Erwachsenenführung

Programm Wissenschaft und Gesellschaft


Als Leibniz-Einrichtung ist Senckenberg der Leibniz-Mission theoria cum praxi verpflichtet und „erforscht die Rolle der Biodiversität in der Dynamik des Systems Erde – im Dienst von Wissenschaft und Gesellschaft“.

Im Programm „Wissenschaft & Gesellschaft“ stellt Senckenberg auf der Basis von Forschung und Sammlungen Wissen, Dienstleistungen und Produkte zur Verfügung, die für die Gesellschaft relevant sind. Senckenberg begegnet gesellschaftlichen Akteuren außerhalb der Wissenschaft auf Augenhöhe, greift gesellschaftliche Wissensbedarfe und Fragestellungen auf und integriert sie, wenn sinnvoll und machbar, in das Forschungsprogramm. Das Programm „Wissenschaft & Gesellschaft“ ist in die fünf Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Museen, BürgerInnen-Engagement, Beratung und Anwendung gegliedert.

Die übergeordneten Ziele des Programms „Wissenschaft & Gesellschaft“ sind, die Vermittlung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft in Zukunft weiterzuentwickeln und auszubauen, um auf der einen Seite Wissen besser in die Gesellschaft zu tragen und relevante Dienstleistungen und Produkte für die Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, und auf der anderen Seite den gesellschaftlichen Wissensbedarf in der Senckenberg-Forschung, wenn sinnvoll und machbar aufzugreifen, aufzugreifen.

Öffentlichkeitsarbeit

Das übergeordnete Ziel des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit ist es, Senckenberg für Medien und Gesellschaft zum wichtigsten Ansprechpartner für alle Themen der Geobiodiversitätsforschung zu machen. Dazu stehen die Kommunikationsexpert*innen Senckenbergs im dauerhaften Austauch mit den Wissenschaftler*innen auf der einen und Journalist*innen auf der anderen Seite. Neben der Pressearbeit bieten die Social Media ein großes Potential, sowohl über die Forschung Senckenbergs, als auch die Museen, Citizen-Science-Aktivitäten und Sammlungen zu informieren und mit der Öffentlichkeit in direkten Austausch zu gehen.

Museen

Die drei Senckenberg-Museen in Frankfurt, Görlitz und Dresden vermitteln Forschungsergebnisse und naturkundliches Wissen an alle Bevölkerungsschichten. Die Museen zeigen Dauer-, Sonder- und Wanderausstellungen, veranstalten Vorträge, und weitere Veranstaltungen und fördern damit zugleich ein allgemeines Verständnis für Wissenschaft und Naturforschung sowie den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Natur. In zunehmendem Maße sind Museen auch Orte des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft; sie werden als kompetente, unabhängige öffentliche Orte wahrgenommen, an denen ein kritischer Dialog zwischen WissenschaftlerInnen und gesellschaftlichen Akteuren stattfinden kann.

Übergeordnetes Ziel des Bereichs Museen ist es,  sowohl Köpfe als auch die Herzen der Menschen zu erreichen. Die Museen vermitteln wissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelle Forschungsergebnisse, aber auch ein Verständnis, wie Wissenschaft und Forschung „funktionieren“.

Bürger*innen-Engagement

Bürger*innen-Engagement ist die Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen und Bürger*innen zur Erreichung gemeinsamer Ziele. Bei Senckenberg gibt es traditionell ein breites Engagement von Bürger*innen, die sich aus allen Bereichen der Gesellschaft rekrutieren und deren Mitwirkung in alle Senckenberg-Programme ausstrahlt, wie z.B. die Erforschung der Natur, die Pflege und Erweiterung der Sammlungen, die Vermittlung der Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit oder Erhalt und Pflege der Ausstellungen. Unser Wissen über die Natur wird durch die Kooperation mit Senckenberg-Mitgliedern, Ehrenamtlichen und Citizen Scientists enorm erweitert und gleichzeitig in die Gesellschaft getragen. Das Engagement umfasst das Ehrenamt, Citizen Science und den Bereich der Mitglieder der SGN. Bei Ehrenamtlichen handelt es sich einerseits um ausgewiesene Expert*innen, die vom Wissenschaftsausschuss vorgeschlagen und vom Verwaltungsrat zum Ehrenamtlichen ernannt werden, andererseits um freiwillige ehrenamtliche Helfer. Alle Ehrenamtlichen betreiben unentgeltlich entweder selbst wissenschaftliche Forschung an Projekten oder unterstützen die hauptamtlichen Forschenden z.B. in der Betreuung der Sammlungen. Außerdem gehören zum Bürger*innen-Engagement bei SGN die Vielzahl an Bürgerwissenschaftler*innen, die koordinierte Citizen-Science-Projekte durchführen. Die Mitglieder der SGN schließlich unterstützen Senckenberg finanziell, durch ihr Engagement und durch ihre Netzwerke.

Beratung

Eine wesentliche Zielgruppe des Senckenberg-Programms „Wissenschaft & Gesellschaft“ sind Entscheider in Politik, Behörden und Verwaltungen, in NGOs sowie in der Wirtschaft. Senckenberg möchte zum Austausch von Wissen zwischen diesen Entscheidern und den WissenschaftlerInnen beitragen und dafür sorgen, dass wissenschaftliche Evidenz noch stärker Eingang in gesellschaftliches und politisches Handeln findet. Durch eine solche Beratung sollen die Folgen der Veränderungen im Erdsystem für das Wohlergehen der menschlichen Gesellschaft besser verstanden und wahrgenommen werden. Zudem bietet Senckenberg Handlungsoptionen und Managementempfehlungen an, wie die Natur als unsere Lebensgrundlage geschützt und nachhaltig genutzt werden kann.

Das übergeordnete Ziel des Bereichs Beratung ist, dass Senckenberg-Wissenschaftler*innen als ehrliche Vermittler (honest brokers) Wissen und Handlungsoptionen für gesellschaftliche und politische Entscheidungen zur Verfügung stellen; in Fällen, in denen dies aufgrund der wissenschaftlichen Evidenz belastbar möglich ist, können auch Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden.

Anwendungen

Als Teil des Wissens- und Technologietransfers existiert bei Senckenberg ein großes Potenzial für Anwendungen, das systematisch ausgebaut und gehoben wird. Faktenbasiertes Wissen soll noch stärker als bisher nutzbar gemacht werden, sowie seinen Niederschlag in Produkten, Dienstleistungen, Methoden, Patenten, Ausgründungen oder Partnerschaften mit der Wirtschaft finden. Mittelfristig wird die gezielte Entwicklung von Dienstleistungen und Produkten angestrebt.

Partner und „Kunden“ für Anwendungen sind  vor allem die Wirtschaft, NGOs, Behörden, Städte und Gemeinden sowie die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Der anwendungsrelevante Transfer wird aktuell bei Senckenberg deutlich gestärkt, professionalisiert und strategisch ausgebaut. Eine im Rahmen von LOEWE-TBG geschaffene Transferstelle sowie ein aktives Screening der Forschungsinhalte durch das BMBF-Projekt SMART garantieren, dass die Forschenden künftig deutlich mehr Unterstützung dabei erhalten, potenziell geeignete Inhalte in die Anwendung oder Verwertung zu bringen.

Sprecherin

Mitarbeiterfoto
Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese
Director, Head of Research Group 'Community Ecology and Macroecology'

Research interests: Macroecology, community ecology and conservation biology
– Influence of global climate and human land-use change on animal populations and communities in the tropics and in the temperate region
– Relationship between the diversity of animal communities and ecosystem functioning
– Macroecology and evolution of bird communities and of bird migration

Teaching:
-several courses at Goethe University Frankfurt in the MSc Ecology and Evolution and in the BSc Biology

Curriculum Vitae

Publikationen