutsdirektorin des Biodiversität und Klima Forschungszentrums und Direktoriumsmitglied Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese spricht über den Vogel in Deutschland, das Vogelsterben und welch wichtigen Beitrag verschiedene Vogelarten für unsere Umwelt leisten. 

 

 

Welche Rolle spielen Vögel in unseren Ökosystemen?

Vögel vernetzen Lebensräume, Ressourcen und biologische Prozesse. Sie tragen außerdem zu sogenannten Ökosystemleistungen bei – als natürliche Feinde von Schädlingen, Bestäuber von Früchten, Samentransporteure oder „Müllpolizei“. Ökosysteme hängen gesundheitlich von den Arten ab, die diese besiedeln und durch ihre biologischen Funktionen verschiedene notwendige Beiträge leisten. Untersuchungen zeigen außerdem, das die Anwesenheit von Vögeln in städtischen Parkanlagen auch zum menschlichen Wohlbefinden beitragen. 

Welcher Vogel interagiert besonders stark mit seiner Umwelt?

Wie eng verwoben Vögel mit Ökosystemen sind, sieht man beispielsweise am Tannenhäher. Er ist ausschlaggebend für die Fortpflanzung der Zirbelkiefer. Deren Samen stecken in einem Zapfen, der sich – anders als bei den meisten anderen Nadelbäumen – nicht von selbst öffnet. Glücklicherweise hat ihr die Natur den Tannenhäher zur Seite gestellt. Der Vogel ernährt sich fast ausschließlich von Zirbelkiefersamen und zieht sogar seine Jungen damit auf. Mit seinem Schnabel hackt er die Zapfen auf, um an die Samen zu gelangen. Rund 100.000 Zirbelkiefersamen sammelt der getüpfelte Häher im Herbst, vergräbt die Samen für den Winter im Boden und trägt somit zur Ausbreitung der Pflanze bei. 

 

Wie geht es den Vögeln?

Die verschiedenen Arten stehen nicht nur durch den Landnutzungswandel, sondern auch durch die Intensivierung der Landnutzung und den Klimawandel immens unter Druck. Das Insektensterben und Veränderungen in der Landschaft bedrohen ihren Lebensraum sowie ihre Lebensgrundlage. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht oder zeigen erhebliche Bestandrückgänge und schrumpfende Verbreitungsgebiete auf. Allein in Europa sind in den letzten 24 Jahren die Bestände der Vögel auf beispielsweise Äckern und Wiesen um mehr als 30 Prozent gesunken. 

Welcher Vogel ist denn besonders bedroht?

Der Große Brachvogel beispielsweise wird in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht geführt. Seit den 1950er Jahren gibt es in weiten Teilen Mitteleuropas erhebliche Bestandsrückgänge, nachdem Mähwiesen und Weiden intensiver genutzt werden. Er gilt zudem als eine der Arten, die vom Klimawandel besonders betroffen sein wird. Eine Studie, die zukünftige Verbreitungsentwicklung von europäischen Brutvögeln auf Basis von Klimamodellen untersuchte, geht davon aus, dass das Verbreitungsgebiet des Großen Brachvogels bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um mehr als vierzig Prozent schrumpfen und sich weiter nach Norden verschieben wird.

Was können wir gegen das Vogelsterben tun?

  • Strukturvielfalt der Landschaft erhalten
  • Stärkung der Agrar-, Umwelt- und Klimaprogramme
  • spezifische Schutzziele für Arten und Biotope schaffen
  • EU Förderung für Gemeinwohlleistungen für Landwirte