Mammalogie

Forschung


Forschungsaufgaben der Sektion sind Systematik und Evolution der Säugetiere auf der Grundlage morphologischer und vergleichend-anatomischer Methoden und unter konsequenter Anwendung der Methode der phylogenetischen Systematik. 

Die phylogenetischen, funktionsmorphologischen, evolutiven und paläoökologischen Fragestellungen werden mit einem ausgesprochen interdisziplinären Ansatz verfolgt, der zoologische und paläontologische Arbeitsmethoden verbindet. Hinzu kommen eine zunehmende Vernetzung mit molekularbiologischen Daten sowie der Einsatz der mikroskopischen Anatomie, Micro-Computertomographie und 3D-Rekonstruktion.

Forschungsschwerpunkte

  • Craniogenese bei Säugetieren (v.a. Rodentia)
  • Evolution der Cynodontia
  • Vergleichende Anatomie und Funktionsmorphologie der Nasen- und Ohrregion bei rezenten und fossilen Säugetieren (v.a. Rodentia, Lagomorpha, Carnivora)
  • Vergleichende Anatomie und Funktionsmorphologie der Wirbelsäule bei Placentalia

Ausgewählte Projekte 

  1. Pattern of element loss in the postcranial skeleton of extant and fossil mammals (Projekt im Modul „M1: Phenotyping“ des interdisziplinären Großprojekts „Forward Genomics“; Förderung durch die Leibniz-Gemeinschaft; Doktorandin: Rebecca Hofmann)
  2. Dr. Rachel Racicot ist Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gehörsinn und der Echolokation der Delfine und Wale. In ihrem Projekt untersucht sie mittels µCT-Scans Entwicklungsstadien modernen Cetaceen, die zur Kontrastanhebung mit Iod eingefärbt werden. Die rezenten Vertreter werden auch mit fossilen Cetaceen verglichen, um die Evolution dieses komplexen Orientierungssinnes zu studieren.
  3. Gemäß dem Motto „Zeit für Löwen – erforschen, verstehen, erhalten“ untersucht Mathias Wirkner in seiner Doktorarbeit die Ohrregion des Löwen und anderer Großkatzen auf inner- und zwischenartliche Unterschiede im Rahmen des Projektes „Morphofunctional, systematic and evolutionary implications of internal cranial structures in Panthera sp. (Felidae, Mammalia)”. Die daraus gewonnenen Daten werden vor dem Hintergrund der Ökologie interpretiert und auf fossile Vertreter übertragen und so in einen evolutionären Kontext gesetzt. Darüber hinaus ergeben sich wichtige Implikationen für den Artenschutz. Denn nur was wir verstehen, können wir schützen. Dieses Projekt ist teilfinanziert (in alphabetischer Reihenfolge) durch die Paul-Ungerer-Stiftung und Seiko Deutschland Branch of Seiko UK Ltd.