Grabung Außenstelle Messel

Standort Messel


Nach dem Verzicht auf eine Deponie in der Grube Messel im Jahr 1990 und dem Kauf der Grube im Juni 1991 entschied sich das Land Hessen, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) als besonders erfahrene Partnerin in Sachen Messel zur Betreiberin der Grube zu gewinnen.

Ein Jahr später, am 24. Juni 1992, unterzeichneten das Land Hessen und die SGN einen Vertrag zwecks Erhaltung der Grube als einzigartige Fossilienfundstätte; die SGN wird mit Wirkung vom 1. Juli 1992 Betreiberin der Grube Messel im Sinne des Bundesberggesetzes. Bund und Land finanzieren dies gemeinsam über den Haushalt des Forschungsinstituts Senckenberg.

Ab 1983 diente ein von der YTONG-AG angemietetes Haus als senckenbergische Außenstelle direkt an der Grube Messel. 1992 wurde es durch die SGN gekauft und in den folgenden Jahren zur Forschungsstation umgebaut. Hier befinden sich die Präparation mit Nasslabor, ein Röntgenlabor, Büroräume für die technischen und wissenschaftlichen Mitarbeiter(innen), ein Vortragsraum/Sitzungszimmer, eine Hausmeisterwohnung sowie Aufenthalts- und Schlafräume für Grabungspraktikant(inn)en.

Die Forschungsstation ist der Arbeitsplatz der Mitarbeiter*innen der Grabung und Präparation sowie der Sitz der Sektion Paläoentomologie.

Grabung und Präparation

Die Grabungen müssen jeweils zum Beginn des Jahres angemeldet und Grabungsgenehmigungen beantragt werden. Die Grabungssaison beginnt im Mai und endet im September/Oktober, wobei die verschiedenen Institute unterschiedlich lange graben. Bei den wissenschaftlichen Grabungen werden Ölschieferblöcke mit einem GPS-System der neuesten Generation (GNSS-Base-Rover-System) eingemessen, abgebaut und anschließend vom Grabungsteam sorgfältig nach Fossilien durchsucht.

Da der wasserhaltige Ölschiefer an der Luft austrocknen und zerfallen würde, werden Wirbeltier-Fossilien auf eine andere Trägerplatte umgebettet, also transferiert. Dazu wird das Fundstück zunächst auf einer Seite präpariert und diese dann in Kunstharz eingegossen. Nach dem Aushärten der künstlichen Trägerplatte wird die zweite Seite des Fossils freigelegt. Dieses Präparationsverfahren wird Kunstharz-Transfermethode genannt.

Was in der Theorie so rasch erklärt ist, dauert in der Praxis je nach Größe und Erhaltung des Fossils Tage, manchmal sogar Wochen. Die Präparatoren benutzen feine Metallnadeln, um das Fossil freizulegen. Damit auch feinste Knochenstrukturen freigelegt, aber nicht beschädigt werden, wird jeder Handgriff mit Hilfe eines Binokulars kontrolliert.

Insekten-Fossilien werden sehr sorgfältig von einer Seite vom aufliegenden Ölschiefer befreit und dann als kleine Ölschiefer-Plättchen in kleinen Plastikdosen in Glycerin oder Silikonöl aufbewahrt. Nur in seltenen Ausnahmefällen werden sie auf Kunstharz transferiert.

Vierwöchiges Grabungs-Praktikum in der „Grube Messel“ für Studierende der Geowissenschaften

Senckenberg gräbt jährlich in der Fossillagerstätte „Grube Messel“ nach Fossilien.

Im Rahmen unserer Grabungskampagne von Mai bis September in der Fossilienfundstätte „Grube Messel“ sind mehrere Praktikumsplätze zu vergeben. Bewerbungen für ein Praktikum als studentische Grabungshelfer(innen) müssen spätestens bis zum 31. Januar in Messel eingegangen sein. Die Kandidat(inn)en sollten sich besonders für Paläontologie interessieren und die für Ausgrabungen notwendige Einsatzbereitschaft mitbringen. Wir weisen darauf hin, dass alle ausgegrabenen Fossilien Eigentum des Landes Hessen sind.

Bitte reichen Sie mit der kompletten Bewerbung (Anschreiben + CV mit Foto) noch folgende Nachweise ein:

  • Immatrikulationsbescheinigung einer Hochschule bzw. Universität in der Bundesrepublik Deutschland
    und den Auszug aus der Studienordnung für den zu erbringenden Nachweis eines Pflichtpraktikums

Pro geleistetem Arbeitstag erhält der/die Teilnehmer*in eine Aufwandsentschädigung in Höhe von Euro 28.

Allen Teilnehmer(inne)n steht eine einfache, aber kostenlose Unterbringungsmöglichkeit in unserer Senckenberg Forschungsstation zur Verfügung. An- und Abreise sowie Verpflegung muss von der jeweiligen Person selbst getragen werden.