Bohrkern

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Senckenberg-Vortragsreihe

Umwelt-DNA aus der Vergangenheit: molekulare Paläoökologie zur Erforschung der Geschichte und Zukunft von Ökosystemen

Digitaler Vortrag am 8. Juni


Wer würde sich nicht wünschen, in die Vergangenheit schauen zu können? Neue molekulare Methoden machen dies jetzt möglich, zumindest, wenn es um die Geschichte von Ökosystemen geht. Im Rahmen der Senckenberg-Vortragsreihe „Bauplan der Natur – Wie Genomik unseren Blick auf die biologische Vielfalt revolutioniert“ spricht Prof. Dr. Laura Epp von der Universität Konstanz darüber, wie die Archive der Vergangenheit mittels Umwelt-DNA erschlossen werden können.

Aus Umweltproben wie Wasser oder Sedimenten kann man DNA gewinnen, um mithilfe dieses Erbgutes die Dynamik von Ökosystemen und Populationen einzelner Arten zu untersuchen. Die sogenannte Umwelt-DNA oder eDNA, die nicht direkt aus Organismen extrahiert wird, wird heute zunehmend für umfassende Untersuchungen verwendet. So können aktuelle Dynamiken in Ökosystemen studiert werden, aber durch die Gewinnung von DNA aus verschiedenen Tiefen in Sedimentbohrkernen auch Ökosysteme der Vergangenheit sowie deren Geschichte und Entwicklung rekonstruiert werden  – bis zurück in die Eiszeiten. Mit den sich aktuell rasant entwickelnden Methoden können wir sowohl Arten ganzer Gemeinschaften effizient identifizieren, als auch Veränderungen und Anpassungen von Arten aufspüren. Dies hilft uns, die Biodiversität von heute besser zu verstehen und liefert zudem Informationen für die Prognose möglicher zukünftiger Veränderungen.

Die Biologin Laura Epp forscht und lehrt am Limnologischen Institut der Universität Konstanz und erarbeitet mit ihrer Arbeitsgruppe für Umweltgenomik neue molekulargenetische Methoden zur Erforschung der Umwelt und ihrer Geschichte. Sie ist zudem beteiligt am Forschungsnetzwerk PHYTOARK, in dem auch Forscher*innen des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums sowie des LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik eingebunden sind. Das internationale Netzwerk will mithilfe neuester Methoden rekonstruieren, wie sich das Phytoplankton in der Ostsee über die letzten 8000 Jahre im Zuge natürlicher Klimaschwankungen verändert hat. Geleitet wird das Vorhaben vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde.

Vortrag: Umwelt-DNA aus der Vergangenheit: molekulare Paläoökologie zur Erforschung der Geschichte und Zukunft von Ökosystemen

Referent: Prof. Dr. Laura Epp (Universität Konstanz)

Datum: Dienstag, 8. Juni, 19:15 Uhr

Aufgrund der Covid19-Pandemie finden die Vorträge rein digital statt.

Sie können per Livestream unter www.senckenberg.de/live (ohne Kommentarmöglichkeit) oder über den Kanal www.youtube.com/SenckenbergWorld (mit Kommentar-möglichkeit über die Chatfunktion) mitverfolgt werden. Wer virtuell mit den Referenten diskutieren möchte, kann sich anmelden und erhält dann vorab die Zugangsdaten für die Zoom-Veranstaltung.

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Press Material

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Forscher ziehen einen Sedimentbohrkern aus einem See, um daraus eDNA zu gewinnen. Copyright: Senckenberg/M. Balint