Einfluss verschiedener Umweltfaktoren auf die Populationsentwicklung der Scyphozoa (Scheibenquallen)

Umweltfaktoren wie KlimaänderungenÜberfischung und Eutrophierung haben Einfluss auf die Entwicklung der Medusen. Diese Faktoren werden als Ursachen für ein in den letzen Jahrzehnten weltweit zunehmend registriertes Massenauftreten der Quallen diskutiert. In unseren Breiten treten Medusen in der Regel nur von Frühjahr bis Herbst auf und degenerieren nach der sexuellen Reproduktionsphase. Die Polypen können dagegen mehrere Jahre alt werden und bei der sogenannten Strobilation in jedem Jahr erneut junge Medusen (Ephyren) erzeugen. Die Entwicklung der Medusenpopulation hängt also erheblich von der Entwicklung der Polypenpopulation ab. Die durch die Klimaerwärmung verursachten, milderen Wintertemperaturen haben einen steigernden Effekt auf die Medusenerzeugung durch die Polypen (Strobilation). Laborversuche zeigten, dass die Polypen einiger Scyphozoa bei wärmeren Wintertemperaturen höhere Überlebensraten haben und mehr junge Medusen (Ephyren) erzeugen, als bei kühleren Temperaturen (Holst 2012).

Einfluss Temperatur deutsch

Scyphopolypen nutzen natürliche und künstliche Hartsubstrate zur Ansiedlung (Holst und Jarms 2007). Die Abbildungen zeigen junge Polypen, die Plastik (Polyethylen), Glas, Beton, Holz und Muschelschalen besiedelt haben. Durch die Bebauung der Meere, z.B. mit Befestigungs-, Hafenanlagen, Offshore-Plattformen sowie dem Mülleintrag in die Meere steigen die Siedlungsmöglichkeiten der Polypen. Und auch der ständig wachsende Mülleintrag trägt zum Zuwachs von Hartsubstraten wie Plastik und Glas im Meer bei. Da jeder Polyp mehrere junge Medusen erzeugen kann, ist die Zunahme der Siedlungssubstrate für Polypen vermutlich eine der Ursachen für das zunehmende Massenauftreten von Medusen.

Subtratwahl deutsch