Integrative morphologische und molekulargenetische Taxonomie von Nordseemedusen

In Kooperation mit Dr. Silke Laakmann , Mitarbeiterin der der Arbeitsgruppe Molekulare Taxonomie mariner Organismen am DZMB Wilhelmshaven, werden morphologische Studien an lebenden und fixierten Medusen mit molekulargenetischen Analysen kombiniert.

Quallen (Scypho- und Hydromedusen) sind weit verbreitete und artenreiche Vertreter des gelatinösen Zooplanktons und deshalb interessant für viele ökologische und taxonomische Studien. Die korrekte Identifikation der unterschiedlichen Lebensstadien (siehe Abbildung) und die adäquate Fixierung der gelatinösen Körper stellen jedoch eine besondere Herausforderung der Medusentaxonomie dar. Viele diagnostische Merkmale blieben nach der Fixierung in 4% Formaldehyd-Seewasser erhalten. Die Ethanolfixierung, die in den meisten Fällen für die spätere DNA Analyse verwendet wird, führt dagegen zur Verzerrung oder zum Zerfall  vieler  morphologischer Merkmale.

life stages Scyphozoa deutsch englisch

Dieser integrative Ansatz wurde für über 30 Arten von Scypho- und Hydromedusen der Deutschen Bucht (Nordsee) erfolgreich realisiert  ( Laakmann & Holst 2013, Holst & Laakmann 2013).  Die molekulare Taxonomie ist ein nützliches Werkzeug für die Artidentifizierung, insbesondere bei Stadien mit wenigen diagnostischen morphologischen Merkmalen, wie beispielsweise jungen Ephyren. Auch zur Unterscheidung nahe verwandter Arten mit sehr ähnlicher oder nicht unterscheidbarer Morphologie sind genetische Analysen sehr hilfreich.

Unsere Studien stellen den Link zwischen morphologischer und molekulargenetischer Art-unterscheidungs und -identifizierungsmethoden dar und demonstrieren den Vorteil dieses integrativen Ansatzes in der Taxonomie von Cnidariern. Unserer Sammlung, die morphologische und DNA Voucher sowie mitochondriale und nukleare Sequenzen umfasst, erlaubt die Artidentifikation von ethanolfixiertem Material, unabhängig von dem fixiertem Gewebetyp und von dem Entwicklungsstadium des Individuums.