Paläozoologie III


Die Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe liegen in der Geologie und Paläontologie des Devons (417 bis 358 Millionen Jahre vor heute), wobei die Bearbeitung von Brachiopoden („Armfüßer“), Stratigraphie und Paläobiogeographie im Vordergrund stehen. In der Sektion werden sehr umfangreiche Fossilsammlungen betreut (Brachiopoden, Cephalopoden, Muscheln, Schnecken, Schwämme, Stratigraphie Unter-Devon).

Fossile Brachiopoden sind einzigartige Zeugen der Urzeit. Man sieht diesen auf den ersten Blick wenig spektakulären Fossilien jedoch nicht ohne weiteres an, was alles mit ihnen anzufangen ist.  Vielmehr erfordert es einen erheblichen wissenschaftlichen Aufwand, um die von ihnen gespeicherten Informationen zu entschlüsseln.

 

Die Grundlage aller weiteren Fragestellungen bildet die systematische Bearbeitung der Brachiopoden, was bedeutet, daß sie beschrieben und weltweit mit verwandten Formen verglichen werden, um ihre Verwandtschaftsbeziehungen zu klären. Es sollen schließlich Antworten besonders auf folgende Fragen gefunden werden:

1. Wie lief die Evolution der Brachiopoden in der Devon-Zeit ab? (> Stammesgeschichte)

2. Wie haben die Brachiopoden gelebt? (> Paläobiologie, Paläoökologie)

3. Welche Möglichkeiten haben wir, mit den Brachiopoden Gesteinsschichten zu datieren? (> Biostratigraphie)

4.  Welche Schlüsse zur Verteilung von Meeren und Festländern lassen sich aus ihrer geographischen Verbreitung ziehen? (> Paläobiogeographie)

5. Welche Schlüsse zur Entwicklung der Umwelt in der Devon-Zeit  können wir aus den Brachiopodenfaunen ziehen? Welche klimatischen Aussagen sind möglich? Was verraten die Brachiopoden über Lebens- und Ablagerungsräume? (> Paläoökologie, Paläoklimatologie)

Zu all diesen Fragen kann die Brachiopoden-Forschung beitragen, wobei sie größtenteils in internationale Forschungsprojekte mit interdisziplinärem Ansatz eingebunden ist.

Regionale Schwerpunkte der Forschung sind Europa, Nordamerika, marokkanischer Anti-Atlas und Süd-China.

Überblick über die Arbeitsgebiete der Sektion

1.)Rheinisches Schiefergebirge
2.) Santa Maria del Mar (Asturien), Spanien
3.)Aouinet Torkoz (Süd-Marokko)
4.)Profil Liujing (Provinz Guangxi, Süd-China)
5.)Steinbruch Akarachkino im Salair-Gebiet (Süd-Sibirien)
6.)Schlucht Kodzakurgan (Usbekistan)
7.)West-Australien

Geschichte

Die Sektion entstand bei der Untergliederung der Geologischen Abteilung in den Jahren 1966/67, erhielt dabei die Bezeichnung Paläozoologie IV und wurde seit Beginn ihres Bestehens von Dr. R. Werner bis zu seinem Tod im Jahre 1994 geleitet. Unter der Leitung von Dr. R. WERNER war die Forschung in der Sektion im wesentlichen auf die Stratigraphie und Fazies im Unter- und Mittel-Devon der Eifel ausgerichtet.
Seit dem 1.1.1995 wird die Sektion von Dr. Ulrich Jansen geleitet. Seit der Neustrukturierung der Abteilung im Jahre 1996 durch den damaligen Direktor Prof. Dr. F.F. Steininger heißt die Sektion Paläozoologie III.