Biodiversitätsinformatik

Die Digitalisierung von Proben ist eine der größten Herausforderungen für naturkundliche Sammlungen. Unsere Museumssammlungen repräsentieren nicht nur die Mehrheit der bekannten Arten und umfassen die größte Anzahl verfügbarer Exemplare, sondern werfen auch eine Reihe logistischer Probleme auf, die bisher Versuche zur Entwicklung automatisierter Digitalisierungs- und Datenerfassungs-Workflows behindert haben. Wenn es uns gelingt, die naturkundliche Sammlung zu digitalisieren und die Daten aus der Literatur in Open-Access-Datenbanken abzubauen, könnten Studien über die biologische Vielfalt, die zukünftige Verteilung der Arten und sogar Veränderungen in der Funktionsweise des Ökosystems in vielerlei Hinsicht erheblich verbessert werden.

Unsere langfristigen Visionen stützen sich auf digitalisierte Produkte und nicht auf physische Exemplare. Die Etablierung digitaler Arbeitsabläufe erleichtert die Kuration, den Datenaustausch und die Verknüpfung sowie groß angelegte biogeografische Studien. Auf diese Weise wird der Wert physischer Exemplare erhalten, eine globale Gemeinschaft aufgebaut und die Entwicklung automatisierter Ansätze zur Förderung der Entdeckung und Erhaltung der Geobiodiversität ermöglicht. Diese Bemühungen werden schließlich die Bewertungen der biologischen Vielfalt als Antwort auf grundlegende Fragen verändern, die von politischen Entscheidungsträgern eingebracht werden, einschließlich der Fragen, die den globalen Klimawandel betreffen.

Einige der Aufgaben der ‚Biodiversitäts-Informationsabteilung‘ bei Senckenberg sind

  • Vernetzung und digitale Zugänglichkeit zwischen Senckenberg-Instituten
  • das Vorantreiben der Digitalisierung und Vernetzung von Senckenbergs Sammlungsobjekten ebenso wie Koordination der Digitalisierung
  • Vernetzung von Sammlungen und Biodiversitätsdaten im digitalen Zeitalter (z.B. CETAFF und DiSSCo)
  • die strategische Weiterentwicklung der Biodiversitätsinformatik, sowie neue Ansätze zur Datenanalyse von Geobiodiversitätsdaten
  • die strategische Entwicklung der Datenarchivierung bei Senckenberg
  • die Vertretung Senckenbergs in nationalen und internationalen Gremien
  • die Beteiligung an der Gestaltung und Programmierung von Biodiversitäts-Datenbanken
  • die Leitung der Projekte im Zusammenhang mit dem Datenmanagementplan und dem Nagoya-Protokoll bei Senckenberg
  • die Durchführung von Forschungsarbeiten und Betreuung von Studierenden im Bereich Biodiversität und Klimawandel (-Information)