Male of Heteropoda onoi aus Vietnam
Heteropoda onoi Männchen aus Vietnam

Arachnologie

Forschung


Die Forschung der Sektion Arachnologie fällt in den Forschungsbereich „Biodiversität, Systematik und Evolution“.

Sparassidae

Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Taxonomie, Systematik und Biogeographie der Riesenkrabbenspinnen (Sparassidae). Diese vornehmlich tropisch und subtropisch verbreitete Spinnenfamilie zählt weltweit über 1200 Arten.

Die Unterfamilie Heteropodinae scheint nach bisherigen Erkenntnissen in Asien zunächst eine Radiation in die heutigen Gattungen vollzogen zu haben. Danach traten Radiationen einzelner Gattungen in den Gebirgen des kontinentalen Südasiens (PseudopodaSinopoda) und im gesamten tropischen Inselasien sowie Australien (HeteropodaPandercetes) auf. Kooperationen bestehen u.a. zum National Science Museum Tokyo (Dr. Hirotsugu Ono), zum Museum of the Institute of Zoology, Chinese Academy of Sciences (Prof. Dr. Shuqiang Li).

Ein zweiter Schwerpunkt innerhalb der Sparassidae ist die afrikanische Fauna. Ein Schlüssel für die afrikanischen Gattungen wurde bereits erarbeitet. Die Gattung Eusparassus wurde von Majid Moradmand (Eshafan) revidiert. Kooperationen bestehen zum Plant Protection Research Institute in Pretoria (Dr. Ansie Dippenaar-Schoeman) und zum National Museum of Namibia in Windhoek (Tharina Bird).

Spinnenfauna von Laos

Seit 2003 werden Expeditionen in Laos durchgeführt. Zahlreiche Publikationen wurden zur Spinnenfauna veröffentlicht. Kooperationen bestehen nicht nur zur National University of Laos (NUoL), sondern auch zu verschiedenen in Laos tätigen Institutionen (WCS, WWF, UNESCO, GAPE, SODI). 2010-2012 wurde ein Student an der NUoL betreut.

Weitere Information zur Forschung in Laos.

Evolution von Merkmalen

Vor der Verwandtschaftsanalyse steht die Analyse von Merkmalen und ihrer taxonomischen Verwertbarkeit. So wurde  z.B. die Palpuskralle der Sparassidae und die Art ihrer Bezahnung als ein wichtiges Hilfsmittel bei der Begründung der Monophylie der Heteropodinae erkannt. Zur Zeit beginnen Untersuchungen zu Mechanismen, die die Verlängerung von Genitalstrukturen verursachen.

Spinnenfauna und Neozoen in Zentraleuropa

Eingewanderte Arten, sogenannte Neozoen, können einen immensen Einfluss auf die indigene Fauna und Flora haben. Langzeitstudien können zeigen, wie groß dieser Einfluß ist und ob neues Gefährdungspotential für bereits vorhandene Arten besteht. Nachweiskarten können helfen, solche Entwicklungen zu erkennen und zu verfolgen. Um möglichst viele Daten zu erhalten, müssen Informationen einem breiten Publikum erschlossen werden, sei es als Bestimmungschlüssel oder als Fotogalerie zur Erkennungshilfe. Initialpunkte konnten für die Zitterspinne Holocnemus pluchei und die Trochanteriidae Zimiris doriai nachgewiesen werden. Weiterhin wurden neue Nachweise der Giftspinnengattungen Latrodectus und Phoneutria als Importereignisse erbracht.