Phanerogamen II

Forschung

Evolution von Hundsrosen (Rosa L. sect. Caninae (DC.) Ser.)

In allopolyploiden Hundsrosen hat sich ein einzigartiges Reproduktionssystem – die Canina-Meiose – entwickelt, die es den meist pentaploiden Arten ermöglicht, sich trotz ungerader Chromosomenzahlen sexuell zu vermehren. In unserem Kooperationsprojekt mit A. Kovařík von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften erforschen wir mit Fluoreszenz-in-situ Hybridisierung und Genomanalysen die Vererbungsmuster der beteiligten Genome in Hybriden und ihr Verhalten während der Canina-Meiose.

Neben ihrer allopolyploiden Entstehung hybridisieren Hundsrosen auch heute noch häufig untereinander. Mit populationsgenetischen Methoden untersuchen wir, wie Hybriden in natürlichen Populationen entstehen und sich etablieren können.

 

Kooperationspartner:

Aleš Kovařík, Institute of Biophysics, Academy of Sciences of the Czech Republic, Brno

Volker Wissemann, AG Systematische Botanik, Justus-Liebig Universität Gießen

Finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

 

Bestimmungshilfen zur Flora Deutschlands

Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland

Seit 2010 erscheint die bewährte Exkursionsflora in neuer Aufmachung. Zwar gibt es weiterhin 3 Bände (plus Zierpflanzenband), aber die Aufteilung ist eine andere. Der Grundband wurde um viele bestimmungskritischen Sippen ergänzt, und entspricht damit weitgehend dem ehemaligen Kritischen Band.

Die aktuelle 21. Auflage ist eine durchgesehene, im Kern aber inhaltsgleiche Neuauflage der 20. Auflage von 2010.

2013 erschien eine aktualisierte Fassung des Atlasbandes, in den mehr als 200 Arten neu aufgenommen wurden. Für mehr als 50 weitere Arten wurden bestehende Zeichnungen überarbeitet und ergänzt. Sowohl Atlas- als auch Textband wurden hinsichtlich der Taxonomie aktualisiert. Grundlegend verändert wurde dabei die systematische Anordnung der Taxa, die an das APG III-System angepasst wurde.

2016 erschien der vollkommen neu entworfene Kritische Ergänzungsband, der nur die im Grundband nicht verschlüsselten kritischen Sippen (Ranunculus auricomus, Sorbus, Rubus, Taraxacum u. Hieracium laevigatum agg.) detailliert behandelt. Damit ist die Reihe in neuer Konzeption erstmals wieder vollständig.

Ergänzend zu diesem Bestimmungsbuch bieten wir ein Virtuelles Herbarium bestimmungskritischer Taxa der deutschen Flora.

 

Partner

Institut für Botanik – Technische Universität Dresden

Institutsbereich Geobotanik – Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Abteilung Botanik – Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

Diversität und Verwandtschaft mitteleuropäischer Erdbeeren (Fragaria L.)

Die in Mitteleuropa heimischen Erdbeer-Arten unterscheiden sich in ihrem Fortpflanzungssystem und ihrer Ploidiestufe: Fragaria moschata ist diözisch (2n = 6x = 42), F. viridis (2n = 2x = 14) ist zwittrig u. selbstinkompatibel und F. vesca ssp. vesca (2x) ist ebenfalls zwittrig aber selbstkompatibel. In einer populationsgenetischen Studie erforschen wir, welchen Einfluss Ploidie und Kreuzungsbarrieren auf die genetische Diversität und die Beteiligung an Hybridisierungsereignissen haben.

Die hexaploide Zimt-Erdbeere (F. moschata) ist wahrscheinlich aus Hybridisierung di- oder tetraploider Arten hervorgegangen. Mithilfe von molekular- und zytogenetischen Methoden untersuchen wir den allopolyploiden Ursprung dieser Art.

Bis ins 19. Jh. wurde die Zimt-Erdbeere in Mitteleuropa häufig kultiviert, ist dann aber von der modernen Garten-Erdbeere (Fragaria ×ananassa) fast vollständig verdrängt worden. Im Vergleich zu Akzessionen der Wildartensammlung „Professor Staudt Collection“ der Firma Hansabred in Dresden charakterisieren wir die in Deutschland verwilderten Kulturbestände von F. moschata mit Mikrosatellitenmarkern.

Sebastian Buschmann (Doktorand)

Donam Tushabe (Masterstudentin)

 

Kooperationspartner

PD Dr. K. Olbricht, Hansabred GmbH & Co. KG, Dresden

Prof. Dr. Ch. Neinhuis, Institut für Botanik TU Dresden

Wir danken für die finanzielle Unterstützung der Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands (GEFD).