Sibon noalamina
Wurde unter die „Top 10“ der 2012 neu beschriebenen Arten gewählt: Sibon noalamina aus Panama.

Biodiversität, Systematik und Evolution


Die Systematik ist ein Kerngeschäft der Forschungsmuseen. Ihre große Aufgabe ist es, herauszufinden, wie viele und welche Arten es heute gibt und wie sie sich in der Erdgeschichte entwickelt haben. Sie stützt sich auf ständig wachsende Sammlungen, die als Archive des Lebens dienen. Dort werden für die internationale Gemeinschaft der Wissenschaftler quasi die „Urmeter“ der jeweiligen Arten bereitgehalten.

Die Menschheit teilt sich ihren Lebensraum mit bis zu 20 Millionen anderen Arten – Tiere, Pilze, Pflanzen, und Bakterien. Davon sind heute nur knapp 2 Millionen Arten erfasst. Der größte Teil der Artenvielfalt ist also unbekannt..

Wettlauf der Wissenschaft

Zahlreiche bekannte und unbekannte Arten sterben aus, weil Lebensräume verloren gehen. So kommt es zu einem ungleichen Wettlauf zwischen Neuentdeckungen und der Vernichtung von Arten. In Europa sind heute beispielsweise ein Viertel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht – und dies bedeutet nicht nur einen Verlust an Lebensqualität. Artenvielfalt und funktionierende Ökosysteme sind eine Voraussetzung auch für uns Menschen. Ihr Verlust ist auch mit erheblichen Kosten verbunden. Dies unterstreicht die Bedeutung der Systematik als eine der wichtigsten Disziplinen der Biodiversitätsforschung.

Systematik als Basiswissenschaft

Systematik ist die Wissenschaftsdisziplin, die lebende und ausgestorbene Organismen klassifiziert. Damit erschließt sie die unermessliche Biodiversität der Erde für andere Forschungsdisziplinen überhaupt erst. Zugleich ordnen die Wissenschaftler die erfassten Einheiten (Taxa) in ein evolutionäres Abstammungsverhältnis ein. Systematik ist zugleich eine integrative Wissenschaft. Sie verknüpft die Morphologie, die Geowissenschaften und die Molekulargenetik (Erbinformationen) mit der Evolutionstheorie. 

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Prof. Dr.  Angelika Brandt
Sektions- und Abteilungsleiterin

Forschungsinteressen

Systematik, Ökologie, Evolution, Biogeographie und Biodiversität der Makrofauna 
mit Schwerpunkt Isopoda (Crustacea, Peracarida) aus Tiefsee- und Polarregionen

 

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