Erwachsenenführung

Programm Wissenschaft & Gesellschaft


Senckenberg wurde 1817 von 17 engagierten Frankfurter Bürgern gegründet. Bis heute finden sich diese Wurzeln in der Struktur der Gesellschaft: Derzeit sind nahezu 7000 Mitglieder Teil von Senckenberg. Die Verankerung in der Zivilgesellschaft drückt sich auch dadurch aus, dass bei Senckenberg seit jeher die Forschung und ihre Ergebnisse vermittelt werden.

Dabei ist die Vermittlung kein Selbstzweck, denn Senckenberg richtet seine Forschung auch an den Bedarfen der Gesellschaft aus. Das übergreifende Ziel der Senckenberg-Forschung ist es, unsere Umwelt zu verstehen und damit erhalten zu können. Dieser Erhalt ist eine wichtige Voraussetzung für unser Wohlergehen und damit auch ein herausragender gesellschaftlicher Bedarf. Gleichzeitig verfolgt Senckenberg mit diesem Ansatz auch, als deren Mitglied, die Mission der Leibniz-Gemeinschaft: theoria cum praxi – Grundlagenforschung zu betreiben, aber immer mit der praktischen Anwendung im Hinterkopf.

Senckenberg möchte also mehr als „nur“ forschen und interessante Exponate im Museum ausstellen. Senckenberg tritt ein in den Dialog mit der Gesellschaft – mit der Öffentlichkeit, aber auch mit der Politik, Wirtschaft, Behörden und mit Verbänden. Hierzu stellt Senckenberg Wissen bereit, erstellt Stellungnahmen und Gutachten, berät und entwickelt Methoden oder Instrumente für Unternehmen. Handlungsoptionen für Entscheider*innen in Politik, Verwaltung oder Verbänden werden erarbeitet, aus denen sich in besonders gut fundierten Einzelfällen Handlungsempfehlungen ableiten.

All diese Aktivitäten bündelt das Programm „Wissenschaft & Gesellschaft“ mit seinen fünf Bereichen Museen, Öffentlichkeitsarbeit, Bürger*innen-Engagement, Beratung und Wissens- und Technologietransfer.

Museen

Die drei Senckenberg-Museen in Frankfurt am Main, Görlitz und Dresden präsentieren naturkundliches Wissen und Forschungsergebnisse aus erster Hand für alle – damit erreichen sie nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen der Menschen. Pro Jahr besuchen fast eine halbe Million Besucher*innen aus allen Bevölkerungs- und Altersschichten die drei Häuser. Die Museen zeigen Dauer-, Sonder- und Wanderausstellungen, veranstalten Vorträge und weitere Veranstaltungen und fördern damit zugleich ein allgemeines Verständnis für Wissenschaft und Naturforschung sowie den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Natur. Mit seinen Bildungsprogrammen erreicht Senckenberg etwa 75.000 Personen pro Jahr. In zunehmendem Maße sind die Museen auch kompetente, unabhängige öffentliche Orte des kritischen Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Bürger*innen-Engagement

Bürger*innen-Engagement ist die Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen und Bürger*innen zur Erreichung gemeinsamer Ziele. Bei Senckenberg gibt es traditionell ein breites Engagement von Bürger*innen, die sich aus allen Bereichen der Gesellschaft rekrutieren und deren Mitwirkung in alle Senckenberg-Programme ausstrahlt, wie z.B. die Erforschung der Natur, die Pflege und Erweiterung der Sammlungen oder die Vermittlung der Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit. Das Wissen über die Natur wird durch die Kooperation mit derzeit fast 7000 Senckenberg-Mitgliedern, 170 Ehrenamtlichen und über 1700 Bürgerwissenschaftler*innen enorm erweitert und gleichzeitig in die Gesellschaft getragen.

Das Engagement umfasst das Ehrenamt, Citizen Science und den Bereich der Mitglieder Senckenbergs. Die Ehrenamtlichen betreiben unentgeltlich entweder selbst wissenschaftliche Forschung an Projekten oder unterstützen die hauptamtlichen Forschenden z.B. in der Betreuung der Sammlungen. Bürgerwissenschaftler*innen beteiligen sich an koordinierten Citizen Science-Projekten – häufig direkt „vor Ort“, draußen in der Natur. Die Senckenberg-Mitglieder schließlich unterstützen Senckenberg sowohl finanziell als auch durch ihr Engagement und ihre Netzwerke.

Öffentlichkeitsarbeit

Durch die Öffentlichkeitsarbeit vermittelt Senckenberg Medien und Gesellschaft Forschungsergebnisse aus den sieben Instituten und Neuigkeiten rund um die Museen – und ist damit wichtigster Kontakt für alle Themen der Naturforschung. Dabei geht es einerseits um die wissenschaftlichen Ergebnisse und Methoden, aber auch darum, Interesse und Begeisterung an Natur, an Wissenschaft und an Sammlungen und Museen zu wecken. In einer Vielzahl von Kommunikationskanälen – von der klassischen Pressemitteilung über die Sozialen Medien, Filme und die Webseiten bis hin zu populärwissenschaftlichen Büchern und Magazinen – erzählt Senckenberg spannende und lehrreiche Geschichten und stärkt den Dialog zwischen Wissenschaftler*innen und der breiten Öffentlichkeit. Im Schnitt 30.000 Presseartikel pro Jahr und mehr als 30.000 Abonnent*innen in den Sozialen Medien zeigen das große Interesse an moderner Naturforschung.

Das übergeordnete Ziel des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit ist es, Senckenberg für Medien und Gesellschaft zum wichtigsten Ansprechpartner für alle Themen der Geobiodiversitätsforschung zu machen. Dazu stehen die Kommunikationsexpert*innen Senckenbergs im dauerhaften Austauch mit den Wissenschaftler*innen auf der einen und Journalist*innen auf der anderen Seite. Neben der Pressearbeit bieten die Social Media ein großes Potential, sowohl über die Forschung Senckenbergs, als auch die Museen, Citizen-Science-Aktivitäten und Sammlungen zu informieren und mit der Öffentlichkeit in direkten Austausch zu gehen.

Beratung

Eine wesentliche Zielgruppe des Senckenberg-Programms „Wissenschaft & Gesellschaft“ sind Entscheidungsträger*innen in Politik, Behörden und Verwaltungen, in NGOs sowie der Wirtschaft. Senckenberg möchte zum Austausch von Wissen zwischen diesen Entscheider*innen und den Wissenschaftler*innen beitragen und dafür sorgen, dass wissenschaftliche Evidenz noch stärker Eingang in gesellschaftliches und politisches Handeln findet. Durch Beratung sollen die Folgen der Veränderungen im Erdsystem für das Wohlergehen der menschlichen Gesellschaft besser verstanden und wahrgenommen werden. Zudem bietet Senckenberg Handlungsoptionen und Managementempfehlungen an, wie die Natur als unsere Lebensgrundlage geschützt und nachhaltig genutzt werden kann.
Das Ziel des Bereichs Beratung ist dabei, dass Senckenberg-Wissenschaftler*innen als Vermittler Wissen und Handlungsoptionen für gesellschaftliche und politische Entscheidungen zur Verfügung stellen. In Fällen, in denen dies aufgrund der wissenschaftlichen Evidenz naheliegt, können auch Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden.

Wissens- und Technologietransfer

Wissens- und Technologietransfer wird bei Senckenberg großgeschrieben und ausgebaut. Faktenbasiertes Wissen soll noch stärker als bisher nutzbar gemacht werden sowie seinen Niederschlag in Produkten, Dienstleistungen, Methoden, Patenten, Ausgründungen oder Partnerschaften mit Unternehmen finden. Dabei strebt Senckenberg auch die gezielte Entwicklung von Dienstleistungen und Produkten an.

Partner*innen und „Kund*innen“ sind vor allem die Wirtschaft, NGOs, Behörden, Städte und Gemeinden sowie die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Der anwendungsrelevante Transfer wird aktuell bei Senckenberg deutlich gestärkt, professionalisiert und strategisch ausgebaut. Eine Transferstelle garantiert, dass Forschende deutlich mehr Unterstützung als bisher dabei erhalten, potenziell geeignete Inhalte in die Anwendung oder Verwertung zu bringen.

Sprecherin

Katrin Böhning-Gaese
Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese
Professor, Director 'Senckenberg Biodiversity and Climate Research Centre', Head of Research Group 'Community Ecology and Macroecology'

Research interests: Macroecology, community ecology and conservation biology
– Influence of global climate and human land-use change on animal populations and communities in the tropics and in the temperate region
– Relationship between the diversity of animal communities and ecosystem functioning
– Macroecology and evolution of bird communities and of bird migration

Teaching: Courses at Goethe University Frankfurt in the MSc Ecology and Evolution and in the BSc Biology

MSc Ecology and Evolution and MSc Environmental Sciences: module „Community ecology, Makroökologie und Naturschutz“

  • Content: The module includes an introductory lecture, seminars on current scientific publications, and computer and field practicals. It gives an overview about theory, statistical methods and applications of community ecology and macroecology, as well as consequences for regional and global conservation prioritisation. The module includes an ornithological fieldwork practical outside Frankfurt (duration 1 week). 
  • Contact: Susanne Fritz, Phone: +49 (0)69 7542 1803 E-Mail: susanne.fritz@senckenberg.de

BSc Biology: specialisation module „Ökologie der Tiere“ (animal ecology) – part „Makroökologie – Einfluss des Klimawandels auf Artverbreitungen“ (macroecology – influence of climate change on species distributions)

  • Content: In our part of the module we investigate the potential effects of climate change on the distributions of different European bird species. We use species distribution models to project potential distributions of birds in dependency of climate scenarios for the end of the 21st century.
  • Contact: Thomas Müller, Phone: +49 (0)69 7542 1889 E-Mail: thomas.mueller@senckenberg.de

Curriculum Vitae

Publikationen