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Mammalogie


Die Sektion Mammalogie beherbergt zwei umfangreiche Sammlungen und befasst sich mit der Erforschung von Morphologie, Entwicklung, Evolution und Systematik der rezenten Säugetiere.

Das Verständnis der heutigen Säugetierfauna, ihrer Artenvielfalt, Lebensweisen und spezifischen Anpassungen können nur verstanden werden, wenn auch fossile Arten in die wissenschaftlichen Fragestellungen einbezogen werden. Daraus ergibt sich eine enge Verknüpfung mit der Paläontologie.

Die wissenschaftlichen Arbeiten der Sektion Mammalogie sind hauptsächlich dem Senckenbergischen Forschungsbereich Biodiversität, Systematik und Evolution zugeordnet.

Rezente Säugetiere

Die heute lebenden Säugetiere umfassen rund 5.500 wissenschaftlich beschriebene Arten, die sich auf 29 Ordnungen verteilen. Dabei bilden die Nagetiere (Rodentia) die mit Abstand artenreichste Ordnung.

Die Säugetiere werden in drei Unterklassen unterteilt:
– Ursäuger (Protheria), wie zum Beispiel das Schnabeltier und der Ameisenigel,
– Beutelsäuger (Metatheria) wie Kängurus, Beutelratten oder Wombats und
– Höhere Säugetiere / Plazentatiere (Eutheria), zu denen auch der Mensch gehört.

Zu den kennzeichnenden Merkmalen der Säugetiere gehört neben dem Säugen des Nachwuchses mit Milch auch das Fell aus Haaren sowie die gleichwarme Körpertemperatur. Darüber hinaus sind Säugetiere in der Regel durch ein heterodontes Gebiss mit vier verschiedenen Zahntypen charakterisiert: Schneidezähne (Incisivi), Eckzähne (Canini) und zwei Arten von Backenzähnen (Prämolare und Molare).

Im Zuge ihrer Entwicklungsgeschichte haben Säugetiere nahezu alle Lebensräume besiedelt. Neben dem Land hat sich eine Reihe an eine wasserlebende (aquatische) Lebensweise angepasst, wobei die Wale und Delfine (Cetacea) die spezialisierteste Gruppe sind. Andere Taxa haben die Luft erobert, darunter die Fledertiere (Chiroptera), neben den Vögeln die einzigen heute lebenden Wirbeltiere, die zum aktiven Fliegen fähig sind. Unabhängig davon haben weitere Säugetiertaxa Gleitmembranen entwickelt.

Hinsichtlich der Größe gibt es in der Gruppe der Säugetiere beträchtliche Unterschiede:
Zwerge wie die Schweinsnasenfledermaus (Craseonycteris thonglongyai) oder die Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus)  erreichen jeweils nur knapp 2g Körpergewicht während der Blauwal (Balaenoptera musculus) mit bis zu 150t Gewicht das vermutlich größte Tier ist, das jemals auf der Erde gelebt hat.