Sammlungen an den Standorten

Sammlungen in Frankfurt

Sektion Sektionsleiter*in
Arachnologie Dr. Peter Jäger
Crustaceen Prof. Dr. Angelika Brandt
Entomologie I Dr. D. Kovac
Entomologie II Dr. W. Nässig
Entomologie III  PD Dr. Steffen U. Pauls
Herpetologie Dr. G. Köhler
Ichthyologie Dr. Friedhelm Krupp
Fluss- und Auenökologie Prof. Dr. P. Haase
Marine Evertebraten I Dr. D. Janussen
Marine Evertebraten II Dr. D. Fiege
Marine Evertebraten III Dr. J. Scholz
Malakologie Dr. R. Janssen
Mammalogie Dr. I. Ruf
Ornithologie Dr. G. Mayr
Paläoontologische /Geologische Sammlungen Sektionsleiter*in
Bernstein Dr. Mónica Solórzano Kraemer
Historische Geologie und Fazieskunde Dr. P. Königshof
Messel Dr. S. Schaal
Meteoritenforschung Dr. J. Zipfel
Mikropaläontologie Dr. V. Wilde
Paläanthropologie Prof. Dr. F. Schrenk
Palynologie und Mikrovertebraten des Paläozoikums Dr. R. Brocke
Paläozoologie II Dr. E. Schindler
Paläozoologie III Dr. U. Jansen
Quartäre Großsäugetiere Prof. Dr. R.-D. Kahlke
Quartäre Kleinsäugetiere Dr. L.C. Maul
Quartäre Makrobotanik Dr. F. Kienast
Quartäre Palynologie Dr. M. Stebich

Sammlungen in Dresden

Geologisch-mineralogische Sammlungen Dresden

Das Museum für Mineralogie und Geologie in Dresden ist eines der bedeutenden geowissenschaftlichen Forschungsmuseen in Deutschland. Die Sammlungen umfassen über 400.000 Minerale, Fossilien und Gesteine. Mit einer Ersterwähnung von Sammlungsobjekten aus dem Jahre 1587 ist die Einrichtung eine der ältesten geowissenschaftlichen Institutionen der Welt und blickt auf eine bewegte Museumsgeschichte zurück. Die Sammlungen beinhalten zahlreiche Typen (Erstbeschreibungen) und Originale (erforschte Stücke) an Fossilien und Mineralen und Gesteinen.

Bedeutende Spezialsammlungen sind die mineralogischen Sammlungen Sachsen sowie „Richard Baldauf“, die Meteoritensammlung, die Sammlung der Fossilien der Sächsischen Kreide mit zahlreichen Originalen von Hanns Bruno Geinitz, die Fossilsammlung „Solnhofener Plattenkalk“, die Sammlung der Pflanzenfossilien des Tertiärs sowie die Sammlung der Bau- und Dekorationsgesteine.

Das Museum für Mineralogie und Geologie kann auf zahlreiche Kostbarkeiten und Unikate verweisen. Stellvertretend seien hier wertvolle Silberstufen dem historischen Silberbergbau im Erzgebirge (z.B. ein Beleg des „Silberenen Tischs“ von 1477 aus Schneeberg, das „Silbere Kreuz“ aus dem Jahre 1623), eine über 6 m lange Blitzröhre aus der Lausitz, der Meteorit von Nenntmannsdorf bei Pirna, das unikate Pflanzenfossil „Raumeria“ (Cycadeoidea reichenbachiana), das Gelege eines Entenschnabelsauriers mit 21 Eiern, die Austernkolonie Rastellum carinatum LAMARCK aus Dresden-Plauen, den Holotyp des jurassischen Meereskrokodils Stenosaurus bollensis, ein Fischsaurier-Weibchen mit Embryo (Stenopterygius quadriscissus) und Seesternabdrücke (Stellaster schulzei) aus der Oberkreide-Sandsteinen des Elbsandsteingebirges genannt. Das Typmaterial der Erstbeschreibung der inzwischen weltweit benutzten Termini „Stromatolith“ und „Ooid“ durch Ernst Kalkowsky befindet sich in den Sammlungen des Museums.

Geologisch-mineralogische Sammlungen Dresden Sektionsleiter
Geochronologie  Prof. Dr. Ulf Linnemann
Mineralogie  Prof. Dr. Klaus Thalheim
Petrographie  Prof. Dr. Jan-Michael Lange
Paläozoologie  PD Dr. Markus Wilmsen
Paläobotanik  Dr. Lutz Kunzmann

Zoologische Sammlungen Dresden

Das Museum für Tierkunde Dresden ist mit mehr als 6 Millionen Tierpräparaten eine der rund 10 großen zoologischen Sammlungen Deutschlands. Die Dresdener Sammlungen decken den gesamten Globus ab und sind nicht zuletzt durch ihren großen Typenreichtum international bedeutend. Allein die 2 Millionen Exemplare umfassende Käfersammlung weist zu rund 13.500 Taxa (Arten und Unterarten) die namentragenden Typusexemplare (Holo-, Lecto- oder Syntypen) auf, die quasi die „Urmeter“ der jeweiligen Taxa darstellen. Neben bedeutenden weltweiten Sammlungen sind besonders die reichen Bestände an ausgerotteten Wirbeltierarten hervorzuheben, darunter zum Beispiel ein Skelett der Stellerschen Seekuh (Hydrodamalis gigas). Bemerkenswert sind ferner die Vogel- und Rüsselkäfersammlungen. In der ca. 91.000 Präparate umfassenden ornithologischen Sammlung sind etwa 60% der etwa 9000 weltweit vorkommenden Vogelarten vertreten. Die Rüsselkäfersammlung deckt rund 20.000 der global 65.000 Rüsselkäferarten ab. Neben klassischen zoologischen Sammlungen mit Alkohol- und Trocken-Präparaten existiert eine laufend wachsende, umfangreiche Gewebe- und Blutprobensammlung für molekulargenetische Untersuchungen mit mehr als 20.000 Proben.

Zoologische Sammlungen Dresden Sektionsleiter*in
Mammalogie Dr. Clara Stefen
Ichthyologie derzeit unbesetzt
Herpetologie Dr. Raffael Ernst
Ornithologie Dr. Martin Päckert
Malakologie Dr. Katrin Schniebs
Coleoptera Dr. Klaus-Dieter Klass
Diptera Uwe Kallweit
Lepidoptera Dr. Matthias Nuss
Niedere Evertebrata Andreas Weck-Heimann
Hemiptera-Polyneoptera Dr. Christian Schmidt

Sammlungen in Görlitz

Das Naturkundemuseum verfügt über umfangreiche wissenschaftliche Sammlungen mit insgesamt über 6 Millionen Objekten aus den Bereichen Zoologie, Bodenzoologie, Entomologie, Botanik, Paläontologie und Geologie. Diese Sammlungen stellen ein Archiv der belebten und unbelebten Natur dar und dokumentieren die Entwicklung der Organismen in Raum und Zeit. Sie dienen Wissenschaftlern weltweit z.B. für taxonomisch-systematische, morphologische, ökologische, naturschutzfachliche oder molekularbiologische Forschungsarbeiten. Alle Sammlungsbereiche weisen einen hohen digitalen Erfassungsgrad auf und werden kontinuierlich und gezielt erweitert.

Bodenzoologische Sammlungen   Sektionsleiter*in
Plattwürmer Plathelminthes Prof. Dr. Willi Xylander
Mesofauna    Dr. David J. Russell
Spinnentiere Arachnida Dr. Axel Christian
Fadenwürmer Nematoda Dr. Karin Hohberg
Flügellose Insekten Apterygote zurzeit unbesetzt, komm. Leitung Dr. Karin Hohberg
Tausendfüßer Myriapoda Dr. Karin Voigtländer
Hornmilben  Oribatida Dr. Ricarda Lehmitz
     

Sammlungen in Müncheberg

Die Insektensammlung des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg gehört zu den großen und bedeutenden naturwissenschaftlichen Kollektionen ihrer Art in Deutschland. Sie ist ein wesentlicher Teil des komplementär arbeitenden internationalen Verbundes der Biodiversitätsforschung.

Sie umfasst zur Zeit ca. 3 Millionen Exemplare in 190.000 Arten, darunter Typen von 22.000 Arten. Die 13.000 Kästen der einheitlich aufgebauten, gut erschlossenen Sammlung sind in einem klimatisierten Magazin in einer elektronisch gesteuerten Kompaktregalanlage untergebracht. Den Grundstock bilden Spezialsammlungen hervorragender Entomologen, die vor allem als Nachlässe in das SDEI gelangten. Darunter befinden sich beispielsweise die Kollektionen KRAATZ (Coleoptera), HORN (Coleoptera: Cicindelinae), LEONHARD (Coleoptera und Lepidoptera) und VON HEYDEN (paläarktische Coleoptera). Besonders wertvoll sind die Aufsammlungen SAUTERs (1871-1948) von Formosa (ca. 6.000 Arten, zahlreiche Typen) und aus der DEI-Expedition 1961 nach Albanien.

Grundsätzlich werden Insekten aller Ordnungen und jeder zoogeographischen Region gesammelt, der Schwerpunkt liegt jedoch auf den Ordnungen Coleoptera, Diptera, Lepidoptera und Hymenoptera, die traditionell von Mitarbeitern des SDEI bearbeitet werden. Ergänzend wird von allen Insektengruppen Material zur Biologie (Larven, Puppen, Minen, Fraßbilder, Bauten u. a.) gesammelt und aufbewahrt.

Die Sammlungsteile sind bis auf wenige Ausnahmen nach bereits von Walther Horn formulierten Grundsätzen in die Hauptsammlung mit Standardkastenmaß eingeordnet und durch Kataloge bzw. in der SDEI-Datenbank dokumentiert.

Die Typenbestände des SDEI sind weitgehend publiziert und zum Teil bereits über das Internet zugänglich. Der Typenreichtum verpflichtet zur Bereitstellung von Material in einem intensiven internationalen Austausch.

Datenbankgestützte Digitalisierung von Typenmaterial aus Taiwan

(Drittmittelgeber: National Museum of Natural Science (NMNS) in Taichung, Taiwan)

Die Insektensammlung des SDEI ist bekannt für ihre umfangreiche “Formosa Sammlung”, bestehend aus etwa 6000 Arten, darunter zahlreiche Typen und 2258 Arten aus Taiwan. Diese Insekten wurden von Hans Sauter zwischen 1908 und 1914 (LINK: 1009683 ESAKI 1941.pdf) in Taiwan gesammelt und dem Institut geschenkt. Das SDEI gab die Taiwan-Ausbeute an die jeweiligen Spezialisten zur Bearbeitung und stellte die Veröffentlichung der Ergebnisse sicher. Auf Grund dieser Geschichte war Taiwan lange Zeit das entomologisch die am besten erforschte Insel in Südost Asien.
Das National Museum of Natural Science (NMNS) in Taichung, Taiwan, unterzeichnete 2007 einen Kooperationsvertrag mit Senckenberg. Darauf hin war es möglich in Etappen das Typenmaterial der Formosa Sammlung zu digitaliseren. Die Ergebnisse sind zugänglich über die Online Datenbank des NMNS. Entomologen aus allen Teilen der Welt ist es nun möglich Fotografien des Typenmaterials für ihre Forschungen Online zu recherchieren, ohne sie ausleihen zu müssen.