Bio Kompass Erklären

Vorträge


Willkommen bei den Vortragsreihen des Senckenberg Museums. Hier findest du verschiedene interessante Vortrage zu den unterschiedlichsten Themen!

19. Königwald-Lecture

Die 19. Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald-Lecture fand am 17. November um 19:30 Uhr in digitaler Form als Live-Event statt. Den Beginn der diesjährigen Veranstaltung machte der Film „Was macht uns zum Menschen?“ von Oliver G. Becker. Das Filmprojekt ist eine visuelle Reflexion, eine Versöhnung faktenbasierter Naturwissenschaft mit der poetischen Suche nach der Identität des Homo sapiens. Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion mit dem Regisseur und Drehbuchautor sowie Mika Puspaningrum (Institut Teknologi, Bandung, Indonesien), Christine Hertler (Projekt ROCEEH der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an der Universität Tübingen und dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt) und Albrecht Graf von Kalnein (Werner Reimers-Stiftung) statt.

Forschungsreisen zur Vielfalt: Auf Humboldts Spuren um die Welt

In den Steppen der Mongolei findet eine der größten Tierwanderungen der gemäßigten Breiten statt. Riesige Gazellenherden wandern jedes Jahr Hunderte von Kilometern. Der wirtschaftliche Aufschwung des Landes und der damit einhergehende Bau von Straßen, Eisenbahnlinien und Industrieanlagen schaffen für die Tiere aber oft unüberwindbare Barrieren. Wie erforschen wir diese wandernden Tierarten und wie reagieren sie auf die Landschaftsveränderungen? Lassen sich wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und weiträumige Tierwanderungen in Einklang bringen? Wie läuft eine Forschungsreise in das noch immer wenig erschlossene Land ab? Der Biologe Thomas Müller ist seit Jahren in der Mongolei unterwegs und möchte mit seiner Arbeit dazu beitragen, wirtschaftliche Entwicklung besser mit dem Erhalt von Biodiversität und Ökosystemfunktionen zu vereinbaren.    
Eine Reise zu den Quellen unserer Forschung: Eduard Rüppell, Kaiser Menelik II. & Senckenberg in Afrika

Expeditionsbericht von Dr. Martin Jansen 

Die Neotropen sind ein echter Hotspot für Frösche; dort existieren weltweit die meisten Arten. Trotz der enormen Artenvielfalt sind manche Regionen, wie z. B. Bolivien, aber bisher wenig erforscht, und viele Arten sind noch nicht wissenschaftlich beschrieben. Senckenberg-Forschende sind seit 2000 verstärkt in Mittel- und Südamerika aktiv und erfassen die Vielfalt der Amphibien mit teils innovativen Methoden: Nicht nur die klassische Systematik und die DNA-basierte Bestimmung kommen zur Anwendung, sondern auch allerlei Hightech im Gelände, z.B. Langzeitaufnahmegeräte, die Geräuschkulissen aufzeichnen oder Kamerafallen, die auch Säugetiere detektieren. Bei aller Faszination: diese oft abenteuerlichen Expeditionen sind keine Vergnügungsreisen, sondern harte Arbeit. Der Bioakustiker und Herpetologe Dr. Martin Jansen erforscht seit über zehn Jahren die Amphibien und Reptilien Mittel- und Südamerikas und ist besorgt darüber, dass viele von ihm gerade erst entdeckte Arten direkt vom Aussterben bedroht sind. Der Vortrag fand am 26.06.2019 statt.