Senckenberg am Meer Wilhelmshaven

Aktuopaläontologie
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Pazifische Auster Crassostrea gigas 

Klasse:
Familie:
Wissenschaftlicher Name:
Trivialname (dtsch.):
Trivialname (engl.):
Bivalvia
Ostreidae
Crassostrea gigas (Thunberg 1793)
Pazifische Auster
Pacific oyster
klumpen

Klumpen- oder Clusterbildung von Pazifischen Austern
(Foto: 35 cm hohes Gefüge aus über 35 erwachsenen Individuen;
unterer Teil im Sediment steckend) 

  • Die Schale der Pazifischen Auster ist sehr rauh, weitestgehend gerillt und geschichtet. Die linke untere Schalenhälfte ist gewölbt, die rechte obere Schale flach. Die Schale ist weiß mit purpurnen und braun-grauen Streifen und Punkten. Die Schalenform variiert mit dem Lebensraum. Die Innenseite der Schale ist weiß mit einem Schließmuskelabdruck, der manchmal dunkler sein kann.
  • Das Höchstalter der Pazifischen Auster liegt bei 40 Jahren.
  • Die maximale Länge der Pazifischen Auster beträgt 30 cm.
  • Nach dem ersten Jahr erreicht die Pazifische Auster eine Größe von 20 bis 50 mm und nach dem zweiten Jahr eine Größe von 50 bis 80 mm.
  • Die Pazifische Auster kann in einem Temperaturbereich von 4 bis 24 °C leben und wachsen und ist in der Lage, eine Lufttemperatur von –4 °C zu überleben.
  • Die für die Pazifische Auster optimale Salinität des Meerwassers liegt zwischen 2,5 und 3,5 % Salzgehalt.
  • Die Pazifische Auster ist nach 8-10 Monaten geschlechtsreif.
  • Die Gonadenentwicklung der Pazifischen Auster beginnt bei einer Wassertemperatur von 10 °C (optimal bei 20 bis 25  C).
  • Die Laichabgabe der Pazifischen Auster wird durch einen Temperatur-Peak, ein chemisches Signal oder eine Kombination aus beidem eingeleitet. Dies geschieht ab einer Temperatur von 19,5  C. Durch gegenseitige Stimulation kommt es zu einer synchronen Laichabgabe.
  • Eine 7 bis 8 cm große Pazifische Auster produziert zwischen 50 und 100 Millionen Eier. Die befruchteten Eier sind 45 bis 62 µm groß.
  • Die Befruchtung der Eier der getrennt-geschlechtlichen Pazifischen Auster findet im freien Wasser statt.
  • Die Pazifische Auster ist hermaphrodit, d. h. es kann eine Geschlechtsumwandlung erfolgen. Die jungen Austern sind während ihrer ersten Laichabgabe männlich, zur zweiten Laichabgabe hat die Hälfte eines Jahrgangs bereits ihr Geschlecht geändert.
  • Die Temperatur ist ausschlaggebend für die Entwicklungszeit der Eier. Bei einer Temperatur von 14  C wird das Veliger-Larvenstadium nach 72 Stunden erreicht, bei 22  C dagegen schon nach 28h.
  • Für ein optimales Larvenwachstum bedarf es einer Temperatur von ~20  C.

Entwicklungsstadien der Pazifischen Auster

Entwicklungsstadien der Pazifischen Auster, Bild: Arakawa 1990

  • Nach einer Zeit von 15 bis 30 Tagen, die die Pazifische Auster als 0,3 mm große Larve im freien Wasser verbracht hat, lässt sie sich auf hartem Untergrund nieder. Hier bewegt sie sich zunächst mit ihrem Fuß fort bis sie eine geeignete Stelle gefunden hat, an der sie sich dann mit der linken Schalenhälfte festzementiert und ihr Leben lang verbleibt. Neben Felsen, Hafenanlagen und anderen Bauten im Meer, können auch Schalen von anderen Meeresbewohnern, vorwiegend Muschelschalen, als Ansiedlungssubstrat dienen. Bevorzugt werden Gebiete aufgesucht, in denen bereits Austern vorkommen.

Ansiedlung einer Auster

 Ansiedlung einer Auster, Bild: Arakawa 1990

 

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