Forschung

Lebenszyklus und Populationsdynamik calanoider Copepoden


In experimentellen Studien wird die Auswirkung von Veränderungen der physikalischen Umwelt auf Wachstum, Entwicklung und Sterblichkeit einzelner Copepodenarten (Pseudocalanus elongatus, Acartia tonsa) aus Nord- und Ostsee in situ an Bord von Forschungsschiffen und an Tieren aus Laborkulturen untersucht.

Calanoide Copepoden besitzen eine Schlüsselrolle in marinen Nahrungsnetzen, da sie vielen kommerziell genutzten Fischarten als Hauptnahrungsquelle dienen und als Grazer auf das  Phytoplankton so Energie von der Primärproduktion auf höhere trophische Ebenen transferieren. Jede Veränderung auf der Gemeinschaftsebene der Copepoden hat daher Konsequenzen für das gesamte marine Nahrungsnetz.

Charakteristika in der Populationsdynamik, wie Reproduktionszeit und -potential, Wachstum oder Sterberaten sind wichtige Parameter um den Lebenszyklus calanoider Copepoden zu beschreiben, die Sekundärproduktion abzuschätzen und Rückschlüsse vom Einfluss des Lebenszyklus calanoider Copepoden auf die Rekrutierung und Bestandsdynamik kommerziell genutzter Fische zu ziehen.

 Diese Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, ob die in Nord- und Ostsee vorkommenden Arten langfristig fähig sind, sich an Veränderungen in ihrer Umwelt anzupassen und eine Population in den untersuchten Gebieten aufrecht zu erhalten, oder ob die Umweltveränderungen ein Abwandern oder Aussterben verschiedener Art verursachen.

Zusätzliche Versuche mit geographisch separierten Populationen bzw. Individuen aus unterschiedlichen marinen Ökosystemen werden Aufschluss darüber geben, ob intra-spezifische Variationen im Anpassungspotential eher der phänotypischen Plastizität oder der genetischen Variabilität zuzuordnen sind.