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– Collembola –
     
Ansprechpartner: pfeil Dr. Jürgen Schulz
     
Institution:   Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
     
E–Mail:  
     
Internet:   www.senckenberg.de Projekt-Team
       

 

Collembola

Xenylla_spCollembolen (Springschwänze) sind die zahlenmäßig dominanten Hexapoden in terrestrischen Ökosystemen. Weltweit sind derzeit (2015) etwa 8.500 Arten beschrieben. Für mitteleuropäische Länder sind jeweils zwischen 400 bis 500 Arten bekannt. Collembolen gehören als Mikroarthropoden mit ihrer geringen Körpergroße von etwa 0,5 bis 5 mm zur Mesofauna des Bodens. Sie kommen in fast allen Lebensraumstypen vor, je nach Habitattyp und Standort in durchschnittlichen Dichten von 10.000-70.000 Individuen je m2. Sie besiedeln vor allem die Bodenoberfläche, die Streu und die oberen 20 cm desIsotoma_viridis humosen Mineralbodens und werden entsprechend drei unterschiedlichen Lebensformtypen zugeordnet: epedaphisch (auf der Bodenoberfläche lebend), hemiedaphisch (in den obersten Grenzhorizonten lebend) und euedaphisch (im Porengefüge des Bodens lebend). Hier weiden sie vor allem Bakterien- und Algenbeläge sowie Pilzrasen u. ä. ab und nehmen gelegentlich Detritus auf.

Taxonomisch sind die Collembolen relativ gut bekannt, obwohl ihr System ständigen Veränderungen unterliegt. Seit 1994 entsteht mit den „Synopses on Palaearctic Collembola“ ein aktuelles Bestimmungswerk, das auch autökologische Daten zu einzelnen Arten zusammenfasst.

Micranurophorus_musciAufgrund ihrer begrenzten Ausbreitungsmöglichkeiten und ihrer innigen Verbindung mit dem Bodenmilieu besitzen die euedaphischen Arten die größte bioindikatorische Aussagekraft für edaphische Lebensräume. Die höchste Dominanz haben in den meisten Böden allerdings weit verbreitete Arten mit geringerer Habitatbindung. Weniger generalistische (stenöke) Arten mit großem bioindikatorischem Aussagewert werden – mit Ausnahme von sehr speziellen Habitattypen meist in geringeren Abundanzen angetroffen. Aus der Artenzusammensetzung und den dazugehörigen Gemeinschafts strukturen (Dominanzverhältnissen) können räumliche und zeitliche Veränderungen im Boden in sehr kleinen Skalenbereichen erkannt werden.

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