Wespenspinne Argiope bruennichi

To our foreign readers: we are sorry, but this page is not available in english.

Senckenberg-Vortragsreihe

Tiergifte und Genomik: Tiergifte als Bioressource für neue Medikamente

Digitaler Vortrag am 28. April


Frankfurt am Main, den 23. April 2021. Über 200.000 Tierarten produzieren Gifte, um sich gegen Feinde zu verteidigen oder ihre Beute zu töten. Diese Gifte sind eine kaum erschlossene Bioressource für die Entwicklung neuer Medikamente. Im Vortrag von Prof. Dr. Andreas Vilcinskas im Rahmen der Senckenberg-Vortragsreihe „Bauplan der Natur – Wie Genomik unseren Blick auf die biologische Vielfalt revolutioniert“ geht es darum, wie neue Forschungsmethoden eine gezieltere Suche nach neuen Wirkstoffen ermöglichen.

Bei Tiergiften handelt es sich meist um komplexe Gemische verschiedener Toxine, die im Verlauf der Evolution im Hinblick auf ihre Funktion optimiert wurden. Man schätzt, dass in den Giftdrüsen aller giftigen Tierarten zusammengenommen bis zu 20 Millionen verschiedene Moleküle produziert werden, von denen bis heute nur ca. 16.000 genauer untersucht wurden. Aktuell befinden sich 18 Wirkstoffe auf dem Markt, die auf solchen Molekülen basieren, weitere werden in klinischen Studien getestet. Das Potential der Tiergifte ist also noch lange nicht ausgeschöpft. Im Vortrag erläutert Prof. Dr. Andreas Vilcinskas vom LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG), wie die in den Giftdrüsen der Tiere produzierten Toxine gezielt identifiziert und effizient charakterisiert werden können. Zu deren Erforschung setzen Vilcinskas und seine Kolleg*innen heute auf eine Kombination aus innovativen molekularen und bioinformatischen Methoden.
 
Der Zoologe Andreas Vilcinskas ist Gründungsdirektor des im Aufbau befindlichen Fraunhofer-Instituts für Bioressourcen in Gießen und leitet das Institut für Insektenbiotechnologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er leitet zudem das Projekt „Animal Venomics“ an dem vom Land Hessen geförderten LOEWE-Zentrum TBG.
 
Vortrag: Tiergifte und Genomik: Tiergifte als Bioressource für neue Medikamente
Referent: Prof. Dr. Andreas Vilcinskas (LOEWE-TBG, Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie, Justus-Liebig-Universität Gießen)
Datum: Mittwoch, 28. April, 19:15 Uhr
 
Aufgrund der Covid19-Pandemie finden die Vorträge rein digital statt.
Sie können per Livestream unter www.senckenberg.de/live (ohne Kommentarmöglichkeit) oder über den Kanal www.youtube.com/SenckenbergWorld (mit Kommentar-möglichkeit über die Chatfunktion) mitverfolgt werden. Wer virtuell mit dem Referenten diskutieren möchte, meldet sich unter https://www.senckenberg.de/de/anmeldung-vortrag-28-4-2021/ an und erhält dann vorab die Zugangsdaten für die Zoom-Veranstaltung.
 
Informationen zu allen Vorträgen, Referent*innen und Themen unter: https://www.senckenberg.de/bauplandernatur
 
Das LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) bündelt Forscher*innen in Hessen, die die genetische Basis der biologischen Vielfalt untersuchen. Ziel ist es, die Erkenntnisse für gesellschaftliche Anliegen zu nutzen, etwa für den Naturschutz oder antivirale Strategien. Das Zentrum LOEWE-TBG ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Goethe-Universität Frankfurt, der Justus-Liebig-Universität Gießen und des Fraunhofer Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME. Finanziert wird das Zentrum von der Hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE). Weitere Informationen: https://tbg.senckenberg.de/ 
 
Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und erforscht seit über 200 Jahren weltweit das „System Erde“ – in der Vergangenheit, der Gegenwart und mit Prognosen für die Zukunft. Wir betreiben integrative „Geobiodiversitätsforschung“ mit dem Ziel die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Zudem vermittelt Senckenberg Forschungsergebnisse auf vielfältige Art und Weise, vor allem in den drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden. Die Senckenberg Naturmuseen sind Orte des Lernens und Staunens und sie dienen als offene Plattformen dem demokratischen Dialog – inklusiv, partizipativ und international. Mehr Informationen unter
www.senckenberg.de
.

Press Material

Wespenspinne Argiope bruennichi

Woraus bestehen Tiergifte, wie werden sie hergestellt und welche sind als Naturstoffe nutzbar? Forscher*innen untersuchen unter anderem die Wespenspinne (Argiope bruennichi), deren Gift für den Menschen ungefährlich ist.
Foto:  Tim Lüddecke