Senckenberg umfasst sowohl international agierende Forschungsinstitute mit naturhistorischen Sammlungen als auch Naturkundemuseen in Frankfurt, Dresden und Görlitz. Durch Forschung auf dem Gebiet der Geobiodiversität sowie durch Wissensvermittlung sind wir zu nachhaltigem Handeln bei unserer Forschungsarbeit, bei der Erhaltung unserer Sammlungen sowie im Umgang mit der Natur verpflichtet. Unsere wissenschaftlichen Ergebnisse zur Naturforschung vermitteln wir einer breiten Öffentlichkeit durch unsere Naturkundemuseen, ein vielfältiges Ausstellungsprogramm, Lehrveranstaltungen, populärwissenschaftliche Vorträge und Veröffentlichungen in diversen Medien. Im Dialog mit Gesellschaft, Wirtschaft und Politik leisten wir einen zentralen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung der Erde. Aus den Ergebnissen unserer Arbeit und den unzweifelhaften Fakten zur globalen Entwicklung ergibt sich eine Verpflichtung, auf die Abnahme und Bedrohung der Biodiversität sowie auf die Notwendigkeit eines schonenderen Umgangs mit Ressourcen hinzuweisen.
Leitlinien
Leitlinien
Unser Verständnis von Nachhaltigkeit zielt primär auf den langfristigen Erhalt der natürlichen Ressourcen im Interesse heutiger und zukünftiger Generationen. Die Nachhaltigkeitsleitlinien der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sind kein Spiegelbild des Status Quo, sondern verstehen sich als Vision eines effektiven Nachhaltigkeitsmanagements, in welchem die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Umweltschutz, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung so zusammen geführt werden, dass Entscheidungen unter allen drei Gesichtspunkten dauerhaft tragfähig sind.
(Stand: 08.11.2017)
Die Leitlinien im Detail
Wir verpflichten uns, wann immer möglich, unseren Forschungsauftrag im Einklang mit dem Streben nach größtmöglicher Nachhaltigkeit zu verwirklichen.
Unsere wissenschaftliche Arbeit beruht auf Richtlinien guter wissenschaftlicher Praxis und ist geprägt durch den Nachhaltigkeitsgedanken.
Als Forschungsinstitution, die sich der Erforschung und Bewahrung der belebten und unbelebten Natur verschrieben hat, sind wir uns unserer Vorbildfunktion gegenüber unseren Besucher*innen, unseren Unterstützer*innen sowie der Allgemeinheit bewusst und verpflichten uns, dieser auch hinsichtlich eines nachhaltigen und schonenden Ressourcenumgangs in allen Organisationsbereichen gerecht zu werden.
Nachhaltigkeit hat für uns einen hohen Stellenwert. Als Arbeitgeberin hören wir unseren Beschäftigten zu und fördern diese bei der Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen, denn wir sind der festen Überzeugung, dass Nachhaltigkeit nur dann eine reelle Chance hat, wenn sie „bottom-up“ entsteht und von allen mitgetragen wird.
Bei der Ressourcennutzung denken wir nicht nur bis an die Organisationsgrenzen, sondern darüber hinaus. Wir sind darin bestrebt, von der Beschaffung bis hin zur finalen Entsorgung bzw. der eventuellen Weiterverwertung so nachhaltig wie möglich zu agieren.
Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass Nachhaltigkeit eine wirtschaftliche Komponente enthält. Wir sind der Auffassung, dass eine nachhaltige Lösung nicht immer die kostspieligste sein muss. Durch unsere Kreativität entwickeln wir alternative Lösungen, wann immer möglich. Vor allem der Ressourcenverbrauch unserer stetig wachsenden Sammlungen macht einen Kompromiss zwischen Forschungsauftrag und ökologischer Nachhaltigkeit erforderlich.
Auch hinsichtlich unserer wertvollsten Ressource, unseren Beschäftigten, streben wir nach einem Höchstmaß an Nachhaltigkeit. Wir verfolgen eine langfristige, bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Personalplanung, durch welche wir die Fluktuation so gering wie möglich halten. Ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens fördern wir unsere Beschäftigten in ihrer beruflichen Entwicklung, so dass sie zukünftigen Herausforderungen am Arbeitsplatz gewachsen sind und Senckenberg möglichst lange erhalten bleiben. Wir fördern eine behinderten- und familienfreundliche Arbeitskultur sowie gesundheitsschonende Arbeitsbedingungen.
Wir bei Senckenberg sehen Fehlentscheidungen der Vergangenheit, auch hinsichtlich Nachhaltigkeit, als Chance, die Zukunft ein Stück besser zu gestalten. Um uns zu verbessern, hinterfragen wir unsere Prozesse und Strukturen kontinuierlich.
Wir sind uns unserer langen Tradition als angesehene Forschungseinrichtung bewusst. Für uns beginnt Nachhaltigkeit jedoch nicht mit dem Festhalten an der Vergangenheit, sondern mit der Bewahrung unserer Traditionen und der Verknüpfung mit der Zukunft.
CO₂-Bilanz
CO₂-Bilanz für ganz Senckenberg
Der Verlust der Biodiversität sowie der Klimawandel gehören zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Zahlreiche bekannte und unbekannte Arten sterben aus, weil Lebensräume verloren gehen. Einer der Haupteinflussfaktoren ist der seit Beginn der Industrialisierung weltweit kontinuierlich gestiegene Ausstoß an Treibhausgasen.
So kommt es zu einem ungleichen Wettlauf zwischen Neuentdeckungen und der Vernichtung von Arten. Artenvielfalt und funktionierende Ökosysteme sind eine Voraussetzung, auch für uns Menschen. Die Aufrechterhaltung dieser Voraussetzungen ist eines der Kernziele der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Bei der Erreichung dieser Ziele setzen wir nicht nur darauf, dass unsere Forschungsergebnisse Gehör finden, sondern möchten auch mit gutem Beispiel vorangehen und unseren eigenen CO₂e-Fußabdruck minimieren.
Exkurs: Was ist eigentlich CO₂e? CO₂ Äquivalente (CO₂e) sind eine Einheit, mit der sich die Auswirkungen verschiedener Treibhausgase (THG) auf das Klima messen lassen. Durch die Umrechnung unterschiedlicher Arten von Emissionen in die äquivalente Menge an Kohlendioxid (CO₂) können diese Auswirkungen vergleichbar gemacht werden.
Mit Hilfe eines selbst entwickelten CO₂e-Leitfadens wollen wir eine systematische Erfassung aller klimarelevanten organisatorischen Aktivitäten ermöglichen, welche die jährlichen Emissionen transparent macht und Senckenberg den bevorstehenden Weg in die Klimaneutralität ebnet.
Die Berechnung des CO₂e-Fußabdrucks ermöglicht es uns, unseren Beitrag zu quantifizieren und zu verstehen.Für die wissenschaftliche Gemeinschaft ist die Transparenz in Bezug auf Umweltauswirkungen und Emissionen von großer Bedeutung. Die Berechnung des CO₂e-Fußabdrucks und das Veröffentlichen von Daten sollen dazu beitragen, die Integrität und Glaubwürdigkeit für die Umwandlung in eine nachhaltige Organisation zu fördern.
Abb.: Auszug aus der CO₂e-Bilanz 2022: Treibhausgasemissionen in Tonnen (t)
Das Verständnis der eigenen Umweltauswirkungen ermöglicht es uns, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung unserer Forschungspraktiken zu entwickeln. Dies kann beispielsweise die Einführung von energieeffizienten Labortechnologien, den Einsatz erneuerbarer Energien und die Reduzierung von Abfallströmen beinhalten.
Die Erforschung und Entwicklung von Lösungen für den Klimawandel und anderer Umweltprobleme erfordert ein tiefes Verständnis auch der eigenen CO₂e-Emissionen. Durch die Reduzierung des eigenen CO₂e-Fußabdrucks können wir einen aktiven Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten.
Zusammenfassend ist das Ermitteln des CO₂e-Fußabdrucks für eine Forschungseinrichtung von entscheidender Bedeutung, um ihre Umweltauswirkungen zu verstehen, wissenschaftlichen Standards gerecht zu werden, Finanzierungen zu sichern, die Forschung zu verbessern und zur Lösung globaler Umweltprobleme beizutragen.
Erstmalig wurde eine CO₂e-Bilanz für das Jahr 2022 erstellt. Es wird angestrebt, diese alle drei Jahre zu aktualisieren. Der ausführliche Bericht steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.
Mit Hilfe eines selbst entwickelten CO₂e- Leitfadens soll über die gesamte Organisation hinweg eine systematische Erfassung aller klimarelevanten organisatorischen Aktivitäten ermöglicht werden, welche die jährlichen Emissionen transparent macht und Senckenberg den bevorstehenden Weg in die Klimaneutralität ebnet. Der vorliegende Leitfaden ist jedoch weder vollständig noch abgeschlossen, er soll vielmehr als „Work in Progress“ verstanden werden.
Hintergrund
Als eine von 14 ausgewählten Leibniz Einrichtungen hat Senckenberg am Leibniz Pilotprojekt „klimaneutraler Forschungsbetrieb“ teilgenommen. Die Leibniz Gemeinschaft hat sich das Ziel gesetzt bis 2035 klimaneutral zu sein. Im Rahmen des Pilotvorhabens wurden durch das Nachhaltigkeitsteam rund um den Nachhaltigkeitsbeauftragten Emissionen ermittelt und ein Leitfaden für die Grunddatenerhebung und Erstellung einer CO₂e-Bilanz entwickelt.
Viele Daten, wie etwa Strom- und Wasserverbräuche, liefen bereits zentral in der Verwaltung in Frankfurt zusammen, jedoch nicht alle. Ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil des CO₂e-Fußabdrucks Senckenbergs setzt sich aus den Emissionen die durch den Weg zur Arbeit, sowie im Mobilen Arbeiten entstehen, zusammen. Zur Erfassung dieser Daten wurde eine Senckenberg weite Online Umfrage durchgeführt. Auch die Menge sowie die Häufigkeit der genutzten Hard- und Software hat Einfluss auf den CO₂e-Fußabdruck und wurde deshalb ebenfalls im Rahmen der Umfrage ermittelt.
Die mittels der Umfrage gewonnenen Daten bildeten einen wichtigen Bestandteil für die Erstellung eines Leitfadens für die Grunddatenerhebung und Erstellung einer SGN-weiten CO₂e-Bilanz.