Geschichte

Die Ursprünge der mineralogischen Sammlung reichen bis in die Zeit der kurfürstlichen Kunstkammer im Dresdner Residenzschloss im 16. Jahrhundert zurück, wurden doch Minerale wie Amethyst von Wiesenbad und Jaspis von Oberlungwitz bei St. Egidien neben der berühmten Smaragdstufe aus Kolumbien, welche seit 1724 den „Mohren“ von Balthasar Permoser im Grünen Gewölbe ziert, im Kunstkammerinventarium von 1587 erwähnt.

Später kamen die Silberstufen aus den sächsischen Bergwerken hinzu, von denen einzelne schon in dem von Kunstkämmerer Theodosius Häsel im Jahre 1640 erstellten Inventarium der kurfürstlichen Kunstkammer beschrieben sind.
Die Sammlung, in einer lückenlosen Reihe von Kunstkämmerern, Inspektoren und Wissenschaftlern (Kustoden) betreut, wuchs über die Jahrhunderte zu ihrem heutigen Umfang an.
Waren die Bergämter bis 1765 verpflichtet, Erze und Minerale an das Mineralienkabinett im Dresdner Zwinger zu liefern, fiel diese Quelle in der Folgezeit weg, und alle Neuerwerbungen mussten durch Kauf realisiert werden.

Im Jahre 1806 gelang mit dem auf 14 632 Taler bezifferten Ankauf der 5411 Stück umfassenden Mineralsammlung von Joseph Friedrich Freiherr zu Racknitz (1744-1818) eine bedeutende Bereicherung der Sammlungen des Mineralienkabinetts mit einheimischen sächsischen Mineralen, aber auch mit einem Zuwachs an Stufen aus aller Welt.

Schon um 1755 waren die Silberstufen aus Sachsen von den ausländischen getrennt aufgestellt worden, damals vor allem, um dem Besucher die Grundlage für Sachsens Reichtum vor Augen zu führen. Die für die wissenschaftliche Entwicklung zukunftsweisende und profilbestimmende Trennung in eine vaterländisch-sächsische Mineralsammlung und eine systematische Mineralsammlung, welche noch heute Gültigkeit besitzt, erfolgte unter dem Direktorat von Hanns Bruno Geinitz um das Jahr 1852. Umfassten die Sammlungen am Ende der Amtszeit von Hanns Bruno Geinitz im Jahr 1898 ca. 14 800 Minerale, wuchsen die Bestände bis 1945 auf über 37 000 Mineralstufen an.

Einen Zuwachs von 10 000 Objekten erbrachte der Ankauf der Mineraliensammlung des Bergbauunternehmers, Sammlers und Mäzens Dr. h.c. Richard Baldauf (1848-1931) im Jahre 1940. Der Ankauf dieser Sammlung, welche zu den schönsten Privatsammlungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte, war eine der umfangreichsten und bedeutendsten Erwerbungen in der Museumsgeschichte. Unter den zahlreichen Schaustufen und wissenschaftlich wertvollen Seltenheiten aus dieser Sammlung ist das berühmte „Baldauf-Silber“ hervorzuheben, eine 24 x 12,5 x 19 Zentimeter große Silberstufe, welche 1907 auf der Grube Himmelsfürst bei Brand-Erbisdorf gefunden und durch Richard Baldauf im Jahre 1913 käuflich erworben werden konnte.

Nach 1945 wurden vor allem regionale Mineralien-sammlungen angekauft, so die Vogtlandsammlung von Albin Jahn (1886-1946), die Granulitgebirgssammlung von Rudolf Nestler (1906-1974), die Osterzgebirgssammlungen von Carl Rau (1893-1975) und Carl August Morgenstern (1860-1929) sowie die Westerzgebirgssammlung von Erich Donath (1900-1979).
Mit dem Ankauf der Sammlung des Chemikers Dr. H.-J. Jahn (geb. 1927) im Jahr 1994 konnten Lücken in der systematischen Mineralsammlung geschlossen werden.
Im Jahr 2008 wurde die bedeutende Achat- und Amethystsammlung, vorwiegend von Fundorten im Osterzgebirge, von Bernd Hentschelmann (geb. 1950) erworben.

Hinzu kommt eine Kollektion an Meteoriten mit Belegen von über 200 Meteoritenfällen und -funden in über 270 Exemplaren, welche alphabetisch nach Fall- oder Fundort aufgestellt ist. Neben Meteoriten aus der Frühzeit des Meteoritensammelns Ende des 18. Jahrhunderts enthält diese Sammlung zwei sächsische Meteorite mit der Hauptmasse des Eisenmeteorits von Nenntmannsdorf bei Pirna und einer repräsentativen Scheibe des Steineisenmeteorits von Rittersgrün im Westerzgebirge.

Heute umfassen die mineralogischen Sammlungen einen Bestand von über 65 000 Mineralen.