Petrographie


Die Sektion Petrographie (Gesteinskunde) setzt den Schwerpunkt ihrer Forschung in der Rekonstruktion der Hebungs- und Flussgeschichte Sachsens.

Dabei sind Arbeiten zur  Sedimentpetrographie der fossilen Elbe von besonderem Interesse. Weitere Aufmerksamkeit ist der Erforschung von Fernejekta des Rieskraters, sogenannten Tektiten gewidmet. Damit soll ein Beitrag zum Gesamtverständnis des Riesimpaktes und seine Folgen für die damalige mitteleuropäische Landschaft geleistet werden. Ein noch junges Arbeitsgebiet in der Sektion ist Gesteinsidentifikation und Herkunftsbestimmung archäologischen Materials. Die Forschungsthemen der Sektion sind dem Tätigkeitsschwerpunkt Deep time: Evolving Earth and Palaeoenvironments innerhalb des Forschungsbereichs Biodiversität und Erdsystem-Dynamik zugeordnet.

Ein weiteres Arbeitsgebiet ist die Betreuung der umfangreichen petrographischen Sammlungen. Die über 70.000 Gesteine umfassenden Sammlungen gliedern sich in mehrere Spezialsammlungen.

Die Sammlung sächsischer Gesteine enthält in großer Vollständigkeit Gesteine aus ganz Sachsen. Viele dieser Gesteine sind heute einzigartige Belegstücke. Bedeutend sind ebenfalls die Sammlung der außersächsischen Gesteine, die Geröll- und Geschiebesammlung und die Sammlung der Bau- und Dekorationsgesteinen, ferner die Sammlung mikroskopischer Dünnschliffe und die Lehr- und Übungssammlung.

Ihre Geschichte reicht bis auf die vom Kurfürst August 1560 angelegte kurfürstliche Kunstkammer zurück, in welcher bereits um 1587 die Sammlung sächsischer Gesteine des italienischen Hofbildhauers und -baumeisters Giovanni Maria Nosseni ein wichtiger Bestandteil war. Aufschwung erfuhr die petrographische Sammlung durch das Wirken von Ernst Kalkowsky, der ein Vielzahl von Gesteinen und Dünnschliffen erwarb oder anfertigen ließ. Dem langjährigen Kustos der Sammlung, Dieter Beeger, gelang es, eine umfangreiche Bau- und Dekorationsgesteinssamlung aufzubauen.

Die Mitarbeiter der Sektion Petrographie sind in die Lehre an sächsischen Universitäten, besonders an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und an der Technischen Universität Dresden, eingebunden und übernehmen Betreuungsaufgaben bei den verschiedensten Formen der akademischen Qualifizierung (Diplom-, Bakkelaureats-, Masterarbeiten und Promotionen). An der Sektion besteht die Möglichkeit eines Volontariats für wissenschaftlichen Nachwuchs. Weiterhin können Praktika im Rahmen der beruflichen oder universitären Ausbildung abgeleistet werden.

In der Sektion Petrographie besteht die Möglichkeit zur Betreuung und Durchführung von Qualifizierungsarbeiten (Bakkalaureus- und Masterarbeiten), insbesondere in Kooperation mit der Technischen Universität Bergakademie Freiberg oder der Technischen Universität Dresden.
Die laborativen und analytischen Arbeiten erfolgen im Normalfall an den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden. In Abstimmung mit den zuständigen Laborleitern können diese auch in den entsprechenden Laboren der Technischen Universität Bergakademie Freiberg durchgeführt werden.

Weiterhin sind in der Sektion Praktika und Belegarbeiten im Rahmen eines Bachelor- oder Masterstudiums der Geologie, Mineralogie oder Geographie bzw. einer Technikerausbildung an einer Fachschule möglich. Die Praktikumsdauer beträgt mindestens vier Wochen, das Praktikum wird nicht vergütet.

Die Sektion ist auch FÖJ-Einsatzstelle in Zusammenarbeit mit den Paritätischen Freiwilligendiensten in Sachsen gGmbH.

 

Labore

Die Labore der Sektion erfüllen eine wichtige Dienstleistungsfunktion für Forschungsarbeiten und Gutachten, sowohl inner- und als auch außerhalb des Institutes:

Das Schleif- und Präparationslabor beinhaltet vorwiegend verschiedene Trenn-, Schleif- und Poliermaschinen für die Anschliff- und Dünnschliffpräparation.

Für die Mineralseparation und Siebanalysen steht ein Aufbereitunglabor zur Verfügung. Dessen Ausstattung umfasst Laborabzug, Trockenschrank, Siebmaschine und einen Magnetscheider.

Zentraler Teil des Spaltspurenlabors ist ein Forschungsmikroskop mit angebautem Scanningtisch, Videokamera und einer computergestützten Auswerteeinheit.

Die Röntgenfluoreszenzanalytik wird in der Sektion zur geochemischen Untersuchungen von Gesteinen und archäologischen Objekten herangezogen.