Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Crustaceen
Eduard Rüppell Buch von Rüppell

Die Crustaceensektion gehört zu den ältesten des Hauses. Sie wurde von Eduard Rüppell nach Rückkehr aus Arabien 1828 gegründet und zunächst von ihm geleitet. Aus dem Jahre 1832 stammt ein noch heute erhaltener handschriftlicher Katalog von Adolf Reuss, der die Sektion anschließend im Vernehmen mit E. Rüppell weiterleitete. Nachdem E. Rüppell etwa um 1834 die Crustaceenforschung niedergelegt hatte, wurde die Sektion bis 1878 von anderen Sektionären (z. B. dem Botaniker J. B. G. W. Fresenius) mitverwaltet. Erst als 26. Mai 1878 mit der Übernahme der Sektion durch Ferdinand Richters [*1849 - +1914] begann eine Phase eigener wissenschaftlicher Arbeiten. Aus dieser Zeit stammt auch ein weiterer handsschriftlicher Katalog der Sammlung (1880) und eine detaillierte Kartei, die bei historischen Recherchen sehr gute Dienste leistet. Im Jahre 1912 kam als weiterer Mitarbeiter in die Sektion Alexander Sendler [*1878 - +1914]. Nach dem Tode von F. Richters am 3. Juli 1914 übernahm er die Leitung der Sektion. Nur drei Monate später fiel auch er im Ersten Weltkrieg [10. Oktober 1914, bei St. Mihiel südl. Verdun]. Mit seinem Tode verwaiste die Sektion erneut und wurde von den Kustoden für Wirbellose Tiere (F. Haas, A. Zilch) mitverwaltet. Seit 1946 wurde die Crustaceensektion wieder durchgehend wissenschaftlich geleitet, nachdem Richard Bott [*1902 - +1974] aus der Gefangeschaft am Ende des Zweiten Weltkrieges zurückgekehrt war. Er arbeitete fast ausschließlich an Flußkrebsen und Süßwasserkrabben und baute eine große Sammlung mit viel Typenmaterial auf. Auch die Anzahl der Publikationen und Monographien aus der Sektion schnellte in dieser Zeit empor. Nach seinem Tode am 27. Januar 1974 übernahm der aktuelle Leiter, Dr. Michael Türkay, zunächst als Assistent, dann (seit 1976) als vollamtlicher Angestellter die Crustaceensektion. Mit Ausweitung der deutschen Meeresforschung gelangt nunmehr viel Tiefsee-Material in unsere Sammlung und der Forschungsschwerpunkt verschob sich hin zu den marinen Dekapoden (genaue Themen s. u.). Exaktere Daten zur Geschichte der Sektion finden sich in Artikeln von M. Türkay in "Natur und Museum" (Mai-Heft 1981, Seiten 151-157) und Senckenberg-Buch 68 (1992).

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