Raumansicht Ausstellung Flüsse
Die Ausstellung Flüsse ist ab dem 22.3.21 im Senckenberg Naturmuseum zu sehen.

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Neue Ausstellung: Flüsse

Am 22. März 2021 eröffnet das Senckenberg Naturmuseum eine Ausstellung über die Ressource Wasser und die Vielfalt und Bedrohung von Fließgewässern


Am Weltwassertag eröffnet Senckenberg die Ausstellung „Flüsse“, die in Kooperation mit der Mainova AG im Frankfurter Naturmuseum entstanden ist. Flüsse sind die Arterien der Landschaft: Sie verbinden das Land mit dem Meer und kontrollieren somit den globalen Kohlenstoff- und Nährstoffkreislauf. Naturnahe Bäche und Flüsse zählen zu den dynamischsten und vielfältigsten Lebensräumen weltweit, vergleichbar mit Korallenriffen und tropischen Regenwäldern. Zugleich sind sie stärker gefährdet als die terrestrischen und marinen Lebensräume – ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten aus Fließgewässern sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits für immer verschwunden. Die Ausstellung nimmt sowohl die hessische Nidda als auch internationale Fließgewässer in den Blick und schaut dabei auf die Artenvielfalt am Fluss, auf die Beziehung von Flüssen und Menschen sowie auf die Zusammenhänge von Geologie und Wasser. Zu den Highlights der Ausstellung zählen ein interaktiver Wasserkreislauf und ein begehbarer Wassertropfen.

Gewässerökologe Prof. Dr. Klement Tockner freut sich, dass die erste Ausstellung, die er als Senckenberg-Generaldirektor eröffnet, sich seinem Spezialgebiet, den Fließgewässern, widmet. „Wir möchten mit unserer neuen Ausstellung den immensen Wert der Bäche und Flüsse für die Natur und für uns Menschen vermitteln“, erklärt er. „Die Flüsse bilden das natürliche und kulturelle Rückgrat einer Landschaft – die Erhaltung der Natur ist dabei immer auch Schutz der Kultur und der Menschen“, fährt Tockner fort. Dabei hebt er auch die Rolle der Wissenschaft hervor. Vor dem Hintergrund, dass derzeit nur 10 Prozent der Flüsse In Deutschland einen guten ökologischen Zustand aufweisen, beschäftigen sich aktuelle Forschungsprojekte bei Senckenberg mit den Ursachen und Auswirkungen von Verbauung, Nährstoffbelastung und Erderwärmung. Die Forschung hilft zugleich Maßnahmen zu entwickeln, die zukünftig zu einer effektiven Verbesserung und Erholung der Fließgewässer beitragen können.

Die Ausstellung setzt bei der Vermittlung auf einen starken regionalen Bezug und auf multimediale Exponate. Kooperationspartner ist die Mainova AG, die die Realisierung eines begehbaren Wassertropfens und eines regionalen Wasserkreislaufs ermöglichte. Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG, betont: „Mainova versorgt die Stadt Frankfurt mit einwandfreiem Trinkwasser in höchster Qualität, das nachhaltig in der Region gewonnen wird. Wir setzen uns zudem für einen bewussten Umgang mit diesem wertvollen Gut ein und möchten hierfür sensibilisieren. Die Ausstellung ist dazu hervorragend geeignet, denn sie nimmt die Besuchenden mit auf eine spannende und lehrreiche Reise entlang des Wasserkreislaufs und begeistert dabei mit der außergewöhnlichen und modernen Gestaltung.“

Im begehbaren Wassertropfen können Besucher*innen eine große Vielfalt an Kleinstlebewesen entdecken. Pantoffeltierchen, Augentierchen und andere sonst winzige Organismen schwimmen stark vergrößert in der 2D-Animation umher. „Der Wassertropfen begeistert auf atmosphärische Weise – die vielfältigen Organismen erscheinen zart und durchscheinend, manchmal schillernd und von überraschender Formenvielfalt und Ästhetik“, beschreibt Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen das ungewöhnliche Exponat. „Der Wassertropfen veranschaulicht zudem eindrucksvoll Mechanismen, wie die Selbstreinigungskraft des Wassers“, fährt Franzen fort. Das Exponat ist in Zusammenarbeit mit Prof. Daniel Gilgen von der Hochschule Trier entstanden. Gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Intermedia-Design hat er den begehbaren Wassertropfen für die Ausstellung entwickelt.

Am zweiten multimedialen Highlight-Exponat geht es in die Vogelperspektive: Besucher*innen überblicken das Rhein-Main-Gebiet vom Vogelsberg bis zum Hessischen Ried und haben die Möglichkeit, selbst in den Kreislauf des Wassers einzugreifen. Was passiert mit dem Wasserhaushalt, wenn diese Fläche fast vollständig bebaut und damit versiegelt würde? Welche Folgen haben die Aufforstung von Wäldern oder der Ausbau der landwirtschaftlichen Nutzung für den Wasserkreislauf? Und wie wirken sich extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder Trockenheit aus? Der Einfluss dieser einzelnen Parameter auf den Wasserkreislauf wird an diesem interaktiven Exponat, das auch mit Hilfe des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) realisiert wurde und Echtdaten verwendet, sofort sichtbar.

In einem weiteren Ausstellungsmodul wird die Geologie des Wassers betrachtet und es geht um die Frage, warum Trinkwasser so unterschiedlich schmeckt. Die für die Ausstellung vorgesehenen gelegentlichen Trinkwasserverkostungen wird es geben, sobald die pandemische Lage es wieder zulässt. Der Lebensraum Fluss wird am Beispiel der Nidda vorgestellt. Hier begegnen Besucher*innen zum Beispiel einer Nase, eine Fischart, die seit ihrer Wiederansiedlung heute wieder in der Nidda heimisch ist.

Für die globale Sicht auf das Thema Flüsse werden vier große Ströme der Erde beispielhaft vorgestellt: Amazonas, Nil, Ganges und Rhein. Neben der Vielfalt dieser Ökosysteme geht es auch um die kulturelle Bedeutung der Gewässer für die Anwohner*innen und die Bedrohung der Ökosysteme. Wie die erneuerbaren Wasserressourcen global verteilt sind, kann an einem weiteren interaktiven Exponat erkundet werden, das in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Hydrologie der Goethe-Universität Frankfurt entstanden ist. Animierte Karten zeigen, wie sich die Wassermengen dieser Flüsse im Jahresverlauf verändern und wie ungleich die Wasserressourcen weltweit verteilt sind.

Anhand der vier Beispielflüsse wird auch das Thema Wasserverbrauch thematisiert. Wieviel Wasser steht jeder Person im Einzugsgebiet der Flüsse zur Verfügung und wofür wird es genutzt? Wie können die Ausstellungsbesucher*innen durch ihr Verhalten und ihren Konsum den Wasserverbrauch in anderen Ländern beeinflussen?

Die Ausstellung „Flüsse“ ist ab dem 22. März 2021 zu sehen im Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main. Die Ausstellung kann nur in Verbindung mit der Dauerausstellung besichtigt werden. Kombitickets: 12 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre) sowie 30 Euro für Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder). Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9 – 17 Uhr, Mi 9 – 20 Uhr, Sa, So und Feiertage 9 – 18 Uhr.

Aktuell ist der Museumsbesuch nur nach vorheriger Anmeldung und Reservierung eines Zeitfensters im Online-Ticketshop möglich. Wir bitten unsere Besucher*innen, sich vorab auf der Museumswebseite über aktuelle Bestimmungen und Regelungen zu informieren: museumfrankfurt.senckenberg.de

Die Ausstellung wurde mit Unterstützung der Mainova AG realisiert.

Weitere Kooperationspartner:

Hochschule Trier, Studiengang Intermedia Design

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)

Goethe-Universität Frankfurt, Arbeitsgruppe Hydrologie

Inhaltliche Unterstützung:

Hessenwasser GmbH & Co. KG

Gottfried Lehr

Gestaltung:

POINT. Architektur

 

Press Material

Die Ausstellung Flüsse ist ab dem 22.3.21 im Senckenberg Naturmuseum zu sehen.

Copyright: Senckenberg/Tränkner

Im begehbaren Wassertropfen schrumpfen die Besucher*innen auf die Größe eines Sandkornes und können eine große Artenvielfalt an Kleinstlebewesen entdecken.

Copyright: Senckenberg/Tränkner

Ausstellung Flüsse 31 Feuersalamander c Senckenberg Tränkner

Spielerisch den Lebensraum Fluss erkunden: Wer durch die Gucklöcher schaut, entdeckt Feuersalamanderlarven & Co. Copyright: Senckenberg / Tränkner

Ebenfalls in der Wand zu entdecken: der scheue Mink. Diese invasive Marderart lebt bevorzugt im Uferbereich. Ursprünglich aus Pelztierfarmen stammende Tiere konnten sich an der Nidda ansiedeln und werden jetzt bejagt.

Copyright: Senckenberg / Tränkenr

Ausstellung Flüsse 12 Artenvielfalt u Forschung c Senckenberg Tränkner

Der Einfluss einzelner Parameter auf den Wasserkreislauf wird am interaktiven Wasserkreislauf sofort sichtbar. Die Simulation, die mit Echtdaten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz Umwelt und Geologie (HLNUG) arbeitet, ist eine absolute Neuheit.

Copyright: Senckenberg/Tränkner

Ausstellung Flüsse 31 Feuersalamander c Senckenberg Tränkner

Die Ausstellung betrachtet beispielhaft die vier Ströme Amazonas, Nil, Ganges und Rhein.

Copyright: Senckenberg/Tränkner

Senckenberg- Forschungsprojekte untersuchen die Bedeutung einzelner Einflussfaktoren für die Artengemeinschaften der Gewässer. Die Forschung ermöglicht Hinweise darauf, welche Maßnahmen zukünftig zu einer effektiven Verbesserung unserer Flüsse beitragen können.

Copyright: Senckenberg / Tränkner