Fluss- und Auenökologie

Sammlung


Zu den in der Sektion verwalteten Insektensammlungen zählen die vier systematischen Ordnungen Fliegen (Diptera), Steinfliegen (Plecoptera), Eintagsfliegen (Ephemeroptera), Köcherfliegen (Trichoptera).

Der überwiegende Teil der Fliegen-Sammlung besteht aus Trockenmaterial, während die Wasserinsekten mit Ausnahme älterer Sammlungsbestände in Alkohol konserviert und in Nummernkatalogen vollständig inventarisiert sind. Für die Köcherfliegen existiert eine MS-Access-Datei.  Aufgrund der engen Verknüpfung gewässerökologischer und entomologisch-faunistischer Forschungsvorhaben der seit 1969 bestehenden Sektion erfolgte seitdem bei den aquatischen Insektengruppen ein bedeutender Sammlungszuwachs.

In der Fliegen-Sammlung befinden sich knapp 500 Holo- und Paratypen, überwiegend von C. R. W. Wiedemann (1770-1840) und J. F. Jännicke (1831-1907), sowie Restbestände der im 2. Weltkrieg weitgehend zerstörten Coll. P. Sack (1865-1946). Materialmäßig von Bedeutung sind Pilzmücken (Mycetophilidae), Stechmücken (Culicidae), Schwebfliegen (Syrphidae) und Bremsen (Tabanidae) aus der Coll. Peus. Das reichlich vorhandene unbestimmte oder fehldeterminierte Sammlungsmaterial der Raubfliegen (Asilidae) wurde 1996 von F. Geller-Grimm revidiert und katalogisiert. Das Sammlungsmaterial der parasitischen Fliegen mit 5500 katalogisierten Serien wurde 2003 von der Säugetier-Sektion übernommen und der Diptera-Hauptsammlung zugeführt.

Die Köcherfliegen sind mit derzeit 14250 katalogisierten Serien vertreten; hinzu kommen in nächster Zeit voraussichtlich mehr als 2000 Serien afrotropischer Köcherfliegen-Taxa aus Aufsammlungen von W. Tobias. Sowohl enge wissenschaftliche Kontakte zur „Messaure Ekologiska Station“ in Schwedisch-Lappland und zum Fachbereich Ökologie an der schwedischen Universität Umeå als auch die Untersuchungstätigkeit an der früheren senckenbergischen ‚Feldstation Øvre Pasvik‘ in der östlichen Finnmark (Norwegen) erbrachten Ausbeuten, die inzwischen zu einer der bedeutendsten Trichoptera-Sammlungen der skandinavischen Nordhemisphäre angewachsen sind. Darüber hinaus zählt der Artenbestand in der Coll. W. Döhler (1891-1988) zum wertvollsten und auch wissenschaftshistorisch interessantesten Sammlungsinventar.

Die senckenbergische Kollektion der Steinfliegen konnte durch die großzügige Schenkung der Coll. K. Eidel (1905-1975) und umfangreiches Sammelmaterial von K. Müller und D. Tobias aus Nordskandinavien auf 1970 Serien (Alkoholmaterial) erheblich erweitert werden.

Die Eintagsfliegen sind nur mit wenigen Taxa vertreten. Allerdings wurden kürzlich bei der Durchsicht alter Sammlungsstücke Belege dafür gefunden, dass die größte europäische Eintagsfliegenart, Palingenia longicauda einmal im Rheingebiet vorkam, wo sie heute ausgestorben ist.