Details zur Veranstaltung

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„Human Evolution in Europe: A Game of Thrones?“ 14. Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald-Lecture

Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt

14. Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald-Lecture

„Human Evolution in Europe: A Game of Thrones?“

Prof. Dr. Juan Luis Arsuaga, Universidad Complutense de Madrid, Spanien

Foto: Javier Trueba / Madrid Scientific Films
Juan Luis Arsuaga in der Hominiden-Fundstelle Atapuerca, Spanien
Foto: Javier Trueba / Madrid Scientific Films

Die früheste Besiedlung Südeuropas durch die Gattung Homo reicht bis über 1,5 Millionen Jahre zurück. Vor ca. 400.000 Jahren lebten in ganz Europa eine Vielzahl regionaler Gruppen früher Menschen – Homo erectus sowie Vorfahren der Neandertaler. Juan Luis Arsuaga geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob und wie diese geographisch weit verstreuten Gruppen miteinander in Kontakt standen.

Ähnlich wie viel später bei Homo sapiens waren möglicherweise einige “Dynastien” enger miteinander verwandt als andere. Das von Prof. Arsuaga entwickelte “Game of Thrones” Szenario der Evolution früher Menschen geht davon aus, dass mehrere unterschiedliche Neandertaler-Linien existierten, die sich aufgrund ihrer räumlichen Getrenntheit anatomisch und kulturell unterschiedlich entwickelten. So zeigen die zahlreichen spektakulären Schädelfunde aus der Sima des los Huesos (“Knochengrube”) in Atapuerca, dass sie zwar in die frühe Neandertaler-Verwandtschaft  gehören, aber nicht Vorfahren der zentraleuro-päischen Neandertaler waren.

Der Vortrag vermittelt die heutige Vorstellung der Entwicklung früher Menschengruppen, die sowohl aus Ostasien als auch aus Afrika nach Europa expandierten und sich hier zu Neandertalern entwickelten und mit den viel später aus Afrika eingewanderten frühen modernen Menschen interagierten. Die aktuelle Forschung Prof. Arsuagas und seines Teams deutet darauf hin, dass die frühe Menschheitsentwicklung in Europa wesentlich komplexer verlief als seither angenommen.

Der Paläontologe Juan Luis Arsuaga lehrt an der Universidad Complutense de Madrid und ist der führende Paläoanthropologe Spaniens. Er ist Co-Direktor des Atapuerca-Forschungs-projekts und wissenschaftlicher Direktor des Museum of Human Evolution in Burgos. Prof. Arsuaga ist Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen und lehrt als Gastprofessor an den Universitäten Cambridge,  Berkeley und Tel Aviv, ist Vizedirektor der internationalen INQUA Kommission für „Human Palaeontology and Palaeo-ecology“ und Mitglied der National Academy of Science der USA.

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.

Termin:                Mittwoch, 18. November um 19.30 Uhr
Ort:                      Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt

Anmeldung bis 11. November 2015 via Fax unter 069/7542-1558 oder per E-Mail an:

 


Ansprechpartner

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E-Mail: Koenigswald-Lecture@senckenberg.de

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