Radiologie Fledermäuse
Radiologische 2D und 3D Methoden und Vergleiche mit heutigen Arten bilden die Grundlage für die Rekonstruktion der Paläobiologie der fossilen Messeler Fledermäuse.

Radiologie


Zeitgleich mit der Gründung der Abteilung Messelforschung im Jahr 1992 wurde die Sektion Radiologie etabliert.

Ihre Mitglieder bearbeiten mit verschiedenen mikro-radiologischen Methoden und abteilungseigenen 2D- und 3D-Geräten in internationalen Forschungsprojekten schwerpunktmäßig Fragestellungen zur Paläobiologie und Taxonomie von Säugetieren (Fledermäuse, Raubtiere) und Reptilien (Schlangen, Echsen). Untersucht werden vor allem Lokomotion und Ernährung eozäner Säuger aus Messel. Zusätzlich zur erweiterten Kenntnis der einzelnen Taxa werden so auch Hinweise zur Interaktion der Tiere gewonnen, die dann in die Rekonstruktion des eozänen Ökosystems Messel eingehen.

Mit zunehmender Bedeutung von Mikro-CT-Untersuchungen wurden 2011 drei CT-AGs gegründet (CT-AG I: Dr. J. Habersetzer, Dr. R. Rabenstein, PD Dr. K. Smith; CT-AG II: PD Dr. I. Ruf, Dr. T. Lehmann, CT-AG III: Dr. M. Solórzano Kraemer, apl. Prof. Dr. D. Uhl). Einen Arbeitsschwerpunkt der letzten Jahre bildete das DFG-Projekt zur Entwicklung neuer Digitalisierungsstandards zur Massenerfassung von Blattnervaturmerkmalen aus Herbarsammlungen mittels Mikroradiographie (Zusammenarbeit mit Senckenberg Botanik Frankfurt und Görlitz).

Die wissenschaftlichen Arbeiten der Sektion Radiologie sind dem senckenbergischen Forschungsbereich Biodiversität, Systematik und Evolution und der Infrastruktur zugeordnet.

Tachypteron Radiologie
Messeler Fledermaus Tachypteron franzeni — Links und Mitte: Aufsicht und 2D-Mikro-Radiografie (Maßstab 2 cm), rechts:  virtuelle Ausgüsse ihrer Gehörschnecke (a–d Ansichten von vier Seiten; Maßstab 2 mm).