Ceratonotus steiningeri George
Ceratonotus steiningeri George, 2006

Meiobenthonische Arthropoda

Systematik, Biogeographie und Faunistik von Tiefsee-Harpacticoida


Die Tiefsee als weltgrößter zusammenhängender Lebensraum ist bis heute immer noch nahezu unerforscht. Neben den mit ihrer Erforschung verbundenen technischen Schwierigkeiten und dem damit einhergehenden großen Aufwand war man lange der Ansicht, dass die dort herrschenden Bedingungen (kein Licht, keine Primärproduktion, extrem hoher Druck u.a.) ohnehin kein Leben ermöglichen würden. Heute hingegen wissen wir, dass die Tiefsee eine Fülle an Organismen beherbergt. Probenahmen in der Tiefsee aller Weltmeere fördern stets bisher unbekannte Tierarten zutage.

Die Artenvielfalt der Tiefsee-Harpacticoida (siehe Bild oben) ist überwältigend! Eine im Rahmen des internationalen Forschungskonzepts CeDAMar durchgeführte Untersuchung der Harpacticoida aus dem Angolabecken (Südost-Atlantik) förderte auf einer Fläche von 0,5 m2 682 verschiedene Arten zutage, von denen 677 (99,3%) wissenschaftlich noch unbekannt waren!

Solche wissenschaftlich neuen Arten werden im Rahmen meiner Tätigkeit bei Senckenberg am Meer beschrieben. Überdies stehen Untersuchungen zur Systematik sowie zur Artverbreitung und dem Arten-Ursprung (Biogeographie) im Mittelpunkt meiner Arbeit. Im weiteren gilt mein Interesse Fragen nach der Artenvielfalt und nach der Zusammensetzung von Artengemeinschaften in den Untersuchungsgebieten. Dazu wende ich verschiedene statistische Verfahren an (Similaritäts-, verschiedene Diversitätsanalysen), die eine genaue Charakterisierung der Gemeinschaften erlauben, einen überregionalen Vergleich von Artengemeinschaften ermöglichen und so Aufschluss über die Verteilung und Verbreitung der Arten in der Tiefsee sowie über die mögliche Ausbildung charakteristischer Gemeinschaften unter bestimmten Bedingungen geben sollen.