Wellensittich Melopsittacus undulatus

#Senckenbergliebling Vol.2

Jennifer Arnold: Der Wellensittich

#4 vom 28.11.21


Jennifer Arnold ist von Wellensittichen begeistert. Bisher hat sie insgesamt neun dieser bunten Gesellen ein gemütliches Zuhause geschenkt – und ist seit 2016 Patin des Wellensittichs Melopsittacus undulatus im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt:

„Meinen ersten Wellensittich habe ich im Jahr 2000 adoptiert, damals war er der Letzte, der aus dem Gelege übrig war. Bubi lebte fast 11 Jahre bei mir. Heute wohne ich mit Nummer 7, 8 und 9 (Henry, Cairo und Sky) zusammen. Henry und Cairo habe ich aus Tierheimen adoptiert. Henry fehlt aus nicht bekannten Gründen der rechte Fuß, aber durch einen behindertengerechten Umbau des Käfigs merkt man ihm seine Behinderung nicht an. Wie man hier lesen kann, liegen mir Wellensittiche sehr am Herzen. Ein Leben ohne sie kann ich mir nicht vorstellen. Bei einem Besuch im Senckenberg Museum Frankfurt habe ich erfahren, dass Patenschaften für die Tierexponate angeboten werden. Für mich war sofort klar, dass ich die Patenschaft für den Wellensittich übernehmen möchte. Seitdem besuche ich mein Patentier, wann immer es möglich ist und nutze gerne auch den Patenschaftstag, um ihm mit meiner Familie einen Besuch abzustatten. Besonders auffallend ist für jeden der Größenunterschied zu meinen Wellensittichen (wilde Wellensittiche sind deutlich kleiner als unsere Heimtiere).“

 

Vielen lieben Dank für Ihre Geschichte, Frau Arnold!

Und das haben wir – unter anderem mit der Hilfe von Dr. Gerald Mayr, Leiter unserer Ornithologie – über Ihre bunt gefiederten Lieblinge herausgefunden:

Wellensittiche, die zur Ordnung der Papageien gehören, stammen ursprünglich aus Australien, wo sie in großen Schwärmen zusammenleben [1]. Erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie nach Europa gebracht und dort zunächst vor allem in England als Ziervögel gehalten [2]. In ihrer Wildform treten Wellensittiche stets in der typischen grün-gelben Federfärbung auf, während es auch Zuchten mit anderen Schattierungen gibt. Zudem ist, wie Frau Arnold auch festgestellt hat, die Wildform des Wellensittichs deutlich kleiner als die gezüchtete.

Für gewöhnlich nisten Wellensittiche in Hohlräumen oder Astlöchern von Eukalyptusbäumen und brüten unabhängig von der Jahreszeit [3]. Ihr Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern, selten auch acht. Frisch geschlüpfte Wellensittiche sind winzig klein und wiegen mit einem Gewicht von nur zwei Gramm ungefähr so viel wie eine 1-Cent-Münze, entwickeln sich aber innerhalb eines Monats so schnell, dass sie dann bereits ausfliegen können.[4]

Sie sind außerdem in der Lage, ihr ganzes Leben lang neue Laute zu erlernen. Hierbei imitieren sie nicht nur ihre Artgenossen und andere Vogelarten – fast jede/r Besitzer*in eines Wellensittichs hat schon mal gehört, wie der Winzling so menschenähnliche Laute von sich gibt, dass es wie unsere Sprache klingt.

Der Wellensittich des Senckenberg Naturmuseums befindet sich in Vitrine 20 im vorderen Vogelsaal.

Wir wünschen Ihnen noch viel Spaß mit ihrem #Senckenbergliebling im Museum und Ihren gefiederten Lieblingen daheim und freuen uns, Sie demnächst wieder im bei uns willkommen zu heißen!

 

[1] Wullschleger Schättin, Esther (2008): Wellensittiche verstehen und artgerecht halten. In: Nature Themes. S. 45

[2] Ketschau, A. (2017) Das kleine Buch vom Wellensittich. BoD-Verlag, Norderstedt. S. 5.

[3] Ketschau, A. (2017) Das kleine Buch vom Wellensittich. S. 6.

[4] Baudendistel P., Birmelin I. (1991) Der Wellensittich. In: Schmitt A. (eds) Natur neu entdeckt. Birkhäuser, Basel. S.40-41.