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Pressearchiv 2021

Pressemeldungen im Überblick

Januar

„Klimawandel im Meer: Neue Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten für Fische und Fischereien.“
Virtueller Vortrag am 13. Januar

Ansteigende Wassertemperaturen und die Ozeanversauerung haben drastische Folgen für die marinen Ökosysteme, die vielerorts durch die intensive Nutzung ohnehin stark beansprucht sind. Jedoch wirkt sich der Klimawandel in den Meeren regional unterschiedlich aus, und bringt so in einigen Gebieten neben Risiken auch neue Möglichkeiten mit sich.

Schmetterling als Waldanzeiger
Karpaten waren in der Eiszeit teilweise bewaldet

Senckenberg-Wissenschaftler haben die Rückzugsorte des Tagfalters Erebia aethiops während der letzten Eiszeit in Europa untersucht. In ihrer kürzlich im Fachjournal „Scientific Reports“ erschienenen Studie zeigen sie, dass die Schmetterlinge mindestens fünf europäische Gebiete als eiszeitliche Refugium nutzten. Dieses Ergebnis führt zu der Annahme, dass diese Bereiche am Rand der Hochgebirge – anders als bislang vermutet – lokal sogar bewaldet waren und so den Schmetterlingen einen Lebensraum bieten konnten.

Senckenberg Görlitz erhält Bundesförderung für digitale Museumsarbeit

Görlitz. Aufgrund der spektakulären Ergebnisse bei der Entwicklung innovativer Einsatzmöglichkeiten von digitalen Medien in der Museumsarbeit in den letzten drei Jahren erhält das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz für das Jahr 2021 eine weitere Finanzierung aus Bundesmitteln für das Projekt „museum4punkt0“.

Kiemenschlitzaal: Blutrot im Untergrund

Senckenberg-Wissenschaftler Ralf Britz hat gemeinsam mit internationalen Kolleg*innen eine neue Fischgattung beschrieben. Die zur Familie der Kiemenschlitzaale gehörenden, blinden Fische leben im südlichen Indien in unterirdischen Gewässern und sind rot gefärbt. Zusätzlich ordnete das Team drei weitere Fischarten der neuen Gattung zu. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Ichthyological Exploration of Freshwaters“.

Molluske des Jahres 2021

Heute beginnt die öffentliche Abstimmung zum „Molluske des Jahres 2021“. Eine internationale Jury bestehend aus Wissenschaftler*innen des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt, des LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) und der weltweiten Gesellschaft für Molluskenforschung (Unitas Malacolgica) hat fünf Weichtierarten aus mehr als 120 öffentlichen Nominierungen ausgewählt, die für den Titel kandidieren. Das Gewinner-Tier bekommt das komplette Erbgut entziffert.

Über 18.000 Funde: Forschungsgrabung in Untermaßfeld abgeschlossen
Vierter Band zu der früheiszeitlichen Fundstelle erschienen

Seit vier Jahrzehnten wird in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld regelmäßig ausgegraben. Bis heute wurden dort über 18.000 Fossilien – vom Nashornschädel bis zum winzigen Froschskelett – in 127 Grabungsmonaten geborgen. Im neu erschienenen, vierten Band der Monographie „The Pleistocene of Untermassfeld near Meiningen“ werden zahlreiche neue Forschungsergebnisse zu den Funden veröffentlicht. Darunter befindet sich der weltweit älteste Nachweis von Yaks, ein neu beschriebener, kompletter Nashornschädel und sogar Fraßspuren von Speckkäferlarven, die Rückschlüsse auf die Ablagerungsgeschichte des einstigen Leichenfeldes erlauben.

Getreidelagerung: Naturstoffe wirksamer als chemische Insektizide
Kieselerde und Pilze als effektives Schutzmittel bei der Getreidelagerung

Senckenberg-Wissenschaftler Thomas Schmitt hat die Wirksamkeit von Kieselerde und einem parasitischen Pilz als Schutz vor Schadinsekten an Getreide im Vergleich zu einem chemischen Insektizid untersucht. Gemeinsam mit Kollegen aus Pakistan und Griechenland zeigt er in der soeben im Fachjournal „Environmental Science and Pollution Research“ erschienenen Studie, dass bei einer Getreidelagerung von über 150 Tagen die natürlichen Schädlingsbekämpfungsmittel die effektivsten Ergebnisse erzielen. 

Beweglicher Daumen ebnete den Weg zur menschlichen Kultur
Präzise Greifen und grazilere Werkzeuge herstellen: Vor rund zwei Millionen Jahren verschaffte ihre bessere Feinmotorik den ersten Menschen einen evolutionären Vorteil

Die Beweglichkeit seines Daumens verschaffte dem Menschen entscheidende Vorteile in der Evolution. Präzises Zugreifen machte es den frühen Menschen möglich, bessere Werkzeuge herzustellen und unter anderem ihr Nahrungsspektrum zu erweitern. Dass diese Entwicklung vor rund zwei Millionen Jahren begonnen haben könnte, zeigt ein interdisziplinäres Forschungsprojekt unter Leitung von Katerina Harvati, Professorin für Paläoanthropologie am Senckenberg Centre for Human Evolution and Paleoenvironment (SHEP) der Universität Tübingen. In einer Studie berechnete das Team, ausgehend von fossilen Daumenknochen, mit virtuellen Modellierungen erstmals die Fingerfertigkeit und händische Geschicklichkeit verschiedener Menschenformen. Die Arbeit wurde in Kooperation mit dem Hertie Institut für Klinische Hirnforschung (HIH), dem Naturhistorischen Museum Basel und der Medical School of Athens durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht.

Feburar

Molluske des Jahres 2021: Der Große Argonaut
Öffentliche Abstimmung zum Jahres-Weichtier beendet

Heute wurde der Große Argonaut (Argonauta argo) zur „Molluske des Jahres 2021“ im Rahmen eines besonderen „Weichtier-Wettbewerbs“ gekürt. Im Dezember letzten Jahres hatten verschiedene internationale Forschungseinrichtungen und Molluskenliebhaber*innen 122 Nominierungen für den Titel eingereicht. Eine Jury, bestehend aus den Initiator*innen des Projektes, kürte daraus fünf Mollusken-Arten, die als Finalisten in die zweite Runde einzogen. In einer öffentlichen Abstimmung auf der Webseite des LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) konnten Interessierte zwei Wochen lang ihre Lieblingsmolluske wählen – insgesamt wurden fast 22.000 Stimmen abgegeben. Mit 36 Prozent setzte sich der Große Argonaut (Argonauta argo), ein pelagisch lebender Oktopus, gegen vier weitere Weichtiere durch und trägt jetzt den Titel „Molluske des Jahres 2021“. Die Forschenden am LOEWE-Zentrum TBG werden nun sein gesamtes Genom entschlüsseln.

Kein Tropenwald in Niedersachsen
Pollenanalysen offenbaren gemäßigtes Klima im Nordwesten Deutschlands während des frühen Eozäns

Senckenberg-Wissenschaftler haben ein etwa 55 Millionen Jahre altes Kohleflöz aus der Zeit des frühen Eozäns im ehemaligen Braunkohleabbaugebiet des niedersächsischen Landkreises Helmstedt untersucht. In ihrer kürzlich im Fachjournal „PLoS ONE“ erschienenen Studie zeigen sie anhand von Pollenanalysen, dass der Nordwesten Deutschlands zu dieser Zeit von einem warm-gemäßigten Klima geprägt war. Dies steht im Unterschied zu anderen Zeitabschnitten des Eozäns, in denen überwiegend ein sehr warmes Treibhausklima vorherrschte.

Klimawandel und Erreichung der CO2-Neutralität – Wie kann die wohl größte gesellschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts gelingen?
Digital-Talk mit Prof. Dr. Joachim Curtius, Professor für experimentelle Atmosphärenforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt – Eine Zoom-Veranstaltung des Förderverein Senckenberg am 11. Februar 2021

Digital-Talk am 11. Februar 2021 mit Prof. Dr. Joachim Curtius, Professor für experimentelle Atmosphärenforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und mit Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. Eine Zoom-Veranstaltung des Förderverein Senckenberg

Senckenberg-Vortragsreihe: „Tropische Küsten – Brennpunkte des Wandels“
Virtueller Vortrag am 10. Februar

Frankfurt am Main, den 5. Februar 2021. Tropische Küsten sind beliebte Tourismusziele, gleichzeitig sind diese Ökosysteme meist auch dicht besiedelt und werden auf vielfältige Weise intensiv genutzt. Doch nur eine nachhaltige Nutzung kann diese Regionen dauerhaft erhalten. Welchen Beitrag die Küstenforschung dazu leisten kann, ist Thema des Vortrags von Prof. Dr. Hildegard Westphal vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie, Bremen.

EINLADUNG zum digitalen Pressetermin „Jugend forscht“ Regionalwettbewerb Rhein-Main West

Frankfurt am Main, den 8.2.2021. Zum elften Mal wird der „Jugend forscht“ Regionalwettbewerb Rhein-Main West durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ausgerichtet. Die Wettbewerbs-Patenschaft teilt sich Senckenberg ab diesem Jahr mit Provadis – dem Fachkräfte-Entwickler der Industrie. 

Für die meisten Riesenschildkröten kam Darwin zu spät
Auf den Bahamas lebte eine ausgestorbene Art, die mit den Galapagos-Schildkröten nahe verwandt war

Senckenberg-Wissenschaftler Christian Kehlmaier und Uwe Fritz haben mit einem internationalen Team zehn nahezu vollständige mitochondriale Genome der ausgerotteten Riesenschildkröte Chelonoidis alburyorum von den Bahamas sequenziert und mit anderen Landschildkröten verglichen. Sie zeigen in ihrer heute im Fachjournal „Scientific Reports“ erschienenen Studie, dass die Bahamas-Schildkröte eng mit der Galapagos-Riesenschildkröte verwandt war und dass es nur eine Schildkrötenart pro Inselgruppe gab. Die 15 morphologisch sehr unterschiedlichen Riesenschildkröten der Galapagos-Inseln gehören demnach alle zur selben Art – anders als bislang gedacht.