Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Nachhaltigkeit

Leitlinien der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Präambel

Senckenberg umfasst sowohl international agierende Forschungsinstitute mit naturhistorischen Sammlungen als auch Naturkundemuseen in Frankfurt, Dresden und Görlitz. Durch Forschung auf dem Gebiet der GeoBiodiversität sowie durch Wissensvermittlung sind wir zu nachhaltigem Handeln bei unserer Forschungsarbeit, bei der Erhaltung unserer Sammlungen sowie im Umgang mit der Natur verpflichtet. Unsere wissenschaftlichen Ergebnisse zur Naturforschung vermitteln wir einer breiten Öffentlichkeit durch unsere Naturkundemuseen, ein vielfältiges Ausstellungsprogramm, Lehrveranstaltungen, populärwissenschaftliche Vorträge und Veröffentlichungen in diversen Medien. Im Dialog mit Gesellschaft, Wirtschaft und Politik leisten wir einen zentralen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung der Erde. Aus den Ergebnissen unserer Arbeit und den unzweifelhaften Fakten zur globalen Entwicklung ergibt sich eine Verpflichtung, auf die Abnahme und Bedrohung der Biodiversität sowie auf die Notwendigkeit eines schonenderen Umganges mit Ressourcen hinzuweisen.

Leitlinien

Unser Verständnis von Nachhaltigkeit zielt primär auf den langfristigen Erhalt der natürlichen Ressourcen im Interesse heutiger und zukünftiger Generationen. Die Nachhaltigkeitsleitlinien der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sind kein Spiegelbild des Status Quo, sondern verstehen sich als Vision eines effektiven Nachhaltigkeitsmanagements, in welchem die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Umweltschutz, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung so zusammen geführt werden, dass Entscheidungen unter allen drei Gesichtspunkten dauerhaft tragfähig sind.

  • Forschungsauftrag:
    Wir verpflichten uns, wann immer möglich, unseren Forschungsauftrag im Einklang mit dem Streben nach größtmöglicher Nachhaltigkeit zu verwirklichen.
  • Wissenschaftliches Arbeiten:
    Unsere wissenschaftliche Arbeit beruht auf Richtlinien guter wissenschaftlicher Praxis und ist geprägt durch den Nachhaltigkeitsgedanken.

  • Vorbildfunktion:
    Als Forschungsinstitution, die sich der Erforschung und Bewahrung der belebten und unbelebten Natur verschrieben hat, sind wir uns unserer Vorbildfunktion gegenüber unseren Besucher*innen, unseren Unterstützer*innen sowie der Allgemeinheit bewusst und verpflichten uns, dieser auch hinsichtlich eines nachhaltigen und schonenden Ressourcenumgangs in allen Organisationsbereichen gerecht zu werden.

  • Bewusstsein schaffen:
    Nachhaltigkeit hat für uns einen hohen Stellenwert. Als Arbeitgeber hören wir unseren Beschäftigten zu und fördern diese bei der Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen, denn wir sind der festen Überzeugung, dass Nachhaltigkeit nur dann eine reelle Chance hat, wenn sie „bottom-up“ entsteht und von allen mitgetragen wird. 

  • Ökologische Nachhaltigkeit:
    Bei der Ressourcennutzung denken wir nicht nur bis an die Organisationsgrenzen, sondern darüber hinaus. Wir sind darin bestrebt, von der Beschaffung bis hin zur finalen Entsorgung bzw. der eventuellen Weiterverwertung so nachhaltig wie möglich zu agieren.

  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit:
    Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass Nachhaltigkeit eine wirtschaftliche Komponente enthält. Wir sind der Auffassung, dass eine nachhaltige Lösung nicht immer die kostspieligste sein muss. Durch unsere Kreativität entwickeln wir alternative Lösungen, wann immer möglich. Vor allem der Ressourcenverbrauch unserer stetig wachsenden Sammlungen macht einen Kompromiss zwischen Forschungsauftrag und ökologischer Nachhaltigkeit erforderlich.

  • Soziale Nachhaltigkeit:
    Auch hinsichtlich unserer wertvollsten Ressource, unseren Beschäftigten, streben wir nach einem Höchstmaß an Nachhaltigkeit. Wir verfolgen eine langfristige, bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Personalplanung, durch welche wir die Fluktuation so gering wie möglich halten. Ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens fördern wir unsere Beschäftigten in ihrer beruflichen Entwicklung, so dass sie zukünftigen Herausforderungen am Arbeitsplatz gewachsen sind und Senckenberg möglichst lange erhalten bleiben. Wir fördern eine behinderten- und familienfreundliche Arbeitskultur sowie gesundheitsschonende Arbeitsbedingungen.

  • Selbstreflexion:
    Wir bei Senckenberg sehen Fehlentscheidungen der Vergangenheit, auch hinsichtlich Nachhaltigkeit, als Chance, die Zukunft ein Stück besser zu gestalten. Um uns zu verbessern, hinterfragen wir unsere Prozesse und Strukturen kontinuierlich.

  • Kommunikation:
    Unsere interne und externe Kommunikation ist geprägt von Klarheit und Transparenz. Wir pflegen eine offene, standortübergreifende Kommunikation. Dadurch schaffen wir ein „Wir-Gefühl“, welches uns den Aufbau einer gesamtheitlichen Expertise ermöglicht.

  • Tradition:
    Wir sind uns unserer langen Tradition als angesehene Forschungseinrichtung bewusst. Für uns beginnt Nachhaltigkeit jedoch nicht mit dem Festhalten an der Vergangenheit, sondern mit der Bewahrung unserer Traditionen und der Verknüpfung mit der Zukunft.

    Stand: 08.11.2017