Botanik und Molekulare Evolutionsforschung

Aktuelles

Arbeitstreffen zur Neuauflage der Roten Liste der Flechten Deutschlands

22.02.2024
Am 1. und 2. Februar 2024 trafen sich 17 Bearbeiter*innen der Roten Liste der Flechten Deutschlands und fünf Mitarbeiter*innen des Rote-Liste-Zentrums in der Abteilung Botanik, um die Gefährdungsbeurteilungen für etwa 100 besonders problematische Arten zu besprechen. Zwei weitere Bearbeiter waren online zugeschaltet.
Aus Deutschland sind bisher ca. 2.200 Flechtenarten und 600 flechtenbewohnende Pilzarten bekannt. Die Artenzahl wächst aber durch Neufunde und eine bessere systematische Erforschung ständig an, ein deutliches Zeichen dafür, dass selbst reiche Länder wie Deutschland bei vielen Organismen keinen Überblick über ihre Biodiversität haben.
Flechten sind gute Anzeiger für vom Menschen verursachte Umweltschäden, egal ob es sich um Luftverschmutzung, Überdüngung, forst- und landwirtschaftliche Eingriffe oder Flächenversiegelung handelt. Viele vor hundert Jahren noch häufige Arten sind mittlerweile stark dezimiert oder sogar ausgestorben, während sich in letzter Zeit unempfindliche, meist stickstoffliebende Arten rasant ausbreiten.

Claudia Burck besuchte mit ihrem Mannn am 26. Januar das Moosherbar

01.02.2024
Frau Burck ist die Urenkelin von Otto Burck (1873-1966), der von 1921 bis 1956 ehrenamtlicher Sektionsleiter der botanischen Sammlungen war und große Verdienste um den Aufbau der bryologischen Sammlung hat. Sie hatte durch eine Kondolenzspende anlässlich der Beerdigung ihres Vaters die Anschaffung eines modernen Binokulars für die Botanik ermöglicht. Bei diesem Besuch konnte Frau Burck unsere Vergleichssammlung von Moosen in Augenschein nehmen, die Otto Burck in seiner über 40-jährigen Arbeit für Senckenberg angelegt hatte. Dieses Herbar in gebundenen Bänden enthält auch mikroskopische Präparate und war die Grundlage für seine umfangreiche Monographie „Die Laubmoose Mitteleuropas“ von 1947.

Nach 41 Jahren an alter Wirkungsstätte

11.01.2024
Am 9. Januar 2024 übergaben Brigitte Haustein und ihr Mann Duplikate der Moos-Aufsammlungen von Ruprecht Düll aus Nordamerika an das Herbarium Senckenbergianum. Brigitte Haustein war 1982 ein knappes Jahr in der Abteilung beschäftigt und mit der Bearbeitung von Moos-Aufsammlungen befasst.

Wir gratulieren herzlich!

11.01.2024
Am 8. Januar 2024 feierte unsere langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin Annemarie Bähr ihren 100. Geburtstag. Frau Bähr war über 20 Jahre, bis über ihren 90. Geburtstag hinaus, am Herbarium tätig. Wir wünschen ihr für das neue Lebensjahr alles Gute!

Übernahme Sammlung Peter Rességuier

11.01.2024
Im Dezember 2023 wurden rund 3.500 Herbarbelege von Peter Rességuier (Marktheidenfeld) übernommen. Damit befindet sich seine gesamte Sammlung im Herbarium Senckenbergianum. Es handelt sich um Phanerogamen und Kryptogamen aus Deutschland (Spessart und Rhön), Schweiz, Frankreich, Island, Tansania, N-Afrika und Peru.

Sammelreise nach Taiwan

02.01.2024
Vom 15. bis 30. Oktober 2023 sammelte unser ehrenamtlicher Mitarbeiter Gerhard Winter zusammen mit Alfons Schäfer-Verwimp auf Einladung des National Taiwan Museum und des Taiwan Biodiversity Research Institute Bryophyten in Taiwan. Diese seine 3. Sammelreise wurde wiederum von den beiden Instituten organisiert und finanziert. Alle Belege wurden vor dem Sammeln fotografiert; es ist geplant, eine illustrierte Broschüre über die Moose von Dasyueshan zu veröffentlichen. Gemäß den Vereinbarungen konnte Winter die Belege zur Bestimmung nach Deutschland mitnehmen, danach werden sie aufgeteilt: eine Hälfte für ein Herbar in Taiwan (TAIM oder TAIE) und eine Hälfte für das Herbarium Senckenbergianum (FR). Bei Neubeschreibungen geht der Holotypus nach Taiwan, der Isotypus bleibt bei Senckenberg, wie bei Frullania dasyueshanensis Schäf.-Verw. & Gerh. Winter 2020.

Gouachen von Elisabeth Schultz im Palmengarten

06.12.2023
In der sehenswerten Ausstellung „Orchideen – Evolution und Perfektion“ im Palmengarten (Galerie West am Palmenhaus, 28.09.2023 – 28.01.2024) wird die Orchideen-Flora Frankfurts im 19. Jahrhundert mit Gouachen der Malerin Elisabeth Schultz (1817-1898) vorgestellt. Insgesamt hat sie 31 Orchideen-Arten auf 35 Blättern dokumentiert. Nur elf Arten kommen heute in Frankfurt noch wild vor (in der Ausstellung sind diese Gouachen weiß gerahmt), 20 Arten sind verschollen (brauner Rahmen). Das gesamte Werk von 1262 naturgetreuen Pflanzenbildern der Flora Frankfurts ist Teil der botanischen Sammlungen des Herbarium Senckenbergianum in Frankfurt.

Maxillaria und Epidendrum im Herbarium FR

06.11.2023
Im Rahmen einer gerade erfolgreich abgeschlossenen Bachelorarbeit an der TU Darmstadt hat Klaus Area Rug die Belege der Orchideen-Gattungen Epidendrum und Maxillaria im Herbarium FR revidiert. Epidendrum ist mit 121 Herbarbelegen und 51 Arten repräsentiert, Maxillaria mit 78 Belegen und 19 Arten; 49 meist rein vegetative Belege konnten nicht zweifelsfrei einer Art zugeordnet werden. Geographische Sammlungsschwerpunkte sind Bolivien, Venezuela und Mittelamerika/Karibik. Alle untersuchten Belege sind mit Belegdaten und hochauflösendem Scan in Kürze Teil der SeSam-Datenbank.

Botaniktreffen 2023 in Jena

04.10.2023
Das diesjährige Treffen der senckenbergischen Botaniker und Botanikerinnen fand dieses Jahr (25.-26. September) in Jena statt. Mit fast 30 Teilnehmenden war es so gut besucht wie wohl noch nie zuvor, auch wenn Stefan Dressler, ein Gründungsmitglied dieser Treffen, schmerzlich vermisst wurde.
Neben herbarbezogenen Themen waren geplante und laufende gemeinsame Forschungs- und Digitalisierungsprojekte Themen. Ebenso die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Portale mit botanischem Inhalt, wo nun durch die Arbeiten der Görlitzer Kolleg*innen große Fortschritte im Bereich der IT-Standardisierung und Aktualisierung erreicht wurden (z. B. bei „Flora von Frankfurt am Main“). Vor dem Hintergrund des nun entstehenden neuen Senckenberg-Instituts SJeP (Senckenberg Jena Centre for Plant Form and Function), das auch das Herbarium und den Botanischen Garten einschließen wird, waren die Führungen durch das Herbarium Haussknecht am alten und neuen Standort sowie der bevorstehende Umzug, die Unterbringung und Aufstellung des ca. 3,5 Mio Belege umfassenden Herbars von besonderem Interesse.
Herzlichen Dank an Prof. Dr. Frank Hellwig, Prof. Dr. Christine Römermann und ihre Arbeitsgruppen von der Friedrich-Schiller-Universität Jena für die rundum gelungene Tagung, die auch eine Exkursion in die Umgebung Jenas einschloss.

Abteilungsexkursion nach Gelnhausen

04.10.2023
Am 22. September 2023 fand die diesjährige Abteilungsexkursion nach Gelnhausen und nach Nidderau statt. An eine Führung durch das historische Gelnhausen schloss sich ein Beisammensein in Nidderau bei unserem langjährigen Kollegen Rainer Döring an. Ein rundum gelungener Tag, den Beschäftigte, Ehrenamtliche und Senckenberg-Schüler der Abteilung bei bestem Wetter zusammen verbrachten. Herzlichen Dank an die Organisatoren und an Rainer und seine Frau Bettina für die tolle Bewirtung.

 

Dr. Stefan Dressler
(27.01.1964 – 14.09.2023)

19.09.2023
In der vergangenen Woche ist unser langjähriger, geschätzter und lieber Kollege Stefan Dressler in Berlin nach langer schwerer Krankheit verstorben. Stefan Dressler ist gebürtiger (und überzeugter) Berliner und begann sein Biologiestudium nach dem Wehrdienst in der NVA (1982-1984) zunächst an der Karl-Marx-Universität in Leipzig (1984-1987). Um sich auf Botanik zu spezialisieren, wechselte er dann an die Humboldt-Universität zu Berlin und belegte dort als Schwerpunkt zusammen mit dem Museum für Naturkunde durchgeführte Veranstaltungen zur systematischen Botanik. Es folgte 1990 die Diplomarbeit zur Frucht- und Samenmorphologie der Theaceae und im Anschluss die Doktorarbeit zu Systematik und Evolution der Gattung Marcgravia in der Karibik. Seine Betreuer waren der Botaniker Prof. Dr. Egon Köhler und der Paläobotaniker Prof. Dr. Dieter H. Mai. Nach der Promotion 1994 wechselte er an das Rijksherbarium Leiden (heute Naturalis) und beschäftigte sich dort besonders mit der Gattung Bridelia (Tribus Bridelieae) aus der Familie der Pyllanthaceae. In Zusammenarbeit mit Ad de Roon, einem Bearbeiter der Marcgraviaceae am Herbarium Utrecht, setzte er auch seine Studien an dieser Familie fort.
Am 01.01.1997 erfolgte dann die Einstellung in der damaligen Abteilung Botanik-Paläobotanik als Sektionär für Phanerogamen II. Die Monographie der neotropischen Familie Marcgraviaceae blieb ein besonderer Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit, hinzu kamen neben Phyllanthaceae, Euphorbiaceae noch Theaceae und Pentaphylacaceae (Gattung Ternstroemia) und die Bearbeitungen dieser Gruppen für verschiedene internationale Florenwerke (z. B. Flora de Cuba). Zu einem weiteren Schwerpunkt entwickelten sich dann die Arbeiten zur afrikanischen Flora, insbesondere von Burkina Faso. Neben zahlreichen Veröffentlichungen sind auch verschiedene wissenschaftliche Datenbanken und Portale das Ergebnis seiner Arbeit. Besonderen Anteil hat Stefan Dressler an der Entwicklung des sehr erfolgreichen Portals mit interaktivem Bestimmungsschlüssel und Fotodatenbank „African Plants“ (bisher weit >1 Mio Nutzer) sowie den Portalen „Bestimmungskritische Taxa zur Flora von Deutschland“ und „Chromosomenzahlen zur Flora von Deutschland“. Als „Vollblutbotaniker“ führte Stefan Dressler zahlreiche Sammelreisen durch (z. B. Indonesien, Mexiko, Cuba (mehrfach), Neuguinea, Namibia, Sambia …) und bearbeitete seine Gruppen in zahlreichen Herbarsammlungen in aller Welt. Das Herbarium Senckenbergianum lag ihm besonders am Herzen und er nahm seine vielfältigen kuratorischen Aufgaben sehr ernst. Dadurch hat er ganz wesentlich zur positiven Entwicklung des Herbars und seiner (noch lange nicht abgeschlossenen) Digitalisierung beigetragen. Mit Freude und großem Einsatz hat er auch die Lehraufgaben sowohl an der Goethe-Universität als auch an der Senckenberg-Schule durchgeführt und Examensarbeiten betreut. Stefan hat die Arbeit mit an der Botanik interessierten Menschen stets Freude bereitet, und so war er auch für die zahlreichen ehrenamtlich in der Abteilung Tätigen ein wichtiger Ansprechpartner.
Stefan Dressler ist seiner Heimatstadt immer treu geblieben und pendelte zwischen Frankfurt und den Wochenenden in Berlin, wo er mit seinem langjährigen Lebensgefährten und Ehemann Bernd-Ove Hansen auch viel Zeit auf dem Lande in Petershagen und Oderberg zubrachte. Wir haben viel zu früh nicht nur einen engagierten, erfolgreichen Wissenschaftler und Sammlungskurator, sondern auch einen hochgeschätzten, hilfsbereiten und humorvollen Kollegen verloren, dem viele in der Abteilung freundschaftlich verbunden waren.

Ausstellung „Floralia: Merian – Schultz – Crespo“ (08.09. – 03.12.2023)

11.09.2023
In der am vergangenen Donnerstag im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt eröffneten Sonderausstellung werden – neben Werken von Maria Sibylla Merian und Ulrike Crespo – 32 Gouachen zur Flora von Frankfurt der Malerin Elisabeth Schultz (1817-1898) gezeigt. Elisabeth Schultz hat mit ihren 1262 wissenschaftlich präzisen Pflanzenabbildungen eine vollständige Dokumentation der Frankfurter Flora um die Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffen, die u. a. das frühere, heute erloschene Vorkommen zahlreicher Arten dokumentiert. Die gesamten Abbildungen sind Teil der Sammlungen der Abteilung Botanik und Molekulare  Evolutionsforschung.

Immer wieder Wildnis …

22.08.2023
Als Band 662 der BfN-Schriften ist nun der umfangreiche und reich bebilderte Bericht zum vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Drittmittelprojekt „Städte wagen Wildnis“ erschienen. Die Städte Dessau-Roßlau, Frankfurt am Main und Hannover sowie die drei Institutionen der wissenschaftlichen Begleitung (darunter die Biotopkartierung der Abt. Botanik vom Institut Senckenberg Frankfurt) berichten in der Studie über die Entwicklung der Biodiversität auf Flächen, auf denen keine Eingriffe/Pflegemaßnahmen (oder nur in eingeschränktem Umfang) vorgenommen wurden. In Frankfurt sind dies der Nordpark Bonames und der Monte Scherbelino. Vielfach konnte eine Steigerung der Lebensraum- und Artenvielfalt beobachtet werden, z. T. aber auch stark geprägt von den extremen Klimabedingungen in besonders 2 der 5 Untersuchungsjahre. Die Studie ist in Kürze kostenlos als pdf erhältlich unter www.bfn.de/publikationen.

Besuch aus Bogotá

22.08.2023
Vom 14. bis 19. August 2023 besuchte Prof. Dr. Julián Aguirre-Santoro von der Nationaluniversität in Bogotá, Kolumbien, das Herbarium Senckenbergianum in Frankfurt, um die Bromeliensammlung, insbesondere die Gattung Greigia, zu studieren. Zum Programm gehörte auch ein Besuch der Bromelien-Lebendsammlungen im Palmengarten, wo er mit freundlicher Hilfe von Martina Jacobi auch die nichtöffentlichen Teile der Sammlung besuchen konnte. Ein ganzer Tag war den Herbar- und Lebendsammlungen der Bromeliaceae von Werner Rauh im Heidelberger Botanischen Garten gewidmet.

Stadtnatur und Flächenkonkurrenz

05.06.2023
Am 23. Mai 2023 fand eine Abendveranstaltung der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt zum Thema „Stadtnatur vs. Wohnungsbau“ statt. An zwei Vorträge von Senckenbergern (Julia Krohmer, Georg Zizka) schloss sich eine Podiumsdiskussion an. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist im Internet verfügbar unter:

https://polytechnische.de/Vortragsreihe_Frankfurt_Next_Generation_Teil_1/23-05-2023-georg-zizka-mike-josef-frank-junker-stadtnatur-vs-wohnungsbau

Besuch aus den USA

15.05.2023
Willi Jürgen Schrenk, einer unserer Sammler, besuchte gemeinsam mit seiner Gattin Ruth während eines Zwischenstopps am Frankfurter Flughafen am Samstag, dem 13. Mai 2023, das Herbarium Senckenbergianum. Sein besonderes Interesse galt den Sammlungen, aber auch den technischen Anlagen in Werkstatt (Herbscan) und Keller (Trocken- und Kühlräume). Jürgen Schrenk stammt gebürtig aus Bayern, er studierte in Köln, arbeitete danach wechselweise in Deutschland und den USA, bevor er sich 1986 endgültig in den USA niederließ. Er ist seit 2007 pensioniert und lebt heute in Poway, Kalifornien.
Im Herbarium Senckenbergianum befinden sich ca. 6.000 Pflanzenbelege von W. J. Schrenk, unter anderen von den Galapagos-Inseln, den Seychellen, aus Costa Rica, den USA und Europa. Seit 1972 und bis heute sendet er uns dankenswerterweise immer noch Pflanzen, die er auf seinen Reisen oder in den USA sammelt (siehe auch unseren Index Collectorum). Der Besuch wurde von Rainer Döring betreut und durch die „neuen“ Räumlichkeiten im Jügelhaus geführt. So schließt sich ein Kreis, denn die Aufarbeitung der Sammlung Schrenk war die erste Aufgabe, die der 1978 gerade angestellte Technische Assistent übertragen bekam.

Herzlich willkommen, Luisa Otto!

15.05.2023
Zum 1. Mai 2023 hat Frau Luisa Otto die Nachfolge von Rainer Döring angetreten als Zuständige für die technische Betreuung des Phanerogamen-Herbars. Die überlappende Übergabe der umfangreichen Aufgaben von Rainer Döring zu Luisa Otto war außerordentlich wichtig, um das umfangreiche Wissen zur Sammlung und über technische Prozesse weiterzugeben. Auch erlaubt die Koordination und Betreuung der zahlreichen ehrenamtlichen Kräfte sowie die Bearbeitung von Anfragen und Ausleihen in einem großen Herbar keine längeren Vakanzen im technischen Bereich.
Luisa Otto hat nach dem Abitur und einem Freiwilligen Ökologischen Jahr die Ausbildung zur Museumstechnischen Assistentin bei Senckenberg abgeschlossen und war dann zunächst in der Sektion Herpetologie der Abteilung Terrestrische Zoologie tätig. Ende 2021 wechselte sie zur Abteilung Botanik und war bis zum 30. April 2023 in einem Drittmittelprojekt zur Untersuchung der Biodiversität in den Waldgebieten um den Frankfurter Flughafen beschäftigt. Wir wünschen viel Erfolg bei und viel Freude an der für die Abteilung so wichtigen Tätigkeit.

Herzlich willkommen, Dr. Julia Gerasimova!

15.05.2023
Zum 1. April 2023 konnte die Leitung des Fachgebietes „Molekulare Evolution der Pflanzen und Pilze“ für zwei Jahre neu besetzt werden (Nachfolge von Dr. Juraj Paule, der 2022 zum Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem wechselte und dort nun für das Herbarium zuständig ist). Die Aufgabe, die mit dem Management des Grunelius-Möllgaard-Labors verbunden ist, umfasst auch die Betreuung des Hochleistungsrechners in der Abteilung für die genomischen und phylogenetischen Analysen.
Frau Gerasimova war zuletzt am Institut für Systematische Botanik der Universität München als PostDoc tätig. Ihre Schwerpunkte sind Sequenzanalysen und phylogenetische Rekonstruktionen sowie als Organismengruppe die Flechten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Eine Ära geht zu Ende …

03.05.2023
Nach 47 Jahren bei Senckenberg endete die Dienstzeit von Rainer Döring am 31. März 2023. Als junger, gerade bei Senckenberg ausgebildeter Museumstechnischer Assistent fand er 1978 in dem damaligen Abteilungsleiter Hans Joachim Conert einen fördernden und verantwortungsvollen Chef. Neben der technischen Betreuung des Herbars gehörte zu den Tätigkeiten auch von Anfang an Geländearbeit und die Teilnahme an von Senckenberg organisierten Sammelreisen (Kanaren, Südspanien, Nord-Norwegen, Elsass). Immer stärker kam in den folgenden Jahrzehnten die Anleitung und Betreuung der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer hinzu. Neben zwei kompletten Umzügen der Abteilung und des Herbars, bei denen Rainer eine zentrale Rolle spielte, sind als weitere besondere Herausforderungen seines Arbeitslebens die Bewältigung der umfangreichen Zuwächse (ca. 400.000 Belege) im Herbarium Senckenbergianum (FR) und die Digitalisierung der Sammlung zu nennen. Neben seiner großen fachlichen Kompetenz und dem unermüdlichen Einsatz für die Abteilung sind es Rainers Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und der stets konstruktive Umgang mit allen „Problemlagen“, die sein Ausscheiden zu einem „schwarzen Tag“ für die Abteilung machen. Wir wünschen ihm und seiner Frau Bettina alles Gute für den (Teil-) Ruhestand. Aber – „so ganz geht man ja nie“, und wir alle freuen uns, dass er in reduziertem Umfang weiter am Herbar tätig ist.

Übernahme der Sammlung Heinz Kalheber schreitet voran

16.02.2023
Am 15. Februar 2023 wurde ein weiterer Teil der Herbar-Sammlung sowie der Bibliothek Heinz Kalheber in das Herbarium Senckenbergianum (FR) übernommen. Beides sind bedeutende und wertvolle Sammlungen zur europäischen Flora. Die jetzt übernommenen Sammlungsteile (z. B. Gattung Silene) wurden von Kalheber aktuell revidiert. Der größte Teil des Herbars wurde von Heinz Kalheber auf seinen zahlreichen Exkursionen selbst gesammelt, darunter allein rund 60 Reisen nach Griechenland. Auch wenn der mittlerweile 89-jährige Botaniker nicht mehr wie früher regelmäßig in das Herbarium Senckenbergianum nach Frankfurt kommt, arbeitet er zu Hause in Runkel konzentriert an seiner Sammlung.

Übernahme des Herbariums Hügin weitgehend abgeschlossen

17.01.2023
Am 11. November 2023 wurde der restliche Teil des umfangreichen Herbariums von Gerold Hügin (09.02.1959-29.06.2019) von seiner Schwester Heide Hügin an das Herbarium Senckenbergianum übergeben. Die Sammlung umfasst rund 10.000 Belege. Zu den zahlreichen Schwerpunkten gehören Alchemilla, Amaranthus, Bromus und Chamaesyce. Ein besonderes wissenschaftliches Interesse Hügins galt auch den Höhengrenzen von Ruderal- und Segetalpflanzenarten in den Alpen.

Herbarium Osnabrück (OSBU) jetzt vollständig im Herbarium Senckenbergianum (FR)

25.11.2022
Am 23. November wurde die zweite Hälfte des rund 30.000 Belege umfassenden Herbariums der Universität Osnabrück (OSBU) in Empfang genommen, es ist nun Teil der Herbarium Senckenbergianum (FR) und wird in den nächsten Wochen komplett durchgefroren. Die Sammlung ist vollständig digital erfasst und hat als besondere Schwerpunkte Brassicaceae, die Gattung Allium sowie die zentralasiatische Flora. Wichtige Sammler sind z. B. Prof. Dr. Herbert Hurka, Prof. Dr. Barbara Neuffer und PD Dr. Nikolai Friesen. Wir danken für das Vertrauen und die Unterstützung bei der Übernahme des Materials.

„Wildes Frankfurt“

17.10.2022
Das gerade erschienene, reich bebilderte Senckenberg-Buch Nr. 87 präsentiert „Wildnisgebiete“ in Frankfurt und fasst Daten der Biotopkartierung zu Gebieten in Frankfurt zusammen, in denen sich Natur zumindest zeitweise weitgehend ungestört entwickeln kann. Dort sind besondere Naturerfahrungen möglich und die Biodiversität nimmt in der Regel zu. Das Interesse gilt auch den zahlreichen kleinflächigen „Wildniselementen“ wie den Baumscheiben der Stadtbäume, auf denen viel mehr Biodiversität möglich ist.

„Wildnis in Frankfurt“, erhältlich im Buchhandel, ISBN 978-3-510-61422-6; Preis 22,90 € (hier der Info-Flyer der E. Schweizerbart’schen Verlagsbuchhandlung).

Endlich wieder Herbarium Senckenbergianum-Treffen in Wilhelmshaven, 10.-13.10.2022

17.10.2022
Nach coronabedingter Pause konnte das jährliche Treffen der mit Herbarien bzw. botanischen Sammlungen befassten Techniker*innen und Wissenschaftler*innen bei Senckenberg endlich wieder in Präsenz bei Senckenberg am Meer stattfinden. Leicht dezimiert durch kurzfristige Ausfälle (z. B. durch Corona) nahmen 16 Personen teil, darunter auch – wie seit nun schon vielen Jahren – Jochen Müller als Vertreter des Herbarium Haussknecht der Universität Jena.

Themen waren wieder Sammlungsdigitalisierung, die standortübergreifende Standardisierung von Prozessen im Herbar, Möglichkeiten der Energieeinsparung, der Stand gemeinsamer Projekte und die Entwicklung neuer Projektideen. Am Dienstag stand noch ein Besuch im Klimahaus in Wilhelmshaven auf dem Programm.

Ganz herzlichen Dank für die hervorragende Organisation und Gastfreundschaft an Mona Hoppenrath und Maurice Scheidler von Senckenberg am Meer sowie für die finanzielle Unterstützung aus zentralen Mitteln.

Besuch aus Australien

17.10.2022
Katharina Nargar (CSIRO und Australian National Herbarium, Cairns), frühere Doktorandin und PostDoc in unserer Abteilung, besuchte das Herbarium am 27. September 2022. Ihr besonderes Interesse galt den Orchideen in der Forster-Sammlung, und die ehemaligen Kolleg*innen freuten sich über das Wiedersehen.

Abteilungsexkursion in den Botanischen Garten Frankfurt

20.09.2022
Am 7. September 2022 fand nach langer, durch Corona erzwungener Pause wieder eine Abteilungsexkursion statt. Ziel war der Botanische Garten an der Siesmayerstraße, der organisatorisch seit 2012 zum Palmengarten der Stadt Frankfurt gehört. Kompetent geführt wurden wir vom Gartenkustos Andreas König, der über die verschiedenen Gartenreviere und die vielfältigen Erhaltungsaktivitäten des Gartens berichtete. Herzlichen Dank, Andreas.

Mitglieder der Deutschen Bromelien-Gesellschaft besuchen Herbarium Senckenbergianum (FR)

20.09.2022
Vom 2. bis 4. September 2022 fand mit coronabedingter Verzögerung die 50. Jahrestagung der Deutschen Bromelien-Gesellschaft im Frankfurter Palmengarten (dem Gründungsort) statt. Im Zuge der Veranstaltung nahmen 13 Mitglieder an einer Führung durch das Herbar teil.

Herbarführung Deutsche Bromelien-Gesellschaft (DBG)
Besonderes Interesse fanden natürlich die Typusbelege von Bromeliaceae, hier Tillandsia xerographica Rohweder (veröffentlicht in Senckenbergiana biologica 34, 1953) .  

12.09.2022
Dr. Indra Starke-Ottich (Biotopkartierung) und Dr. Thomas Hartmanshenn (Umweltamt Frankfurt am Main) berichteten im Rahmen eines Vortrages am 7. September 2022 über den Monte Scherbelino und den Nordpark Bonames, zwei Wildnis-Projektflächen im „Städte wagen Wildnis“-Projekt.

Danke und alles Gute!

20.07.2022
Zum 15. Juli 2022 verließ Dr. Claudia Pätzold die Abteilung Botanik und Molekulare Evolutionsforschung und wechselte auf eine Dauerstelle zu den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden. Sie war seit 1. Mai 2020 im Rahmen des DFG-Projektes „Phylogenie, historische Biogeographie und Nischenevolution der neotropischen Marcgraviaceae“ (Projektleiter Dr. Stefan Dressler) bei uns beschäftigt und für die Erarbeitung von Sequenzdaten mit dem 353angiosperm kit und mit ihren hervorragenden Kenntnissen der phylogenetischen Analyse-Methoden vor allem für die Sequenzdatenanalyse und Interpretation der bei Marcgraviaceae komplizierten genetischen Prozesse zuständig. Wir danken ihr für die geleistete Arbeit, freuen uns auf weiterhin gute Zusammenarbeit und wünschen alles Gute am neuen Wirkungsort.

14.07.2022
Während seines Aufenthaltes in Frankfurt besuchte Prof. Dr. Sebsebe Demissew, Professor an der Universität Addis Abeba und Direktor des Gullele Botanischen Gartens, Äthiopien, zusammen mit Dr. Karen Hahn, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität, am 12. Juli 2022 das Herbarium FR. Sein besonderes Interesse galt den Typusbelegen von Eduard Rüppell aus Äthiopien, der Datenbank Sesam/Aquila und dem Portal „African Plants“.

07.07.2022
Dr. Stefan Dressler besuchte kürzlich den 22. AETFAT-Kongress in Livingstone, Sambia, wo er die Session über Datenbanken zusammen mit Dr. Siro Masinde vom Kenyan Museum of Natural History in Nairobi leitete. Er hielt einen Vortrag über die African Plants Photo Guide database (inkl. Poster), der beträchtliches Interesse fand. Vor dem Kongress war er für eine Woche im Feld in der Mutinondo Wilderness in der Nord-Provinz, einem Gebiet mit unberührten Miombo-Wäldern.

01.07.2022
Am 30. Juni ist nun das gesamte Taunus-Herbar – etwa 10.000 Belege – an das Herbarium Senckenbergianum Frankfurt (FR) übergeben worden. Dieses Herbar des Projektes Taunus-Kartierung bildet die beleghafte Grundlage für die Erstellung der „Taunusflora“, die am 10. Mai 2022 nach 25-jähriger Arbeit der Öffentlichkeit übergeben wurde. Aus unserer Abteilung haben Kurt Baumann (†), Heinz Kalheber und Dr. Thomas Gregor in dieser Projektgruppe mitgewirkt.

30.05.2022
Am 25. Mai hielt Christian Printzen in der Senckenberg-Vortragsreihe „Heute schon geforscht? Mit Citizen Science gemeinsam Wissen schaffen“ einen Vortrag zum Thema „Bürgerliches Engagement und die Sammlungen Senckenbergs – Eine kleine Geschichte in Lebensbildern“, in dem er mit besonderem Schwerpunkt auf den Sammlungen des Herbarium Senckenbergianum (FR) die Beiträge und Leistungen ehrenamtlich arbeitender Bürgerwissenschaftler*innen in der Geschichte Senckenbergs beleuchtete. Der Vortrag ist auf YouTube zu sehen.

02.05.2022
Am 28. April 2022 war eine Delegation aus Ruanda zu Gast im Herbarium Senckenbergianum: Prof. Beth Kaplin und Prof. Elias Bizuru vom Center of Excellence in Biodiversity & Natural Resource Management (CoEB) der University of Rwanda diskutierten auch mögliche botanische Kooperationsprojekte.

Lost places

20.04.2022
In der planet e.-Doku „Das Geheimnis der vergessenen Ruinen – Wie die Natur Lebensräume erobert“ wird u. a. über Monte Scherbelino und Nordpark Bonames berichtet. Dort wird „Wildnis“ zugelassen, d. h. ungestörte Entwicklung der Pflanzen- und Tierwelt. Die Biotopkartierung hat die Entwicklung der Biodiversität über Jahre untersucht und dokumentiert.

07.04.2022
Dr. Juraj Paule hat die Abteilung Ende Februar 2022 nach über zehn Jahren als Manager des Molekularlabors verlassen in Richtung Berlin. Dort wird er als Kurator am Herbarium Berolinense (B) arbeiten.

Wir danken Juraj herzlich für seine geleistete Arbeit und seine Kollegialität und wünschen viel Erfolg und Freude bei der neuen Aufgabe.

Herzlich willkommen!

21.01.2022
Seit 1. Januar 2022 ist Luisa Otto, Museumstechnische Assistentin und Absolventin der Senckenberg-Schule, in unserer Abteilung tätig. Sie bearbeitet im Rahmen eines vom Umwelthaus in Kelsterbach finanzierten Drittmittelprojektes zur Biodiversität in den Wäldern rund um den Frankfurter Flughafen die dort gesammelten, mehrere hundert Proben (voraussichtliches Projektende: 12/2023) .

Weihnachtsfeier nicht-virtuell!

16.12.2021
Die Botanische Abteilung hat in kleinem Rahmen und unter größten Sicherheitsvorkehrungen in diesem Jahr wieder eine Weihnachtsfeier durchgeführt, bei der unsere Technische Assistentin Sandra Wilwert (4. v. r.) verabschiedet wurde, die uns zum Jahresende verlässt. Sie bleibt dem Haus jedoch erhalten, denn sie wechselt in die Abteilung Messelforschung. Alles Gute und frohe Weihnachten an alle!

Weihnachtsfeier 2021
Weihnachtsfeier 2021

Forschungsaufenthalt auf Isla Navarino

10.12.2021
Dr. Christian Printzen holt seit dem 23. Nov. seinen schon seit über einem Jahr geplanten und wegen der Covid-Pandemie verschobenen Forschungsaufenthalt auf Isla Navarino im äußersten Süden Chiles nach. Bis zum 22. Feb. 2022 untersucht er dort die Vielfalt der Flechten. Er wohnt und arbeitet dort am Centro de Investigación Puerto Williams der Universidad de Magallanes. Mit der ebenfalls beteiligten Fundación Omora verbindet Senckenberg seit 2017 ein Kooperationsvertrag.

In der Magellanischen Region wachsen die südlichsten Wälder der Erde. Mit fast 1200 m Meereshöhe umfasst das zentrale Gebirge der Isla Navarino (die „Dientes de Navarino“) aber auch hochandine Ökosysteme und ausgedehnte Moorgebiete. Hier mischen sich bei den Flechten südamerikanische, antarktische und nordhemisphärische Florenelemente. Die Gegend ist bereits als ein Diversitäts-Hotspot für Moose bekannt, die Flechtenflora ist aber bisher nicht ausreichend erforscht.

Die Reise wird von unserer freien Mitarbeiterin Dr. Birgit Kanz in einem Blog begleitet.

Beagle-Kanal
Blick aus dem Nothofagus-Wald am Nordhang des Cerro Bandera auf den Beagle-Kanal und die gegenüberliegende Cordillera Darwin, die auf argentinischem Territorium liegt

Georg Zizka im Ruhestand

12.10.2021
Am 30. September 2021 ging Georg Zizka in Ruhestand, seit 1995 Leiter der Abteilung und der Sektion Phanerogamen I und in Personalunion Professor für Diversität und Evolution der Pflanzen am Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt. Zum 1. Oktober 2021 wurde er zum Ehrenamtlichen Mitarbeiter der SGN in unserer Abteilung ernannt. Wissenschaftliche Pläne für die Zukunft sind der Abschluss noch laufender Projekte, z. B. zu Bromeliaceae und Marcgraviaceae, und ausstehender Publikationen.

Klausurtagung Herbarium Senckenbergianum in Bad Frankenhausen

11.10.2021
Vom 20. bis 22. Sept. 2021 fand unser diesjähriges Botanikertreffen in Bad Frankenhausen statt, diesmal wieder in Präsenz. Neben wichtigen Abstimmungs- und Projektbesprechungen war ein wesentlicher Teil ein Exkursionsprogramm, das uns Teilnehmern dieses floristisch und kulturhistorisch sehr interessante Kyffhäuser-Gebiet in der Mitte Deutschlands erschloss. Dr. Jürgen Pusch, Leiter der Naturparkverwaltung Kyffhäuser, erwies sich als engagierter und kenntnisreicher Führer, ihm und den Görlitzer Kollegen danken wir besonders für die Organisation.

Summer School Ruanda

11.10.2021
Lilith Weber, Marco Schmidt und Stefan Dressler lehrten auf einer Summer School in Ruanda von 23. Aug. bis 5. Sept. 2021. Der Kurs fand im Nyungwe National Park im SW Ruandas statt, einem beeindruckend großen, naturnahen Regenwald. Es wurden Botanik von Samenpflanzen, Lichenologie und botanische Sammeltechniken vermittelt. Organisiert war der Feldkurs vom Center of Excellence in Biodiversity and Natural Resource Management, University of Rwanda, in Huye zusammen mit Dr. Viola Clausnitzer, Görlitz.

Ausstellung „Neue Wilde“ im Wissenschaftsgarten

27.08.2021
Seit 13. August informiert die vom Verband Botanischer Gärten realisierte Ausstellung „Neue Wilde – Globalisierung in der Pflanzenwelt“ über die Wanderungen in der Pflanzenwelt durch den Einfluss des Menschen. Das Thema ist gerade in Städten besonders interessant und ist ein zentrales Arbeitsgebiet der Biotopkartierung. Umfangreiche Informationen zur Einwanderungsgeschichte der Pflanzenarten in Frankfurt bietet unsere Online-„Flora von Frankfurt“.

Informationen in den Medien dazu siehe rheinmaintv und Frankfurter Rundschau.

Workshop zur deutsch-chilenischen Zusammenarbeit in Naturlaboren in den Extremzonen Chiles

17.08.2021
Dr. Christian Printzen stellte am 11. August auf einem vom Rachel Carson Center (RCC) der LMU München veranstalteten Workshop „Natural laboratories in the extreme zones of Chile: From Hand-Lenses to Telescopes to explore the Micro- and Macro-Cosmos today“ seine Pläne zur Erforschung der Flechtenflora der Isla Navarino im Süden Chiles vor.
Flechten sind empfindliche Zeigerorganismen für ökologische Veränderungen. Ihre Erforschung im „Cape Horn Biosphere Reserve“ soll helfen, die Auswirkungen menschengemachter Umweltveränderungen auf weitgehend unveränderte Ökosysteme besser zu verstehen. Senckenberg hat seit 2018 eine Kooperationsvereinbarung mit der chilenischen „Fundación Omora“. Im Rahmen des wissenschaftlichen Austauschs soll nun unter anderem das Flechtenherbar der Universidad de Magallanes in Punta Arenas (UMAG) ergänzt und ein virtueller Hochschulkurs zur allgemeinen und angewandten Lichenologie (Flechtenkunde) entwickelt werden.

Sammlungsübernahme

14.04.2021
Am 8. April 2021 haben wir den ersten Teil des Herbars Gerold Hügin von seiner Schwester in Denzlingen übernommen. Dieser Teil war bereits sehr umfangreich (ca. 7500 Belege) und passte genau ins Auto. Die Alchemillen sind dann im Teil 2.

Städte wagen Wildnis

13.04.2021
Das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Projekt „Städte wagen Wildnis“ bietet zum Ende des Förderzeitraumes (2017-2021) nun auf seiner Homepage eine Zusammenfassung der Ergebnisse und eine bunte Palette von Informationen – z. B. zahlreiche Vorträge und Kurzfilme – zur Biodiversität in den drei beteiligten Städten Dessau-Roßlau, Frankfurt und Hannover. Ein wichtiges Thema sind auch Möglichkeiten und Grenzen von „Wildnis“ im besiedelten Bereich und die Bedeutung für und Wirkung auf den Menschen.

„Herbarwoche“

07.04.2021
Vor Ostern haben wir in einer „Herbarwoche“ unser gemeinsam mit den Görlitzer Samenpflanzen-Botanikern betriebenes Projekt FloraWebPlus vorangetrieben. Botaniker müssen ins Feld: Es war auch Zeit für eine Kurzexkursion in die Schwanheimer Dünen, wo gerade das seltene Zwerggras Mibora minima in Blüte stand.

06.04.2021
Am 29. März 2021 erfolgte die Beisetzung von Prof. Dr. Hans Joachim Conert, dem langjährigen Abteilungsleiter der Botanisch-Paläobotanischen Abteilung Senckenbergs auf dem Städtischen Friedhof in Berlin-Heiligensee. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.

Herzlichen Glückwunsch!

10.03.2021
Am 10. März 2021 absolvierte Tetiana Lutsak erfolgreich ihre Disputation und schloss damit ihre Promotion über die Flechtengruppe Cetraria aculeata s. l. ab. Wir wünschen alles Gute für den weiteren Lebensweg, der Tetiana schon vor drei Jahren in die Niederlande geführt hat.

Prof. Dr. Hans Joachim Conert, 16. Mai 1929 – 24. Februar 2021

03.03.2021
Wie wir gestern erfahren haben, ist der langjährige Leiter der Abteilung Botanik-Paläobotanik (heute Botanik und Molekulare Evolutionsforschung) im Alter von 91 Jahren in Berlin verstorben.

Conert wurde in Sommerschenburg (Sachsen-Anhalt) geboren, besuchte die Schule in Magdeburg und absolvierte dort eine Lehre als Maschinenschlosser mit abschließender Gesellenprüfung. Es folgten ein Studium der Biologie und Chemie an der FU Berlin und schließlich eine Dissertation bei dem Poaceae-Spezialisten Prof. Dr. Robert Pilger über das Thema „Die Systematik und Anatomie der Arundineae“. 1956-59 folgte eine Tätigkeit als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, bei der er sich mit der Systematik der Poaceae und Xyridaceae beschäftigte. 1960 erfolgte die Anstellung in der Botanisch-paläobotanischen Abteilung des Senckenberg Forschungsinstitutes und Naturmuseums Frankfurt, 1966 schließlich die Ernennung zum Leiter der Abteilung als Nachfolger des Paläobotanikers Prof. Dr. Richard Kräusel. Conert war der erste hauptamtlich beschäftigte Wissenschaftler in der Abteilung. 1994 trat er in den Ruhestand und wurde zum Ehrenamtlichen Mitarbeiter der SGN ernannt. Mehrere Jahre arbeitete er noch regelmäßig im Institut und schloss Projekte wie die Bearbeitung der Poaceae für den „Hegi“ ab. Schließlich zog es Conert und seine Frau Herta zurück nach Berlin, wo auch einer der beiden Söhne und die Enkelkinder leben. Anlass für einen Besuch in Frankfurt war dann 2009 ein von der Abteilung veranstaltetes internationales Symposium aus Anlass seines 80. Geburtstages.

Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit Conerts waren die Poaceae und – in wesentlich geringerem Umfang – die Xyridaceae. Neben einer Vielzahl von taxonomisch-systematischen wissenschaftlichen Publikationen stammen auch zwei umfassende Standardwerke von ihm, nämlich die Bearbeitung der Poaceae in der 3. Auflage der von Gustav Hegi begründeten „Illustrierten Flora von Mitteleuropa“ (Bd. 1, Teil 3, 1998) und „Pareys Gräserbuch“ (2000). Jahrzehntelang war er einer der Herausgeber des „Hegi“. Neben den Gräsern Mitteleuropas waren es die Poaceae Afrikas, die ihn besonders beschäftigten. Längere Geländeaufenthalte führte er in Nigeria, Mexiko, auf den Kapverden, den Kanaren und in Südspanien durch.

Den heute stark propagierten Pflichten eines Wissenschaftlers im Bereich Vermittlung/Transfer hat Conert von Anfang an auch Rechnung getragen, sei es als Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher Artikel oder jahrzehntelanger Mitherausgeber von „Natur und Museum“. Als das Anliegen einer „Biotopkartierung“ von der Stadt Frankfurt an Senckenberg herangetragen wurde, übernahm er die Aufgabe, ein langfristiges Biodiversitätsmonitoring des Stadtgebiets aufzubauen und leitete dieses Projekt bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst.

In einer Zeit (Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre), als es kaum Verbindungen zwischen Goethe-Universität und Senckenberg gab, übernahm Conert einen Lehrauftrag am Fachbereich Biologie und konnte zahlreiche Studenten für Taxonomie und Systematik interessieren, die darauf eine Abschlussarbeit in der senckenbergischen Abteilung Botanik anfertigten. So enstanden sehr viele Staatsexamens- und Diplomarbeiten sowie einige Dissertationen. Conerts Kompetenz, aber auch seine ruhige, zugewandte und freundliche Art machten ihn zu einem hervorragenden Lehrer. Sein sehr erfolgreiches Wirken war ein wichtiger Grund für die dann zunehmende (Wieder)Annäherung von Universität und Senckenberg im Bereich der Biologie bis hin zu einer Kooperationsprofessur 1995, der bis heute viele weitere folgten. Zum Symposium anlässlich seines 80. Geburtstages waren die allermeisten seiner Schüler zur Stelle und dokumentierten auch nach vielen Jahren ihre Verbundenheit.

Als einem am Herbarium des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem (BGBM) ausgebildeten Wissenschaftler war Conert die Bedeutung der Sammlungen für die Systematik und Taxonomie und für die Wissenschaft an sich klar, ebenso wie der gesellschaftliche und kulturelle Auftrag, der sich für Senckenberg aus der Bedeutung der seit vielen Jahrzehnten aus öffentlichen Mitteln finanzierten, einzigartigen Sammlungen ergibt. Er hat das Herbarium, insbesondere die Poaceae, intensiv wissenschaftlich betreut und weiterentwickelt, auch durch die offene Einbeziehung von Bürgerwissenschaftlern. Diese sind z. T. der Abteilung seit vielen Jahrzehnten treu und tragen wesentlich zur Sammlungsentwicklung bei.

Einige von uns haben Hans Joachim Conert noch als Lehrer oder Vorgesetzten erlebt und erinnern sich auch an einen wertschätzenden, zugeneigten Mann, der jeden Menschen ernst nahm und sich der Verantwortung für seine Mitarbeiter und Schüler bewusst war. Wir sind froh und dankbar, ihn kennengelernt und mit ihm gearbeitet zu haben.

P. S. Ein ausführlicher Nachruf ist in Vorbereitung.

Herzlichen Glückwunsch!

28.01.2021
Am 11. Dezember 2020 hat Elisa Lagostina ihre Disputation im online-Format von Italien aus erfolgreich hinter sich gebracht. Titel der Doktorarbeit: „Dispersal and genetic exchange of lichen populations between the Maritime Antarctic and southern South America (with a focus on human impact)“. Wir wünschen für den weiteren Lebensweg alles Gute.

Neues zu COVID-19

27.01.2021
Aufgrund der aktuellen Regelungen zu COVID-19 bleibt die Abteilung für Gastforschende und Ehrenamtliche bis voraussichtlich 14. Februar geschlossen.

Geschafft!

11.12.2020
Die alle sieben Jahre stattfindende Evaluierung der SGN durch die WGL erfolgte wegen COVID-19 in der ungewöhnlichen virtuellen Form. Hier finden Sie einige der Poster zur Evaluierung (pdf-Format), an denen Vertreter unserer Abteilung unmittelbar beteiligt waren:

Herzlich Willkommen!

17.09.2020
Wir freuen uns sehr, Frau Sandra Wilwert als Elternzeitvertretung von Viola Ziller in der Sektion Kryptogamen bei uns begrüßen zu können. Frau Wilwert hat die Senckenberg-Schule für Museumstechnische Assistent*innen abgeschlossen und ist daher mit den vielfältigen Aspekten der Sammlungsbetreuung schon vertraut.

Projekttagung in Dessau-Roßlau

17.09.2020
Das Projekt „Städte wagen Wildnis“, an dem städtische Ämter und wissenschaftliche Arbeitsgruppen aus Dessau-Roßlau, Frankfurt am Main und Hannover beteiligt sind, führte vom 14. bis 16. September 2020 eine Projekttagung in der Bauhaus-Stadt durch.

Zentrale Themen waren der Abschlussbericht (Projektlaufzeit 2016-2021), die Auswertung der wissenschaftlichen Ergebnisse und ein Resümee der vielfältigen Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit. Eine ausgedehnte Fahrradexkursion zu den Wildnisflächen der Stadt und den Aktivitäten zum Schutz der Wildobstarten rundeten das Programm ab.

Wie auch bei den früheren Tagungen beeindruckten die Fahrradfreundlichkeit der Stadt und die fantastische Natur des Dessauer Umlandes (Biosphärenreservat Mittelelbe). Herzlichen Dank an die Organisatoren.

„Städte wagen Wildnis“ erneut ausgezeichnet

24.08.2020
Das vom BMU geförderte Projekt „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“ ist erneut im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Die Projektlaufzeit endet 2021, Ziel ist es, die „Wildnisflächen“ über den Projektzeitraum hinaus zu erhalten.

Projekt „Städte wagen Wildnis“ findet Interesse in den Medien

24.08.2020
Die Deutsche Welle berichtet im Rahmen eines englischsprachigen Beitrages über Biodiversität in Städten auch über das Projekt „Städte wagen Wildnis“, nachzulesen hier: Biodiversity blooms in cities when green spaces go wild.

Ehrenamtliche Tätigkeit in der Abteilung Botanik

15.07.2020
Unser ernannter Ehrenamtlicher Mitarbeiter Dr. Gerhard Winter wurde in „Natur • Forschung • Museum“ interviewt. Zur Sprache kam unter anderem seine Arbeit an den Moosen, speziell der Lebermoos-Gattung Frullania, im Herbarium Senckenbergianum Frankfurt/M. Hier geht es zum Interview.

Herzlichen Glückwunsch!

14.07.2020
Wir gratulieren Dr. Sarah Schießl-Weidenweber zu ihrer Habilitation an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

 

Neue Gebäude für Senckenberg Frankfurt

09.07.2020
Ein Kurzfilm gibt einen Rückblick auf die Baumaßnahmen am Standort Frankfurt und einen Einblick in die neuen Sammlungs- und Forschungsräume, darunter auch das Herbarium Senckenbergianum. Hier geht es zu „Das neue Senckenberg“ auf YouTube.

 

22.05.2020
Die Abteilung ist für Ehrenamtliche und Gastforscher*innen (mit Einschränkungen zur Einhaltung des Hygienekonzeptes) ab dem 25.05.2020 wieder geöffnet.

Herzlich Willkommen!

11.05.2020
Dr. Claudia Pätzold hat am 1. Mai 2020 ihren Dienst in unserer Abteilung aufgenommen. Sie ist als PostDoc im DFG-geförderten Projekt „Phylogenie, historische Biogeografie und Nischenevolution der neotropischen Marcgraviaceae – ein Modellfall zur Erforschung von rascher morphologischer Diversifikation und Artbildung durch Blüte-Bestäuber-Interaktionen“ beschäftigt (Projektleiter: Dr. Stefan Dressler). Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

 

18.03.2020
Aufgrund der Senckenberg-weiten Regelungen und aktuellen Empfehlungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie ist die Abteilung für Botanik und Molekulare Evolutionsforschung ab dem 16. März 2020 bis auf Weiteres für Volontäre, Gastwissenschaftler und Praktikanten geschlossen.
Wir wünschen Gesundheit, insbesondere für die Menschen in den besonders betroffenen Gebieten.

Biegwald-Blütenteppich
Die Natur – immer ein Quell der Freude. Frühblüher im Biegwald, Frankfurt am Main

2019

Ob es wohl ein Bestseller wird …?

20.12.2019
Gesehen in einer Frankfurter Buchhandlung am 17. Dezember 2019.

Neue Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Hessens erschienen

05.12.2019
Am 6. November 2019 erschien die 5. Auflage der Roten Liste der Farn- und Samenpflanzen Hessens. Koordination und Redaktion erfolgten durch die beiden Senckenberg-Wissenschaftler Indra Starke-Ottich und Thomas Gregor im Auftrag der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen e.V. Dirk Bönsel von der Arbeitsgruppe Biotopkartierung bearbeitete die Region Südwest. Das Herbarium Senckenbergianum ist mit seiner Sammlung hessischer Pflanzen eine unverzichtbare Grundlage bei der Bewertung der Arten. Zur Einstufung wird neben der aktuellen Situation auch die langjährige Entwicklung betrachtet, die sich häufig nur auf Basis von Herbarbelegen sicher rekonstruieren lässt.

Team Botanik SF: Weihnachtsfeier 2019
Weihnachtsfeier 19.12.2019
Am 18.12.2019 fand unsere Weihnachtsfeier statt mit Vorträgen über Sammelreisen nach Japan und Malawi, die Entstehung unserer Weihnachtskarten, einem Quiz und natürlich guten Speisen und Getränken

„Stadtnatur“ auf der Frankfurter Buchmesse

17.10.2019
Stand zu den Senckenberg-Publikationen auf der Frankfurter Buchmesse 2019 mit der Neuerscheinung „Stadtnatur“. Auf dem ersten Foto die beiden Senckenbergerinnen Isabel Clasen und Indra Starke-Ottich. Das neu erschienene Buch ist das dritte zum Thema Stadtnatur, deren Vielfalt, Veränderung und Erhaltung in Frankfurt.

02.10.2019
Nani Goginashvili von der The Agricultural University of Georgia und Irina Tvauri vom LEPL Scientific-Research Center of Agriculture besuchten unsere Abteilung und das Herbarium Senckenbergianum vom 23. bis 28. September 2019 im Rahmen der Zusammenarbeit mit Juraj Paule.

Senckenberg-Botaniker treffen sich in Görlitz vom 17. bis 19. September

25.09.2019
Im Jahr 2019 trafen sich die Senckenberg-Botaniker*innen aus Frankfurt, Görlitz, Weimar und Wilhelmshaven in Görlitz. Wichtige Themen waren dabei Forschungskooperation und gemeinsame Projekte sowie die standortübergreifende Abstimmung der Abläufe und Entwicklungskonzepte im Sammlungsbereich. Am 18. September fand eine Exkursion in die Teich-Lausitz statt, die einige botanische und zoologische Leckerbissen zu bieten hatte. Herzlichen Dank an die Kollegenschaft in Görlitz für die gelungene Organisation!

26.09.2019
Im Rahmen der Projekttagung „Städte wagen Wildnis“ (Projektförderung BMU/BfN) vom 19. bis 20. September 2019 in Dessau-Roßlau (teilgenommen haben Indra Starke-Ottich und Georg Zizka) wurden neben einigen Projektflächen auch die Muldeauen besucht.

Exkursion zum Kühkopf

25.09.2019
Am 3. September 2019 fand eine Exkursion der Abteilung unter Beteiligung der bei uns ehrenamtlich Tätigen zum Kühkopf statt. Das größte hessische Naturschutzgebiet und das Naturschutzzentrum wurden uns freundlicherweise vom Leiter des Umweltbildungszentrums Ralph Baumgärtel nahegebracht. Herzlichen Dank dafür und an Thomas Gregor für die Organisation.

Es war einmal …

15.07.2019
Der Abbruch des alten Gebäudes der Abteilung Botanik und Molekulare Evolutionsforschung auf dem ehemaligen Senckenberg-Gelände an der Kuhwaldstraße 55 ist in vollem Gang. Angesichts unserer schönen neuen Räumlichkeiten und vor allem der größeren, modernen Sammlungsräume im Jügelhaus kommen aber beim Betrachten der Baustelle keine wehmütigen Erinnerungen auf …

Expedition nach Malawi

04.06.2019
Eine dreiwöchige Expedition führte verschiedene Mitglieder der Abteilung nach Malawi. Zusammen mit Dr. Florian Jabbour vom Muséum national d’histoire naturelle in Paris und Hassam Patel vom National Herbarium in Zomba waren Elke Faust, Dr. Marco Schmidt und Dr. Stefan Dressler aus Frankfurt auf der Suche nach Ritterspornen. Ziel des Projektes ist eine genauere Kenntnis der Sippenstruktur der afromontanen Delphinium-Arten. Die von der National Geographic Society finanziell unterstützte Reise war außerordentlich erfolgreich. Neben Aufsammlungen der gesuchten Taxa wurden auch reichlich Bilder für den Online-Photoguide African Plants gemacht.

24.06.2019
Im Rahmen des BMBF-Projektes EvoBoGa, bei dem u.a. ein Barcoding für Bromeliaceae etabliert wird, nahm Georg Zizka vom 16. bis 21. Juni an der International Barcode of Life (IBOL)-Tagung in Trondheim teil.

Auszeichnung

27.05.2019
Unser Kollege Rainer Döring wurde für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen und der Silbernen Ehrenplakette der Stadt Nidderau ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich!

Besuch aus Sansibar

11.04.2019
John Ndege, Kurator des Migombani Botanical Garden Sansibar, besuchte am 4. und 5. April 2019 das Herbarium Senckenbergianum. Sein Interesse galt Pflanzen der Küstenregion Kenias und Tansanias. Er informierte sich auch über unser Herbar allgemein, denn zu seinen Aufgaben gehört die Etablierung einer konservierten Sammlung am Botanischen Garten auf Sansibar.

Evo-BoGa-Treffen in Frankfurt

09.04.2019
Am 5. April 2019 trafen sich Teilnehmer aus Berlin, Bonn, Frankfurt (Palmengarten und Senckenberg), Göttingen, Heidelberg und München des vom BMBF geförderten „Evo-BoGa“-Projektes in der Räumen der Abteilung zur Besprechung der Fortschritte. Ziel des Projektes ist es, die Lebendsammlungen Botanischer Gärten durch ein gemeinsames Portal für Forschung, Lehre und Artenschutz besser zugänglich zu machen sowie durch den Einsatz molekularer Methoden die Artbestimmung der Pflanzen zu erleichtern.

Evo-BoGa-Treffen in Frankfurt

09.04.2019
Am 5. April 2019 trafen sich Teilnehmer aus Berlin, Bonn, Frankfurt (Palmengarten und Senckenberg), Göttingen, Heidelberg und München des vom BMBF geförderten „Evo-BoGa“-Projektes in der Räumen der Abteilung zur Besprechung der Fortschritte. Ziel des Projektes ist es, die Lebendsammlungen Botanischer Gärten durch ein gemeinsames Portal für Forschung, Lehre und Artenschutz besser zugänglich zu machen sowie durch den Einsatz molekularer Methoden die Artbestimmung der Pflanzen zu erleichtern.

Herzlichen Glückwunsch!

05.04.2019
Sascha Heller schloss seine Promotion über die Evolution der Bromelioideae am 29. März 2019 mit der Disputation ab. Obwohl schon seit einiger Zeit berufstätig, sollen jetzt zügig die noch ausstehenden Publikationen in Zusammenarbeit mit Elton Leme und den „Bromelistas“ der Abteilung abgeschlossen werden.

Herbarien bei Google Arts & Culture

21.03.2019
Ein kurzer Beitrag zur Entstehung und Nutzung von Herbarien im Rahmen der virtuellen Ausstellungen bei Google Arts and Culture entstand kürzlich unter Mithilfe des Herbarium Senckenbergianum Frankfurt/M. (FR) und zeigt einige unserer Sammlungsstücke.

Koordinationstreffen „Städte wagen Wildnis“

06.02.2019
Am 4. und 5. Februar 2019 fand das Koordinationstreffen des vom BMU geförderten Projektes „Städte wagen Wildnis“ in den Räumen der Abteilung Botanik statt. 26 Personen aus Dessau-Roßlau, Hannover und Frankfurt stellten die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Biodiversität auf den „Wildnisflächen“ und die Ergebnisse der Besucherbefragungen vor.

Das Treffen fand im Seminarraum der Botanik statt, hier die Teilnehmenden beim TOP „Umweltbildung“, daneben ein Gruppenfoto im Grünen Hörsaal.

Ein Kurzfilm informiert über die Ziele des Projektes (siehe unten).

2018

 

Klaus Tschira Stiftung ermöglicht Erschließung des Moos-Herbars von Carl Bosch

29.11.2018
Der weithin bekannte Nobelpreisträger und ehemalige Vorstandsvorsitzende der BASF, Carl Bosch, war nicht nur ein erfolgreicher Chemiker und Manager, sondern auch begeisterter Naturforscher und Sammler. Das Forschungsinstitut Senckenberg verwahrt seit den 1960er Jahren seine Käfer-, Mollusken-, Flechten- und Moos-Sammlungen, insgesamt mehrere 100.000 Belege. Die Klaus Tschira Stiftung hat nun 87.500 Euro bewilligt, um die noch im Originalzustand erhaltene Moos-Sammlung von rund 17.000 Proben zu erschließen und digital zu erfassen. Der Projektantrag wurde maßgeblich von unserem ehrenamtlichen Mitarbeiter Gerhard Winter ausgearbeitet. Ein „Citizen-Science-Projekt“ im doppelten Sinne also!

Vernetzungstreffen der senckenbergischen Botanik und Paläobotanik fand vom 5. bis 7. November in Frankfurt statt

08.11.2018
Am diesjährigen Vernetzungstreffen nahmen 27 Personen aus Dresden, Frankfurt, Görlitz, Jena, Weimar teil, Mona Hoppenrath aus Wilhelmshaven war am 5. November per Videokonferenz zugeschaltet. Ein wichtiger Programmpunkt war der Austausch mit den senckenbergischen Paläobotanikern über mögliche zukünftige Kooperationsprojekte.

Ansonsten standen Erfahrungsberichte über Planung Bau/Umzug (SNMG plant derzeit den Neubau), Projektberichte, Abstimmung im Hinblick auf Kuratierung der Herbarsammlungen und vor allem Überlegungen zu standortübergreifenden Strategien und Drittmittelprojekten im Vordergrund. Nicht zu vergessen die Kaffee- und Mittagspausen als wichtige Möglichkeit zum Austausch über verschiedenste Themen.

Besonders in Görlitz ist die Planung von neuen Sammlungsräumen ein aktuelles Thema. Die neuen Sammlungsräume der Botanik in Frankfurt fanden großes Interesse, die „neue Gefahr“ Papierfischchen war auch ein Thema.

Abgerundet wurde das Programm durch eine Führung durch den Wissenschaftsgarten am Riedberg und eine Exkursion zu den Schwanheimer Alteichen und zum Rohsee.

Die neuen Sammlungs- und Funktionsräume, aber auch die neuen Gästezimmer und das Bistro im Jügelhaus wurden sehr positiv bewertet. Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen in Görlitz (wahrscheinlich Juni 2019).

Tagung „Monocots VI“ in Natal

16.10., ergänzt 17.10.2018
Vom 6. bis 14. Oktober 2018 nahmen Fabian Bratzel, Juraj Paule und Georg Zizka an der Tagung „6th International Conference on Comparative Biology of Monocotyledons – Monocots VI“ in Natal, Brasilien, teil, die auch den „2nd World Congress of Bromeliaceae Evolution – Bromevo II“ beinhaltete (Abstractband).

Die Abteilung war mit der Organisation einer Session (Recent advances in the Bromelioideae systematics) zusammen mit unserem Kooperationspartner Elton Leme sowie drei Vorträgen und einem Poster vertreten. Über 400 Teilnehmende sorgten für ein umfangreiches Programm, Exkursionen führten in die küstennahe Waldvegetation auf Sand (Restinga und Elemente der Mata Atlântica).

Besuch in Helsinki

08.10.2018
Vom 13. bis 15. September besuchte Flechtenkurator Christian Printzen das Botanische Museum der Universität Helsinki als Opponent von Annina Launis, die am 14. September erfolgreich ihre Doktorarbeit über Systematik und Schutz der Flechtengattung Micarea verteidigte.

Die Verteidigung fand nach alter Universitätstradition im historischen Nylander-Saal statt und wurde mit einem abendlichen Empfang und Abendessen im Botanischen Garten gefeiert.

DFG-Projekt „Lecanomics“ nimmt Fahrt auf

05.10.2018
Am 1. Juli trat Cristóbal Ivanovich aus Punta Arenas in Chile seine Doktorandenstelle an der Abteilung an. Cristóbal wird im Rahmen des im DFG Schwerpunktprogramms „Taxon-omics“ geförderten Projekts „Lecanomics“ die molekulare Systematik und Artabgrenzungen innerhalb der großen Flechtengattung Lecanora untersuchen. Arten dieser Gattung kommen weltweit in praktisch allen Landökosystemen vor. Allein in den letzten 50 Jahren sind ca. 250 neue Arten beschrieben worden. Das Projekt wird von einem weltweiten Netzwerk von Kooperationen unterstützt.

Am 20. September hat das Lecanomics-Team für ein weiteres Jahr Unterstützung durch Yanyun Zhang aus Kunming in China bekommen. Sie bearbeitet im Rahmen ihrer von Prof. Dr. Wang Lisong betreuten Doktorarbeit die mit Lecanora eng verwandte Gattung Rhizoplaca in China. Vom 19. Juli bis 6. August besuchte Christian Printzen den iranischen Partner Prof. Dr. Mohammad Sohrabi, um Proben in Wäldern entlang des Kaspischen Meeres zu sammeln. Die Region ist für ihre gut erhaltenen Laubwälder bekannt.

Die BLAM hat einen neuen Vorstand

05.10.2018
Auf ihrer Mitgliederversammlung am 24. August 2018 in Immensee im Allgäu hat die Bryologisch-Lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa einen neuen Vorstand gewählt. Neuer 1. Vorsitzender ist Christian Printzen, in seiner Freizeit Kurator für Kryptogamen in der Abteilung Botanik und Molekulare Evolutionsforschung.

Forum Citizen Science: „Gemeinsam mehr erreichen“

10.09.2018
Am 6. und 7. September 2018 fand bei Senckenberg das „Forum Citizen Science“ statt, gut 100 Personen nahmen teil.

Die Abteilung Botanik stellte zwei ihrer Citizen-Science-Projekte vor (Flora von Frankfurt, vorgestellt von Indra Starke-Ottich, und die Fotodatenbank African Plants – A Photo Guide, vorgestellt von Stefan Dressler) und war noch mit einem Kurzvortrag beteiligt. Die Biodiversitätsdatenbanken der Abteilung Botanik zählen jährlich einige zehntausend Besuche.

Natur • Forschung • Museum 148 (4-6)

16.08.2018
Neue Beiträge in „Natur • Forschung • Museum“ zur Arbeit mit und an Sammlungsbelegen aus dem Herbarium Senckenbergianum:

Rainer Döring feierte 40-jähriges Dienstjubiläum. Wir gratulieren herzlich und danken für den langjährigen Einsatz für Senckenberg und die Botanik.

Tagung der Bryologisch-Lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM)

13.04.2018
Vom 20. bis 22. April tagen mehr als 100 Moos- und Flechtenfachleute aus dem mitteleuropäischen Raum im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt und feiern das 50. Jubiläum der Bryologisch-Lichenologischen Arbeitsgemeinschft für Mitteleuropa (BLAM).

Organisiert vom Kurator für Kryptogamen, Dr. Christian Printzen, treffen sich BürgerwissenschaftlerInnen, die Moose und Flechten sowie deren Erforschung zu ihrem Hobby gemacht haben, mit Fachwissenschaftlern. Das Tagungsprogramm wird durch Exkursionen in den alten Botanischen Garten der Goethe-Universität und den Taunus sowie eine kleine Kunstausstellung ergänzt.

Umzug auf vollen Touren

13.04.2018
Seit Anfang 2018 läuft der Umzug der Abteilung „Botanik und Molekulare Evolutionsforschung“. Der umfangreichste Teil ist der Transport der über 1,2 Millionen Herbarbelege vom alten Standort in der Kuhwaldstraße in die neuen Räumlichkeiten mit klimatisierten Sammlungsräumen und Kompaktanlagen im Jügelhaus (ehemaliges Uni-Hauptgebäude).

Zur vorbeugenden Sammlungshygiene wird das Sammlungsmaterial in zwei großen Tiefkühlcontainern in Tranchen jeweils eine Woche bei -40°C tiefgefroren. Dieser Teil des Umzugs wird voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein, ab Juli/August folgt dann der Büroumzug. Voraussichtlich im Oktober wird das Herbarium wieder für Gastforscher zugänglich sein.

Anfang dieser Woche fand innerhalb von zwei Tagen der Umzug des Grunelius-Möllgaard-Labors statt, und zwar für ca. ein Jahr in Räumlichkeiten des Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrums (herzlichen Dank an SBiK-F). Endgültiger Standort wird dann ab 2019 der Labortrakt im Reimersbau sein. Am 22. April 2018 steht das GML wieder seinen Nutzern zur Verfügung.

Projekttreffen bei Senckenberg

13.04.2018
Am 19. März 2018 fand das erste Projekttreffen 2018 des vom BMBF geförderten Projektes „Pflanzensammlungen Botanischer Gärten: Lebendige Ressourcen für die integrative Evolutionsforschung“ (Evo-BoGa) bei uns in Frankfurt statt.

Das Projekt wird vom Botanischen Garten und Botanischen Museum in Berlin (BGBM) koordiniert; Ziel ist es, die Sammlungen von Kakteen und Bromelien in deutschen Botanischen Gärten besser zugänglich und nutzbar zu machen.

Universität Heidelberg (Prof. Dr. Marcus Koch) und die Senckenberg-Abteilung Botanik (Juraj Paule, Georg Zizka) sind Projektpartner und setzen molekulare Methoden ein, um die Bestimmung von Bromelien zu erleichtern und die Phylogenie zu rekonstruieren. Seit 1. Feb. 2018 ist Dr. Fabian Bratzel in diesem Projekt angestellt, Frau Nadine Cyrannek fertigt zu diesem Thema ihre Masterarbeit an.

Sammelreise nach Südchile und Livingston Island

19.02.2018
Senckenberg-Botaniker Christian Printzen besammelt zur Zeit Flechtenpopulationen für das DFG-Projekt „Ausbreitung und genetischer Austausch zwischen Flechtenpopulationen in Patagonien und der Antarktischen Halbinsel“. Nach einer Woche Geländearbeit im Süden Chiles schiffte er sich am 17. Februar mit seinen Kolleg*innen Ulrike Ruprecht (Universität Salzburg) und Ulrik Söchting (Universität Kopenhagen) auf der „BIO Hesperides“ nach Livingston Island ein.