Die Riesenassel Bathynomus gigantheus.
Die Riesenassel Bathynomus gigantheus.

Crustaceen


Die Crustaceensektion beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Ranzenkrebsen (Peracarida),  sowie den Zehnfüßkrebsen (Decapoda).

Die Crustaceen-Sektion bildet eine der ältesten Sektionen des Senckenberg Frankfurt. Sie besteht seit dem frühen 19. Jahrhundert als sie durch Eduard Rüppell gegründet und zunächst auch geleitet wurde. Über ihre lange und vielseitige Geschichte wurde in der Sektion eine der bedeutendsten Krebstiersammlungen Europas aufgebaut. Die Crustaceensammlung beinhaltet historisch bedingt vor allem Zehnfußkrebse (Decapoda), unter anderem große Sammlungen aus Japan, der Nordsee und Arabischen Meeren. Dabei handelt es sich um Tiere, die auch schon der Laie sofort als Krebse erkennt.

Heute wird die Sektion durch Prof. Dr. Angelika Brandt geleitet, deren Forschung sich schwerpunktmäßig mit Asseln (Isopoda) und anderen Ranzenkrebsen (Peracarida) aus der Tiefsee sowie aus Polarregionen beschäftigt. Diese für Crustaceenverhältnisse sehr artenreichen Gruppen (ca. 12.000 Asselarten und ca. 14.000 Decapoda) weisen sehr große Formenvielfalt auf, die es ihnen erlaubt, alle Lebensräume des Meeres und des Süßwassers zu besiedeln, von der Tiefsee bis in die Brandungszone des Meeres sowie große Flusssysteme bis in Gebirgsregionen. Sogar das Land haben sie erobert, die Mangroven und Strände vom Meer aus und trockenere Böden im Gebirge von Süßwasser aus. Die Evolution und ökologische Bedeutung dieser ungeheuren Formenvielfalt, die nur zum Teil erfasst und noch viel weniger verstanden sind, betrachten wir als Herausforderung für unsere Forschung. Unsere Arbeiten stützen sich auf dem Fundament der Taxonomie, die zum Erfassen der Diversität des Lebens eine unentbehrliche Voraussetzung bildet.

Zu den wichtigsten Aufgabengebieten der Crustaceensektion gehören die Forschung und die Pflege und Erweiterung der Sammlung. In diesem Zusammenhang arbeiten wir eng mit unserem Schwesterinstitut Senckenberg am Meer zusammen. Darüber hinaus bilden universitäre Lehre an der Goethe Universität Frankfurt am Main, die Ausbildung von biologisch-technischen Assistent*innen in Zusammenarbeit mit der Senckenberg-Schule sowie vielfältige Aspekte der Beratung, Gremienarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation ein vielfältig-buntes Spektrum an Aktivitäten der Mitarbeiter der Crustaceen-Sektion. Unter anderem waren die Forscher*innen der Crustaceen-Sektion an dem Verfassen des Global Assessment 2019 des IPBES beteiligt. In unterschiedlichen Interviews stellen Prof. Dr. Angelika Brandt, Dr. Hanieh Saeedi und Dr. Torben Riehl dar, was ihre Arbeit für die Meeresumwelt, ihre Forschungsfelder und für sie persönlich bedeutet.

Im Sinne der Senckenberg-Mission „Sammeln, Erforschen, Vermitteln“ sind Wissenschaftler*innen und Technische Assistent*innen der Crustaceen-Sektion an der Entwicklung unserer Museen beteiligt. Als besonderes Highlight wird ein Teil unserer Forschung ab dem Jahr 2020 in den neuen Dauerausstellungen Tiefsee und Meeresforschung präsentiert. Mehr Informationen zu den Umbauplänen und den Aktionen im Rahmen der öffentlichen Fundraising-Kampagne finden Sie auf www.Die-Welt-baut-ihr-Museum.de.

Wenn Sie einen seltenen Einblick hinter die Kulissen unserer Sektion und einen tieferen Einblick in unsere Forschung erhaschen möchten, achten sie auf angekündigte Termine. Wir bieten auch an, dass Sie im Rahmen der schulischen oder universitären Ausbildung bei uns ein Praktikum machen können. Bitte wenden Sie sich dafür an die zentrale Praktikums-Stelle unseres Instituts.